Im Titelbild: Der Gemeinderat der Wahlperiode 2026 bis 2032 – jetzt vollständig. In der konstituierenden Sitzung [6] fehlte noch Gemeinderat Andreas Schwank.
Der Kemmerner Gemeinderat hat den Weg für ein digitales Bürger- und Ratsinformationssystem freigemacht. In seiner Sitzung fasste das Gremium einstimmig einen Grundsatzbeschluss, mit dem die Verwaltung beauftragt wird, sich nach geeigneten Programmen umzusehen.
Noch geht es also nicht um die konkrete Anschaffung einer bestimmten Software, wohl aber um eine Richtungsentscheidung: Sitzungsunterlagen, Einladungen und Beschlüsse sollen künftig stärker digital bearbeitet und bereitgestellt werden.
Ganz neu war das Thema nicht. Bereits in der konstituierenden Sitzung im Mai war angesprochen worden, dass Kemmern in diesem Bereich Nachholbedarf hat. Damals war im Zusammenhang mit der neuen Geschäftsordnung unter anderem festgehalten worden, dass die Nutzung von Tablets, Smartphones und Laptops während der Sitzungen künftig nicht mehr untersagt ist. Nun folgte der nächste Schritt.
Bürgermeisterin Denise Müller machte deutlich, welche Möglichkeiten ein solches System bieten könnte. Beschlüsse könnten EDV-gestützt abgearbeitet werden, Unterlagen müssten nicht mehr in Papierform verschickt oder ausgetragen werden, Einladungen könnten digital erfolgen. Auch für Bürgerinnen und Bürger könnten Informationen aus dem Gemeinderat leichter zugänglich gemacht werden. Zur Sprache kam auch die Frage der Ausstattung. Die Gemeinde könne nicht für alle Ratsmitglieder Tablets anschaffen, sagte Müller. Denkbar sei aber eine Unterstützung bei der Beschaffung. Damit verbunden wären zunächst einmal Kosten, sowohl einmalig als auch laufend. Auf der anderen Seite stünden Einsparungen, weil Papier, Druck und das Austragen der Sitzungsunterlagen entfallen könnten.
Im Gremium stieß der Vorstoß auf Zustimmung. Sebastian Schneider (CSU) bezeichnete die Einführung eines solchen Systems als „gute Sache“, gerade auch mit Blick auf einen möglichen Zuschuss bei der Ausstattung. Thomas Ochs (Grüne) verwies darauf, dass Kemmern eine der wenigen Gemeinden sei, die bislang noch kein solches System nutze. Der Beschluss, hier nun voranzukommen, fiel einstimmig.
Feuerwehr ergänzt ihre Ausrüstung
Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Kemmern ging es um Ausstattung – allerdings bereits sehr konkret. Kommandant und Gemeinderat Sebastian Schneider stellte den Antrag zur Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen für das Jahr 2026 vor. Außergewöhnliche Anschaffungen seien nicht geplant, machte er deutlich. Vielmehr handelt es sich um die laufende Ergänzung und Erneuerung von Ausrüstung.
Auf der Liste stehen unter anderem vier Schutzanzüge für 5.600 Euro, drei Paar Einsatzstiefel für 750 Euro, eine Dieselumfüllpumpe für 300 Euro sowie Werkstattbedarf für 500 Euro. Hinzu kommen vier Netzwerkspeicherfestplatten für 1.120 Euro. Auch die Feuerwehrverwaltung soll digitaler werden: Für die Software „Fire Manager“ werden jährlich 315 Euro fällig, dazu kommt eine einmalige Investition von 1.025 Euro, unter anderem für Etikettendrucker, Barcodescanner und Schulung. Für die Jugendfeuerwehr sind Handschuhe vorgesehen, außerdem Dienstjacken und Hemden für zwei neue Mitglieder. Der größte Einzelposten neben der Schutzkleidung ist ein Ersatz für ein Mehrgasmessgerät mit 4.500 Euro. Insgesamt beläuft sich die Summe auf 14.670 Euro. Der Gemeinderat stimmte der Beschaffung einstimmig zu.
Zweckverband: Sitz künftig nicht mehr in Kemmern?
Eine grundlegende Veränderung zeichnet sich beim Zweckverband Kommunale Selbsthilfe im Landkreis Bamberg ab. Die Gemeinde Kemmern will dessen Verwaltung zum 1. Januar 2027 an eine andere Gemeinde abgeben. Auch dieser Beschluss fiel einstimmig. Der Zweckverband spielt für mehrere Kommunen eine wichtige Rolle. Breitengüßbach, Kemmern, Memmelsdorf, Oberhaid, Ebrach und Scheßlitz haben sich darin zusammengeschlossen. Erst im vergangenen Jahr war das neue Saug- und Spülfahrzeug des Zweckverbands in Kemmern seiner Bestimmung übergeben worden.
Die Verwaltung des Zweckverbands lag bislang bei der Gemeinde Kemmern. Dazu gehören unter anderem das Schreiben von Rechnungen, die Aufstellung des Haushalts und die Personalverwaltung. Seit dem Jahr 2000 war zudem immer der erste Bürgermeister der Gemeinde Kemmern Vorsitzender des Zweckverbands. Aktuell hat dieses Amt noch der frühere Kemmerner Bürgermeister Rüdiger Gerst inne. Nun steht jedoch die Wahl eines neuen Verbandsvorsitzenden an. Denise Müller machte deutlich, dass sie den Vorsitz nicht anstrebe. Aus Sicht der Verwaltung sollte der Vorsitz weiterhin mit der Verwaltung des Zweckverbands zusammenfallen. Wenn der Verbandsvorsitz also wechselt, sollte auch die Verwaltung an die Kommune wechseln, in der der neue Vorsitzende sitzt. Geschäftsleiter Markus Diller wies darauf hin, dass Kemmern für die Verwaltung des Zweckverbands eine Aufwandsentschädigung von 25.000 Euro erhält. Dennoch mache es aus Sicht der Gemeindeverwaltung keinen Sinn, diese Aufgabe weiterzuführen, wenn der Verbandsvorsitzende nicht im Haus sei.
Das neue Fahrzeug des Zweckverbandes wurde 2025 in Dienst gestellt [8].
Tobias Wagner (CSU) unterstützte diesen Schritt. Kemmern habe die Aufgabe lange übernommen, nun seien auch die anderen Gemeinden in der Pflicht. Auch der Standort Memmelsdorf spielt dabei eine Rolle: Dort steht die Halle, in der die Fahrzeuge gewartet werden, dort befinden sich auch Personalräume.
Weiteres aus der Sitzung vom 11. Juni 2026
Zu Beginn der Sitzung wurde außerdem ein personeller Punkt nachgeholt, der in der konstituierenden Sitzung noch offen geblieben war: Andreas Schwank (UBB) wurde als neues Gemeinderatsmitglied vereidigt. Er hatte im Mai krankheitsbedingt gefehlt, als die neue Bürgermeisterin Denise Müller sowie die übrigen neuen Mitglieder des Gemeinderats vereidigt worden waren. Damit ist der Gemeinderat nun vollständig in die Wahlperiode 2026 bis 2032 gestartet.
Die Vereidigung von Andreas Schwank durch Bürgermeisterin Denise Müller.
Im allgemeinen Bericht informierte Müller über laufende Themen. Für die Ortskernsanierung erhält die Gemeinde eine Zuwendung aus der Städtebauförderung in Höhe von 510.000 Euro. Müller deutete an, dass ihr ein Start des Bauabschnitts 5c noch in diesem Jahr Bauchschmerzen bereiten würde. Mit Kirchweih und Kuckuckslauf stehen wichtige Termine im Ort an, weshalb eine Ausschreibung mit Blick auf das Frühjahr 2027 aus ihrer Sicht sinnvoller wäre.
Hinzu kommt eine Finanzzuweisung aus dem kommunalen Investitionsbudget in Höhe von 345.000 Euro. Das Geld stammt aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes. Wofür Kemmern diese Mittel verwenden wird, muss noch festgelegt werden.
Erfreuliche Nachrichten gibt es für die Gemeindebücherei. Sie wurde mit dem Goldenen Büchereisiegel für 2026/27 ausgezeichnet. Dafür erfüllte sie 15 von 16 Kriterien. Die Preisverleihung soll im Juli in Hallstadt stattfinden.
Unter Anfragen kamen weitere Themen zur Sprache, die in kommenden Sitzungen wieder auftauchen dürften. Manuel Kauzner (IGK) erkundigte sich nach dem Planungsstand beim Gewerbegebiet. Anne Schmitt (Grüne) fragte nach dem Radweg an der Hallstadter Straße und regte an, Einladungen zu Gemeinderatssitzungen auch in der Heimat-Info-App einzustellen. Otto Fuchs (Grüne) wollte wissen, wie es um die Nahversorgung und mögliche Automaten stehe. Müller erklärte, es gebe derzeit keine neuen Informationen – zunächst brauche die Gemeinde einen geeigneten Standort. Positive Signale gibt es zudem für die „Kirchweih im Ort“ – hier wird in der nächsten Sitzung mehr zu erfahren sein …


