Insbesondere um das alte Schulgelände in Ebing drehte sich die Gemeinderatssitzung in Rattelsdorf. Denn hier könnte ein neuer städtebaulicher Mittelpunkt entstehen – mit Flächen für Bücherei und Jugend, aber auch neuer Wohnbebauung.
Auf dem Gelände der „Alten Schule“ in Ebing wird neben einer Wohnbaufläche auch eine Gemeindebedarfsfläche für soziale Zwecke vorgesehen, informierte Zweiter Bürgermeister Andreas Schneiderbanger in der Marktgemeinderatssitzung als Vertreter des verhinderten Ersten. Aufgrund der Nutzungsänderung müsse ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Das Verfahren kann nach §13a des Baugesetzbuches beschleunigt werden, weil es früher genutzte Flächen im Innerortsbereich betrifft und daher unter anderem auf eine Umweltprüfung und den Umweltbericht verzichtet werden kann.
Der Bebauungsplan wurde daraufhin von Kai Kutzner, Planungsgruppe Strunz, detailliert vorgestellt. Die Festsetzungen waren so frei wie möglich gewählt, denn man könne noch nicht voraussehen, was rentabler sei: Erhalt des südlich gelegenen Baukörpers oder Rückbau. Möglich wäre eine Nutzung als Bücherei und Jugendraum. Im Norden sollen Gebäude für „betreutes Wohnen“ geschaffen werden. Die aufgeplante Grundfläche beträgt etwas mehr als einen Hektar inklusiver ausreichender Grünanlagen. Die Zufahrt erfolgt einmal über die Ebinger Hauptstraße, wo auch ein Buswartehäuschen vorgesehen ist. Die hinter der Schule zu errichtenden Neubauten zum allgemeinen Wohnen, derzeit Bolzplatz, sollen über die Straße „Hergeten“ angebunden werden. Diese Fläche werde in zwei Bereiche aufgeteilt, im Westen sei der Komplex mit drei Geschossen kalkuliert, im Osten nur eine zweigeschossige Bebauung, um sich an die darum gruppierenden Wohnhäuser anzugleichen. Da keine Unterkellerung geplant ist, werden Bauten mit Ersatzräumen vorgesehen.
Vom Gremium wurde im Anschluss sowohl der vorgeschlagene Geltungsbereich des Bebauungsplans wie auch dessen Vorentwurf und der Auslegungsbeschluss für das Amtsblatt zur Beteiligung der Öffentlichkeit und die Beteiligung der betroffenen Behörden einstimmig genehmigt.
Europaweite Ausschreibung nötig
Für die am 1. Dezember 2025 vorgestellte Machbarkeitsstudie des Büros Schlicht, Lamprecht und Kern Architekten zur Schule Ebing wurde die Abstimmung nachgeholt, um Maßnahme abschließen und Fördermittel abrufen zu können. Da die Kosten für das Gebäude allein über 3,5 Millionen Euro, für Außen- und Freiflächen fast 1,5 Millionen Euro und die Baunebenkosten wie Honorare und Versicherungen rund 950.000 Euro betragen könnten, muss aufgrund der Kostenprognose jeweils europaweit ausgeschrieben werden. Bauamtsleiterin Sophie Eisenmann legte dar, welche Probleme dies bei der Schule Rattelsdorf verursacht hatte und regt daher die Hinzuziehung einer VgV-Verfahrensbetreuung an. Dies müsse ebenfalls ausgeschrieben werden, wobei die Vorziehung nicht förderschädlich sei, weil es dafür keine Zuschüsse gebe. Mit einer Gegenstimme wurde auch diese Maßnahme auf den Weg gebracht.
Leitungssanierungen nicht so teuer wie gedacht
Die im Rahmen des Zuschussprogrammes RZWAS 2018 und 2021 bereits umgesetzten Sanierungsarbeiten in den jeweiligen Gemeindeteilen erklärte Ingolf Eckert von Höhen & Partner den Anwesenden. Die ursprüngliche Kostenberechnung der Ingenieure lag etwas über 19,7 Millionen Euro (brutto). Demgegenüber steht jetzt die Schlussrechnung bei nicht einmal 16,5 Millionen Euro, das waren bei diesem Auftragsvolumen nur 23.000 Euro mehr als die eingegangen Angebote.
Im Jahr 2025 gab es jedoch im Vergleich zu den geplanten Kosten in Höhe von 5,2 Millionen Euro einen Mehraufwand von 800.000 Euro, da für die Eingabe in den Haushalt einige Zahlen gefehlt hatten, entschuldigte sich Eckert für das Versehen. Von diesem Haushaltsdefizit fielen vor allem auf die Wasserleitung in Rattelsdorf über 500.000 Euro und die in Ebing über 200.000 Euro. Die Kosten für den Kabelbau der Glasfaserleitung hatte sich von den geschätzten 26.000 Euro auf 52.711 Euro erhöht, also verdoppelt. Die Schlussrechnungen selbst waren bereits genehmigt, jedoch bedarf die Haushaltsüberschreitung an sich einen zusätzlichen Beschluss über die überplanmäßigen Ausgaben. Die Deckung sei durch Mehreinnahmen aus den Gewerbesteuern gewährleistet. Als positiv zu bewerten sei es, dass die Kosten für die Sanierung der Straße „Am Steinig“ statt der angesetzten 220.000 Euro nicht einmal 39.000 Euro betrugen hätten. Die Kämmerei könne die Mehrausgaben innerhalb des Deckungskreises für die entsprechenden Haushaltstellen gänzlich entnehmen, weshalb die Zustimmung des Gremiums auch einheitlich erfolgte.
Mit Aussicht auf die noch kommenden Arbeiten müsse zum Beispiel die für 2026/27 vorgesehene Bühlstraße bei der RZWAS-Förderung 2025 noch beantragt werden. Dies könne aber erst geschehen, wenn die vorherigen Förderprogramme abgearbeitet sind, so der Fachmann. Die Sanierung der Wasserleitungsnetzes müsse bis 2028 umgesetzt sein.
Planungsverband aufgelöst
Seit 2008 hatte sich im Rahmen eines Leader-Projektes ein Planungsverband zusammengefunden, der die Errichtung einer Campinginsel und die Ordnung der Nutzung am „Großen See“ – Grenzbezirk der Gemeinden Breitengüßbach-Ebing-Baunach – vorgesehen hatte. Das Gebiet umfasst 28 Hektar. Ursprünglich sollte die Aufstellung eines Bebauungsplanes 50.000 Euro kosten, wobei die Firma Porzner ein Fünftel übernehmen wollte. Jede Gemeinde hatte sich entschieden dem Planungsverband beizutreten. Ein Ingenieurvertrag kam jedoch nie zustande, so erklärte der Zweite Bürgermeister, und es wurden auch keine weiteren Zahlungen geleistet. Da die Planung eines Campingplatzes durch die Firma Mainäcker Kieswerk Bischberg nicht mehr vorgesehen sei, könne der Planungsverband aufgelöst werden. Bürgermeister Scheerbaum erhielt (in Abwesenheit) daher den Auftrag, den entsprechenden Beschluss für die Aufhebung während der kommenden Sitzung zu vertreten und die Auflösung zum 30.04.2026 zu bewirken.
Informationen und Anfragen
Für die Dach- und der Fassadenrenovierung der Pfarrkirche in Ebing, wurde vom SSB (Seelsorgebereich) Main-Itz um einen Zuschuss gebeten, der gemäß dem Grundsatzbeschluss vom April 2025 in den Haushalt eingestellt wird.
Die Leiterin des Kindergartens Mürsbach, Sandra Heger, wurde am 16. März im Rathaus verabschiedet.
Die Anfrage von Gemeinderat Manuel Bischof (Rattelsdorfer Zukunft), die Suche nach Fremdeinflüssen im Alten Main betreffend, konnte Zweiter Bürgermeister Andreas Schneiderbanger mit gefundenen fünf Fehlanschlüssen im Baugebiet „Hergeten I“ beantworten. Vier davon waren bereits korrigiert, der letzte werde derzeit umgelegt. Auch war Bischof mit der Sanierung der Joseph-Babo-Straße unzufrieden und fragte nach einer Gewährleistungspflicht der beauftragten Firma, was ihm Bauamtsleiterin Eisenmann bestätigte.
Oliver Prath (CSU) war während der Wahlveranstaltungen angesprochen worden, ob die Öffnungszeiten des Rathauses bürgerfreundlicher, und zwar mehr auf Nachmittag und Abend gelegt werden könnten. Sitzungsleiter Schneiderbanger erwiderte, dass der Personalausfall durch Krankheit sehr hoch war, und dies intern mit der Verwaltung abgesprochen werden müsse.
Die Eröffnung der Schulturnhalle sei nun für Ende April geplant.
In der Sitzung vom 23. April 2026 werden die ausscheidenden Marktgemeinderäte verabschiedet, am 7. Mai 2026 erfolgt die Vereidigung die Neugewählten.
Titelfoto: Johannes Michel
