Im Titelbild: Albin Dippold (2.v.l.) mit Drittem Bürgermeister Andreas Schonath, Erstem Bürgermeister Michael Senger und Zweiter Bürgermeisterin Sabine Köhlerschmidt
Viel zum Thema Schule, zwei Anträge der Fraktion „Zukunft für Zapfendorf“ und die Verleihung einer weiteren Bürgermedaille bestimmte die Sitzung des Marktgemeinderats in Zapfendorf.
Die Sitzung begann mit einem erfreulichen Thema, der Verleihung der Bürgermedaille des Marktes Zapfendorf in Gold an Albin Dippold aus Sassendorf. Im Dezember hatten bereits Georg Gehringer und Ludwig Hennemann diese Auszeichnung erhalten. [6] In der Laudatio würdigte Bürgermeister Michael Senger Dippolds jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken – verwurzelt in Sassendorf und zugleich eng verbunden mit dem gesamten Markt Zapfendorf. Besonders hob Senger Dippolds kommunalpolitisches Engagement vor: 1990 zog Dippold in den Marktgemeinderat ein und gehörte dem Gremium 26 Jahre lang bis März 2016 an. Dazu kamen über viele Jahre Aufgaben in Ausschüssen, unter anderem in der Rechnungsprüfung, auch als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Neben der Kommunalpolitik prägte er das kirchliche Leben in Sassendorf – vom Pfarrgemeinderat bis hin zu Aufgaben als Kirchenpfleger. Auch große Projekte wie Sanierungen und Jubiläen tragen seine Handschrift.
Herausforderungen im Schulbereich
In der Sitzung vom 15. Januar 2025 stellte sich auch die neue Konrektorin der Grundschule Zapfendorf, Patrizia Wehner, dem Gremium vor. Danach schlug Rektorin Michaela Schell den Bogen zu den Herausforderungen der kommenden Jahre. Dabei ging es vor allem um den Anspruch auf Ganztagsbetreuung: Wohin sich die Entwicklung konkret bewege, sei vielerorts noch offen. Zudem sei klar, dass Schule künftig anders gedacht werden müsse als vor Jahrzehnten. Offene Formen des Lernens und Arbeiten in Gruppen brächten zusätzlichen Raumbedarf mit sich, etwa für Gruppenräume und Bereiche abseits des klassischen Klassenzimmers. Gleichzeitig, so Schell, kämen Kinder heute sehr unterschiedlich gefördert in die Schule. Ziel müsse sein, allen einen guten Start zu ermöglichen. Als bewährte Unterstützung wurde die Jugendsozialarbeit genannt, die sich an der Schule als wertvoll erwiesen habe.
Mit Blick auf die Gebäude wurde deutlich: Für eine zweizügige Grundschule mit rund 200 Kindern sind die Räume grundsätzlich ausreichend – den sanierungsbedürftige B-Bau nicht mit eingerechnet, wenn Räume nicht zusätzlich durch Hort- oder Vereinsnutzung belegt werden. Aktuell sind aufgrund der kommenden Baustelle im A-Bau, wo Hortplätze entstehen, einige Räume in der Schule zum Beispiel vom Hort, aber auch von Vereinen belegt. Eine Doppelnutzung von Klassenräumen am Nachmittag sah Schell skeptisch, unter anderem wegen der unterschiedlichen Ausstattung und des Materials in den Räumen.
Der Langbau entlang des Pausenhofs ist sanierungsbedürftig.
Bebauungspläne aufgehoben
Ein anderer Tagesordnungspunkt dauerte nur wenige Minuten, dahinter steckt aber viel: Entbürokratisierung und Vereinfachung – für die Bürgerinnen und Bürger und auch die Verwaltung. Denn der Markt Zapfendorf hob insgesamt 18 Bebauungspläne auf – allesamt ältere, die vor dem Jahr 2000 in Kraft getreten waren. Betroffen sind folgende Bebauungspläne: Lauf: Hellerwiese, Sommerleite I, Sommerleite II, Sommerleite III; Oberleiterbach: Süd; Reuthlos: Nord; Unterleiterbach: Hirtengarten I, Hirtengarten II, Hofäcker, Hofäcker (Erweiterung), Perla; Zapfendorf: Fährweg, Kirchschlettener Straße I, Kirchschlettener Straße II, Nord I, Ost I, Ost II, Ost III. Zunächst würdigte der Gemeinderat die eingegangenen Stellungnahmen. Aus der Bürgerschaft ging eine private Stellungnahme ein – bezogen auf „Zapfendorf – Nord I“. Darin wurde unter anderem argumentiert, es gebe noch unbebaute Parzellen, die Begründung der Aufhebung sei nicht schlüssig und die Aufhebung könne zu größeren Baukörpern führen. Außerdem wurden Fragen zur Sicherung von Schutzzonen entlang von Freileitungen aufgeworfen.
In der Beschlussvorlage wurde dem entgegengehalten, dass die Aufhebung nicht allein mit Nachverdichtung begründet werde, sondern auch mit Punkten wie Flächensparen, Anpassung der Regelungstiefe, Berücksichtigung von Ausnahmen/Befreiungen sowie dem Abbau von Vorschriften. Zudem müssten sich künftige Vorhaben weiterhin nach Art und Maß in die Umgebung einfügen, die Gemeinde bleibe über das gemeindliche Einvernehmen beteiligt. Von den Trägern öffentlicher Belange wurden keine Einwände vorgebracht. Der Gemeinderat folgte den Beschlussvorschlägen einstimmig und verabschiedete auch die zugehörige Satzung. Gemeinderätin Mona Bahr (ZuZ) regte an, dass sich, wie bereits schon besprochen, der Gemeinderat Gedanken über eine Gestaltungssatzung machen sollte, um hierüber diverse Bereiche steuern zu können. Die Verwaltung solle hier Vorschläge ausarbeiten.
Ehemalige Pizzeria steht schon länger leer
Länger dauerte die Diskussion über einen Antrag der Fraktion Zukunft Zapfendorf (ZuZ), die beantragt hatte, öffentlich über die weitere Verwendung des Anwesens Hauptstraße 4 zu beraten und zu klären, ob Maßnahmen zur Sicherung der Bausubstanz notwendig sind. Dort war bis 2024 die Pizzeria Europa beheimatet, die Gemeinde hat das Anwesen erworben. Zudem solle der Marktgemeinderat – und auch die Öffentlichkeit – darüber informiert werden, welche konkreten Schritte seit dem 18. Juli 2024 unternommen wurden, um Fördermöglichkeiten für eine künftige Nutzung zu prüfen.
In der Debatte machte Andreas Hofmann (ZuZ) deutlich, worum es seiner Fraktion geht: Das Gremium solle die verbleibenden Monate bis zur Konstituierung eines neuen Gemeinderates nutzen und die Entwicklung aktiv vorantreiben. Das Gebäude sei für Zapfendorf ein wichtiges Thema. Die zentrale Frage: Muss der Markt als Eigentümer kurzfristig handeln, bevor Schäden entstehen, die später nur mit großem Aufwand zu beheben sind? Hofmann verband das mit dem Appell, nach dem Kauf nun Tempo aufzunehmen, damit es nicht zu jahrelangem Stillstand kommt.
Beim Apfelmarkt 2026 war wieder Leben vor dem Gebäude (grünes Haus rechts) der ehemaligen Pizzeria. Wie geht es hier weiter?
Bürgermeister Senger nannte einige Eckdaten. Der Marktgemeinderat hatte dem Kauf im Juli 2024 zugestimmt, der Grundbucheintrag erfolgte im Oktober 2024. Der Bauhof entfernte anschließend Bewuchs an Mauerwänden. Wasser- und Heizsystem seien von den Voreigentümern außer Betrieb gesetzt worden. Als denkbare Nutzungen wurden unter anderem ein Umbau für Vereinszwecke oder Wohnungsbau genannt. Entscheidend sei, für ein solches Großprojekt Fördergelder zu akquirieren. Für Wohnungsbau erwähnte Senger Förderquoten von bis zu 60 Prozent. Beim Städtebau müsste zunächst ein Wettbewerb (Förderung 90 bis 100 Prozent) durchgeführt werden, auch das städtebauliche Entwicklungskonzept aus dem Jahr 2014 müsste wohl aktualisiert werden.
Mehrere Gemeinderäte waren der Meinung, zunächst müsse sich das Gremium klar werden, in welche Richtung es gehen soll. Dazu wurde auch angeregt, das Thema in einem größeren Zusammenhang zu betrachten, etwa zusammen mit Überlegungen zur städtebaulichen Entwicklung der Haupt- und Bamberger Straße. Einigkeit bestand am Ende vor allem darin, dass Fachleute eingebunden werden sollten. Nun sollen zunächst die Fraktionen Ideen bündeln, um sie dann wieder ins Gremium zu tragen.
Kommunaler Wohnungsbau: Soll die Gemeinde hier einsteigen?
Auch der kommunale Wohnungsbau hatte auf Antrag der ZuZ Einzug in die Sitzung gefunden. Ziel des Antrags war eine öffentliche Bestandsaufnahme, wie der Markt beim Aufbau von Wohnraum – etwa über ein Kommunalunternehmen – vorankommen könnte, und welche Schritte nötig wären, um an Förderprogrammen von Bund und Freistaat teilnehmen zu können. Senger verwies darauf, dass bereits 2025 um Rückmeldungen gebeten worden sei, ob in neuen Baugebieten größere Grundstücke beispielsweise an einen Bauträger vergeben werden könnten – eine Resonanz habe es damals nicht gegeben. Gleichzeitig wurde die personelle Leistungsfähigkeit der Verwaltung zur Führung eines eigenen Kommunalunternehmens kritisch gesehen, zusätzliches Personal wäre nötig.
Gemeinderat Andreas Hofmann verwies darauf, dass CSU und ZuZ sich im vergangenen Jahr in der Sitzung eigentlich einig gewesen seien, das Thema selbst anzugehen – und nicht über Veräußerung von Grundstücken den Wohnungsbau zu forcieren. In der weiteren Diskussion kam als pragmatischer Ansatz ins Spiel, sich Angebote und Modelle von Planern und Bauträgern vorstellen zu lassen – oder bestehende Strukturen zu nutzen, etwa Genossenschaften. „Auch die Joseph-Stiftung hat bereits in Zapfendorf gebaut“, so Dagmar Raab (SPD). Als Ergebnis nahm die Verwaltung den Auftrag mit, das Thema für eine Folgesitzung vorzubereiten.


