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Volker Dittrich: Heimat erleben, entwickeln und vorwärtsbringen

Vor viereinhalb Jahren wurde Volker Dittrich zum Bürgermeister gewählt. Nun tritt er erneut an [1], diesmal für die CSU. Warum seiner Meinung nach Stabilität für Zapfendorf äußerst wichtig ist, wie es um die Projekte der Zukunft steht und was in seiner bisherigen Amtszeit auf den Weg gebracht und abgeschlossen wurde, erläutert er im Interview mit Nachrichten am Ort.

Zapfendorf wurde in den vergangenen Jahren arg gebeutelt, kam bundesweit in die Schlagzeilen – und bekam recht schnell erneut einen neuen Bürgermeister. Wenn Sie jetzt zurückschauen: Liegen hinter Zapfendorf trotzdem erfolgreiche Jahre? Was hat Sie bewogen, sich am 15. März erneut zur Wahl zu stellen?

Das Amt des ersten Bürgermeisters ist für mich nicht nur zum Beruf, sondern zur Berufung geworden! Die Vielschichtigkeit, von der Geburt bis zum Tod und die gestalterischen Möglichkeiten machen das Amt des Bürgermeisters einmalig und es gibt nichts Besseres als seinen eigenen Lebensraum, der meine Heimat ist, zu empfinden, zu genießen und ihn mit den Bürgerinnen und Bürgern zu erleben, zu teilen, zu entwickeln und vorwärtszubringen.

Im Jahr 2015 traten Sie für die „Alternative für Zapfendorf“ an, nun für die CSU. Warum dieser Wechsel?

In Abstimmung mit meiner alten Liste und mit dem bereits im letzten Wahlkampf sich abzeichnenden Eintritt in die CSU bin ich am 29. November 2019 als Bürgermeisterkandidat der CSU nominiert worden. Die sehr gute Zusammenarbeit mit der CSU-Fraktion im Gemeinderat und die politische Ausrichtung auf Orts- und Landesebene bestärkten mich in meinem Handeln und meiner Entscheidung.

Was sind die Herausforderungen in nächster Zeit für Zapfendorf?

Einige. Daher zähle ich die wichtigsten Themen stichpunktartig auf …

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken und Schwächen der Gemeinde?

Zapfendorf hat eine hervorragende verkehrstechnische Anbindung und eine ideale Lage im Maintal zwischen Bamberg und Lichtenfels. Wir können beste Infrastruktur bieten, mit unseren Kindergärten, dem Waldkindergarten, der Grund- und Mittelschule, der medizinischen Versorgung, dem Pflegeheim und der Grundversorgung durch die angesiedelten Gewerbe und haben zudem starke Handwerks-, Industrie- und Landwirtschaftliche Betriebe sowie eine Vielzahl von aktiven Vereinen, Stammtischen und Institutionen, die die Kultur in unserem Markt entsprechend beleben.

Zu den Schwächen zählt die mangelnde Anzahl an Bauflächen und Gewerbeflächen, die aber aktiv in der Planung sind und geringe Ausdehnungsmöglichkeiten beengt durch den Main, die ICE-Strecke und die Autobahn. 

Volker Dittrich

Was wären, sollten Sie die Wahl gewinnen, Ihre „Herzensprojekte“ der Zukunft?

Hier möchte ich vier Themenblöcke nennen: Den Bau eines Gesundheitszentrums mit Bürgerhaus für eine neue Mitte von Zapfendorf, den Bau eines Feuerwehrgerätehauses und eines Bauhofes, den Erhalt des Freibads Aquarena in Kooperation mit weiteren Kommunen und hierfür das Akquirieren hoher Fördermitteln und Zuschüsse von der Regierung sowie den Ausbau der Westtangente das Umsetzen des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes.

Wenn wir ins Archiv von Nachrichten am Ort schauen, finden wir zwei Themen, die in den zurückliegenden Jahren dominieren: Den Bahnausbau und das Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEK). Ist Ihrer Meinung nach der Bahnausbau gelungen? Und befindet sich Zapfendorf in Sachen Entwicklung des Ortskerns auf einem guten Weg?

Den Bahnausbau konnten wir erfolgreich abschließen. Wir haben jetzt barrierefreie Zugänge, einen Lärmschutz in ganz Zapfendorf, drei fußläufige Querungen, ein Brückenbauwerk, eine Unterführung, die Hochwasserfreilegung für das Sportgelände, die Westtangente als zukünftige Umgehung, die Sanierung des ehemaligen Gewerbegebiets, hinzu kamen Straßen und Wegebau. Noch offen ist die Übernahme der Westtangente und deren Ausbau.

Zum Thema Ortskernentwicklung: Die ersten Schritte sind getan, das Kunstrasenfeld ist im Bau, das Anwesen Schober wird gerade abgerissen und das Gesundheitszentrum wird aktiv bearbeitet. Der Bahnhofsvorplatz wird durch eine Mobilstation umgebaut und aufgewertet. Offen ist die dringend benötigte Entwicklung der Hauptstraße in Abhängigkeit mit dem Ausbau der Westtangente.

Schon seit vielen Jahren wird über die Westtangente diskutiert – eine Umgehungsstraße, die den Verkehr der bisherigen Ortsdurchfahrt zu großen Teilen aufnehmen soll. Das würde aber auch bedeuten, dass weniger Durchgangsverkehr herrscht und möglicherweise weniger Kunden die Geschäfte im Ort aufsuchen. Was meinen Sie dazu?

Durch den Ausbau der Westtangente wird und soll der Durchgangsverkehr, insbesondere der Schwerlastverkehr, aus Zapfendorf herausgenommen werden. Einen Einnahmeverlust für die Geschäfte sehe ich dadurch nicht.

Zapfendorf muss aktuell neue Herausforderungen meistern, beispielsweise die notwendige Erweiterung der Kindertagesstätten aufgrund steigender Geburtenzahlen und mehr Anmeldungen bei den Kleinkindern in den Kinderkrippen. Einige Projekte scheinen dadurch aber ins Stocken geraten zu sein: Das Medizinische Versorgungszentrum existiert weiterhin nicht, das Areal Hofmann, wo es entstehen sollte, liegt brach. Das Schwimmbad bleibt ein Verlustgeschäft, einen Schönheitswettbewerb könnte Zapfendorf für den Bereich Bamberger Straße und Hauptstraße ebenso nicht gewinnen. Was muss passieren?

Zum Gesundheitszentrum: Das restliche Hofmann-Gelände wurde erst 2018/2019 gekauft, ausgehend von den bereits durchgeführten Planungen müssen jetzt aktiv Ankermieter für das Gesundheitszentrum gefunden werden, damit der vorhandene Investor in die Planung einsteigen kann.

Die beiden Kindergärten werden neu gebaut, im Waldkindergarten sind ebenfalls noch Plätze frei. Damit ist aktuell ausreichend Platz für unsere Kinder vorhanden, mögliche zusätzliche Räumlichkeiten könnten im A-Bau der Schule zu Verfügung gestellt werden. Parallel zu den neuen Baugebieten ist aber mit Zuzug von Familien zu rechnen, ausgehend davon sind bereits wieder neue Abstimmungen nötig, um ausreichend Kindergartenplätze sicherzustellen.

Beim Aquarena setze ich mich für den Erhalt ein – und damit auch für die Schwimmausbildung unserer Kinder und für die Naherholung als Familienschwimmbad mit hervorragendem Freizeitwert. Voran steht die Kooperation mit anderen Kommunen, um die Personalkosten zu entschärfen. Wir müssen die Regierung und deren Vertreter immer wieder darauf hinweisen, dass hohe Fördersummen und weitere finanzielle Unterstützung dringend zum Erhalt nötig sind.

Neben Ihnen stellen sich noch weitere Kandidaten zur Wahl. Ganz konkret: Warum sollten die Bürger Ihnen ihre Stimme geben?

Im Markt Zapfendorf ist der Neustart bereits im Jahr 2015 mit mir als Bürgermeister erfolgt, es bedarf dringend Kontinuität, Beständigkeit, Sicherheit mit entsprechender Vernetzung, damit alle bereits begonnenen Projekte termingerecht und finanziell abgesichert durchgeführt werden können.

Mit der erfolgreichen Begleitung der ICE-Baustelle und den durchgeführten beziehungsweise in der Durchführung befindlichen großen Projekten mit einer Senkung der Pro-Kopf-Verschuldung, einer stabilen Finanzlage und ohne Stellenmehrung habe ich meine Kompetenz, Leistungsfähigkeit und meinen Weitblick unter Beweis gestellt.

Der Markt Zapfendorf hat sich in den kurzen viereinhalb Jahren meiner Amtszeit, trotz alle Problemstellungen aus der Vergangenheit, hervorragend entwickelt. Denkt man in einer normalen Amtszeit von sechs Jahren, wären zusätzlich die beiden Kindergärten (ca. 4,8 Millionen Euro), das Kunstrasenfeld (1,2 Millionen Euro), die Trinkwasser- und Kanalsanierung (ca. 5 Millionen Euro), die Westtangente, die Dorferneuerung Oberleiterbach und Kirchschletten, sowie die neuen Bau- und Gewerbegebiete, also alle jetzt laufenden Projekte, sicherlich abgeschlossen. Somit konnte ich meine fast 30-jährige Berufserfahrung, davon 18 Jahre in leitender Funktion mit umfangreicher Budget- und Personalverantwortung, erfolgreich einbringen.

Eine persönliche Frage noch zum Schluss: Was gefällt Ihnen an Zapfendorf besonders? Haben Sie einen Lieblingsplatz?

Immer noch die kleine Baumgruppe auf dem Hügel hinter meinem Haus und natürlich das Freibad Aquarena, wenn ich die Zeit dazu habe.

Volker Dittrich, 55 Jahre alt, wuchs in Zapfendorf auf. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder (Sven und Lars). Nach dem Wehrdienst, einer Ausbildung und einem Studium Elektrotechnik/IT arbeitete er 13 Jahre als Angestellter, davon fünf Jahre in leitender Position in einem mittelständischen Unternehmen in Bamberg. 14 Jahre lang war er danach Abteilungsleiter in einem großen kommunalen Krankenhaus. Seit viereinhalb Jahren ist er Bürgermeister des Marktes Zapfendorf und Standesbeamter. In seiner Freizeit engagiert(e) er sich als Elternbeiratsvorsitzender im Kindergarten St. Franziskus und als Mitglied der Mittelstandsunion. Sportlich ist er ebenso aktiv, er spielt Fußball mit der Kreistagself und Volleyball in Memmelsdorf, ist SVZ-Abteilungsleiter Volleyball und Jugendtrainer.