Im Titelbild: Von links nach rechts: 1. Bundesvorsitzende Dr. Susanne Weizendörfer, Regierungspräsidentin Unterfranken Dr. Monika Schaupp, Laudatorin, Leiterin Staatsarchiv Wertheim Claudia Wieland, Preisträgerin Kulturpreis 2026, Kreisarchivarin und Kreisheimatpflegerin Main-Tauber-Kreis, Prof. Dr. Georg Seiderer, 2. Bundesvorsitzender, Universität Erlangen-Nürnberg. Foto: Johann Georg Weigler
Der Frankenbund hat seinen 96. Bundestag in Baunach abgehalten. Neben einem Vortrag über den Baunacher Künstler Max Schnös stand die Verleihung des Kulturpreises 2026 im Mittelpunkt. Auch die örtliche Frankenbund-Gruppe hatte Grund zur Freude: Sie zählt mittlerweile 81 Mitglieder und bereitet sich auf ihr 100-jähriges Bestehen im kommenden Jahr vor.
Das Bürgerhaus Lechnerbräu bot den passenden Rahmen für die Festveranstaltung, zu der am 10. Oktober zahlreiche Mitglieder des Frankenbundes aus den verschiedenen fränkischen Bezirken nach Baunach gekommen waren. Der zweite Bundesvorsitzende, Prof. Dr. Georg Seiderer, begrüßte unter anderem Bürgermeister Tobias Roppelt und Landrat Johannes Maciejonczyk, die Grußworte der Stadt und des Landkreises überbrachten. Zu den Gästen zählten auch die Baunacher Ehrenbürger und Altbürgermeister Georg Wild und Ekkehard Hojer sowie Reinhold Schweda.
Bürgermeister Tobias Roppelt verwies in seiner Ansprache auf das vielfältige Engagement des Frankenbundes in und für die Stadt Baunach. Landrat Maciejonczyk zeigte sich erfreut darüber, dass der Frankenbund seit 2021 bereits zum dritten Mal sein Jahrestreffen im Raum Bamberg abhielt.
Ein Baunacher Künstler im Mittelpunkt
Der Festvortrag von Dr. Wiesemann widmete sich einem Künstler, der aus Baunach stammt und weit über seine Heimat hinaus wirkte: Max Schnös. Der 1889 geborene Maler hatte zunächst eine fundierte lithografische Ausbildung in Bamberg erhalten und sein Können anschließend in Nürnberg, München und Dresden erweitert. Später führte ihn sein Weg nach London, wo er bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs interniert wurde.
Diese unfreiwillige Unterbrechung nutzte Schnös, um sich intensiv mit der Aquarellmalerei zu beschäftigen, die in England eine besondere Tradition hatte. Nach Kriegsende betrieb er zunächst ein eigenes Kunstatelier in Bamberg und gab Malunterricht. Später lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod 1964 in Lichtenfels. Ein umfassendes Werkverzeichnis, dessen Erstellung auch die Frankenbund-Gruppe Baunach finanziell unterstützte, ist bei der Stadt Baunach erhältlich.
Kulturpreis für Claudia Wieland
Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung des Kulturpreises 2026 des Frankenbundes an Claudia Wieland. Die Kreisarchivarin und Kreisheimatpflegerin des Main-Tauber-Kreises erhielt die Auszeichnung aus den Händen der ersten Bundesvorsitzenden, Unterfrankens Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer. Die Laudatio hielt Dr. Monika Schaupp, Leiterin des Staatsarchivs Wertheim.
Wieland ist seit 1990 als Kreisarchivarin tätig, seit 2017 zusätzlich als Kreisheimatpflegerin. 2018 übernahm sie zudem die stellvertretende Leitung des Staatsarchivs Wertheim und des Archivverbundes Main-Tauber. Ihre Arbeit reicht weit über die klassischen Aufgaben eines Archivs hinaus. So unterstützt sie zahlreiche Gemeinden bei der Archivpflege, veröffentlicht regionalgeschichtliche Forschungsarbeiten und engagiert sich besonders für die Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichen Historikern und ehrenamtlichen Heimatforschern. Eine wichtige Rolle spielt sie auch bei der Organisation der jährlichen „Tage der Heimatforschung“ im Main-Tauber-Kreis.
Mit dem Kulturpreis würdigt der Frankenbund insbesondere Wielands langjährigen Einsatz für die Erforschung, Bewahrung und Vermittlung der regionalen Geschichte sowie ihre Unterstützung von Vereinen, Gemeinden und geschichtlich interessierten Bürgern.
Auszeichnung für Reinhold Schweda
Auch für die Baunacher Gruppe gab es einen besonderen Anlass zur Freude. Reinhold Schweda, zweiter Vorsitzender des Frankenbundes Baunach, wurde von der Stadt zum Stadtheimatpfleger ernannt. Die Entscheidung hatte der Stadtrat getroffen [6].
Die musikalische Gestaltung der Festveranstaltung übernahmen die Baunacher Wirtshausmusikanten unter der Leitung von Robert Wild.
Die Frankenbund-Gruppe Baunach engagiert sich seit vielen Jahren für die Pflege der örtlichen Geschichte. Sie betreut das Heimatmuseum im Alten Rathaus sowie das Krippenmuseum im Beinhaus und veranstaltet regelmäßig kulturhistorische Vortragsabende, vorwiegend in der Zehntscheune. Darüber hinaus unterstützt sie mit eigenen Mitteln historische Projekte. Dazu gehören die Restaurierung des historischen Fastentuchs und aktuell die Restaurierung der Rechnungsbücher der Stadt Baunach aus den Jahren 1622 bis 1786.
Die Organisation des 96. Bundestages lag in den Händen der Baunacher Frankenbund-Gruppe. Deren erster Vorsitzender Georg J. Weigler konnte dabei auch eine erfreuliche Entwicklung vermelden: Fünf neue, jüngere Mitglieder sind in diesem Jahr hinzugekommen. Damit zählt die Gruppe mittlerweile 81 Mitglieder. Weigler bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Helfern, insbesondere bei den Kuchenbäckerinnen, die für ein abwechslungsreiches Frühstück gesorgt hatten.
Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für ein besonderes Jubiläum. Am 29. und 30. Mai 2027 feiert die Frankenbund-Gruppe Baunach ihr 100-jähriges Bestehen. Das genaue Festprogramm wird noch bekannt gegeben.
Weitere Fotos finden Sie in unserer Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).
[7]
[8]
[9]
[10]
[11]
[12]
[13]
[14]
[15]
[16]
[17]
