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VG Baunach: Kommt die Verkehrsüberwachung?

In der Verwaltungsgemeinschaft Baunach könnten Autofahrer vom kommenden Jahr an häufiger kontrolliert werden. Die Gemeinschaftsversammlung hat sich für einen Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz ausgesprochen. Außerdem gibt es nach dem ersten vollständigen Jahr des gemeinsamen VG-Bauhofs eine erste Bilanz.

Die Gemeinschaftsversammlung hat in ihrer Sitzung vom 21. September 2026 die Weiche gestellt, den fließenden Verkehr künftig zu überwachen. Einstimmig sprach sie sich dafür aus, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz beizutreten. Anfang 2027 soll die Verkehrsüberwachung starten. Zunächst sind aber noch die vier Mitgliedskommunen am Zug. Baunach, Reckendorf, Lauter und Gerach müssen dem Vorhaben in ihren Stadt- beziehungsweise Gemeinderatssitzungen noch zustimmen.

Der Zweckverband ist trotz seines Namens nicht mehr nur in der Oberpfalz tätig. 163 Kommunen sind ihm angeschlossen, das Gebiet reicht auch nach Niederbayern, Mittel- und Oberfranken. Ein Argument für den Beitritt war die Flexibilität. Die Kommunen können Überwachungszeiten buchen und festlegen, wo kontrolliert werden soll. Auch Prioritäten lassen sich setzen. Die möglichen Messstellen werden gemeinsam mit dem Zweckverband begangen, zudem erfolgt eine Abstimmung mit der Polizei.

Auch die Kosten waren Thema. Laufende Ausgaben allein für die Mitgliedschaft fallen nicht an. Bezahlt werden die tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen. Einnahmen aus Verwarnungen und Bußgeldern bleiben bei den Kommunen. Unterm Strich soll die Verkehrsüberwachung damit mindestens kostenneutral möglich sein, so Tobias Roppelt, Baunacher Bürgermeister und Vorsitzender der Gemeinschaftsversammlung.

Beim Bauhof zeigt sich der finanzielle Mehrwert

Deutlich weniger unmittelbar mit bekommen die Bürger von einer großen Veränderung innerhalb der VG, die nun schon seit einiger Zeit die Zusammenarbeit intensiviert. Für die vier Kommunen ist sie dennoch von Bedeutung: Die früher getrennten Bauhöfe arbeiten mittlerweile gemeinsam. Nach dem ersten vollständigen Jahr liegen nun auch Zahlen vor, die einen Vergleich mit der Zeit davor ermöglichen. Bauhofleiter Rainer Schmidt erinnerte in seiner Präsentation daran, dass der Start nicht frei von Schwierigkeiten war. Als er sich ab September 2024 in die neue Struktur einarbeitete, traf er durchaus auf Skepsis und Vorbehalte. Gleichzeitig habe es in den einzelnen Bauhöfen einen guten Zusammenhalt gegeben.

Zunächst galt es, sich einen Überblick zu verschaffen. Dabei zeigte sich beispielsweise, dass Vorgaben zu Arbeitszeiten nicht immer eingehalten werden konnten. Dokumentationen mussten verbessert, Schulungen und Unterweisungen nachgeholt werden. Auch beim Arbeitsschutz gab es Handlungsbedarf. Vieles davon wurde inzwischen angegangen. Arbeitszeiten werden digital erfasst, ebenso Urlaub oder Freizeitausgleich. Das eingesetzte Programm dokumentiert zudem genauer, welche Tätigkeiten erledigt, welche Maschinen eingesetzt und welche Materialien verbraucht werden. Betriebsleiter, Vorarbeiter und Bauamtsleiter treffen sich regelmäßig zur Abstimmung. Die Bauhöfe Reckendorf und Gerach wurden am Standort Reckendorf zusammengeführt, drei vakante Stellen konnten wiederbesetzt werden.

Doch lohnt sich der Aufwand auch finanziell? Darauf gibt es inzwischen zumindest eine erste Antwort. Die Abrechnungen für 2025 liegen vor und können mit 2024 verglichen werden, als die Bauhöfe noch einzeln organisiert waren. Nach der in der Sitzung vorgestellten Bilanz zeigen sich deutliche Einsparungen. Gleichzeitig sieht die VG Vorteile bei der Qualität der Arbeit.

Der Grundgedanke ist recht einfach: Was früher viermal getrennt organisiert wurde, soll heute möglichst einmal für alle erledigt werden. Das betrifft etwa Beschaffungen. Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe und verschiedene Materialien werden gemeinsam eingekauft. Auch Termine für Schulungen und Prüfungen lassen sich bündeln. So fällt beispielsweise nur noch eine Anfahrtspauschale an, zudem sind bessere Gesamtpreise möglich. Ähnlich sieht es beim Fuhrpark aus. Vorhandene Fahrzeuge und Maschinen wurden daraufhin überprüft, ob sie noch benötigt werden. Doppelte oder veraltete Geräte können verkauft werden, Ersatzbeschaffungen sollen dagegen so gewählt werden, dass sie möglichst vielseitig eingesetzt werden können. Auch standortübergreifend soll künftig noch stärker zusammengearbeitet werden.

Ein Thema ist inzwischen außerdem der eigene Nachwuchs. Der VG-Bauhof ist auf dem Weg zum Ausbildungsbetrieb, im September begann die Ausbildung im Bereich Garten- und Landschaftsbau. Für eine frei gewordene Stelle im Herbst gingen nach Angaben aus der Präsentation 30 Bewerbungen ein – für die Verantwortlichen ein positives Signal.

Schulumbau liegt weiter im Zeit- und Kostenplan

Noch bevor die Gemeinschaftsversammlung im Rathaus zusammenkam, stand ein anderer Termin auf dem Programm. Die Mitglieder der VG-Gremien konnten sich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten an der Verbandsschule machen.

Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts läuft mittlerweile der zweite. Und dort gibt es derzeit offenbar keine bösen Überraschungen: Die Arbeiten liegen nach Angaben in der Sitzung sowohl zeitlich als auch bei den Kosten im vorgesehenen Rahmen. Zuletzt habe man außerdem gute Ergebnisse bei den Ausschreibungen erzielt. Im Anschluss an die Besichtigung gab es ein Testessen in der neuen Schulmensa.

Aktuelle Fotos von der Schulbaustelle finden Sie in unserer Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen). Fotos: Tobias Roppelt

Höhere Eintrittspreise im Hallenbad

Ab Januar müssen Erwachsene für einen Besuch des Baunacher Hallenbads mehr bezahlen. Die Gemeinschaftsversammlung beschloss einstimmig eine Änderung der Gebührensatzung. Die letzte stammt aus dem Jahr 2023. Auch mit den neuen Preisen wird das Hallenbad allerdings nicht kostendeckend betrieben. Gleichzeitig wollte die VG vermeiden, Familien sowie Kinder und Jugendliche stärker zu belasten.

Für Erwachsene kostet der Eintritt für 90 Minuten ab Januar vier Euro (bisher drei Euro), die Zehnerkarte 35 Euro (bisher 27 Euro). Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren zahlen weiterhin 2,50 Euro, unter sechs Jahren bleibt der Eintritt in Begleitung einer erwachsenen Aufsichtsperson frei. Eine Familientageskarte kostet künftig acht Euro (bisher sieben Euro), die Zehnerfamilienkarte 75 Euro (bisher 65 Euro). Geändert werden auch einige Gebühren für Gruppen und Kurse. Die neue Satzung gilt ab 1. Januar 2027.

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Weiteres aus dem Kurzbericht des Gemeinschaftsvorsitzenden

Einige Neuigkeiten hatte Tobias Roppelt zu Beginn der Sitzung zusammengetragen. So präsentieren sich die VG und ihre vier Mitgliedsgemeinden seit Ende August mit neuen Internetauftritten. Der Wechsel war ohnehin nötig geworden, weil der Support für die bisherigen Seiten zum Jahresende ausläuft. Dabei wurden unter anderem Onlinedienste und Formulare, Ansprechpartner, Veranstaltungskalender und die digitale Mängelmeldung neu gebündelt.

Geld gibt es erstmals aus dem Einwegkunststofffonds. Hersteller von Einwegprodukten zahlen dort ein, Kommunen können im Gegenzug für bestimmte Reinigungsleistungen Mittel erhalten. Die Verwaltung hatte dafür die Leistungen in den vier VG-Kommunen erfasst und gemeldet. Für 2024 kommen auf diese Weise insgesamt rund 19.000 Euro nach Baunach, Reckendorf, Lauter und Gerach.

Wer mit einer leeren Trinkflasche ins Baunacher Rathaus kommt, kann diese dort inzwischen kostenlos auffüllen. Seit August ist das Gebäude als Refill-Station registriert. Und noch eine Auszeichnung gab es: Bereits im Mai erhielt die Verwaltungsgemeinschaft das Siegel „kommunale IT-Sicherheit“ des Landesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Dafür mussten nach Angaben der Verwaltung insgesamt 138 technische und organisatorische Punkte bearbeitet werden.