Im Titelbild: Die Fahnenabordnungen zogen nach dem Festumzug ins Festzelt ein.
Eigentlich hätte die Freiwillige Feuerwehr Lauf bereits im Jahr 2021 ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert. Doch wie so viele Veranstaltungen fiel auch dieses Jubiläum der Corona-Pandemie zum Opfer. Fünf Jahre später wurde das Versäumte nun nachgeholt.
Drei Tage lang feierte die Wehr auf der Hellerwiese ihr inzwischen 130-jähriges Bestehen mit Musik, Festbetrieb, Gottesdienst, Ehrungen und einem großen Festzug durch den Ort. Der Auftakt des Festwochenendes erfolgte am Freitagabend mit einem Auftritt der „Almrocker“. Am Samstag standen die „Pünzentaler Musikanten“ auf der Bühne. Zusätzlich wurde ein Gaudi-Jugendleistungsmarsch veranstaltet. Dabei stand weniger der Wettbewerbsgedanke als vielmehr der gemeinsame Spaß im Mittelpunkt. 74 Gruppen mit insgesamt rund 296 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gingen an den Start.
Schirmherr des Jubiläums war Landrat Johannes Maciejonczyk, der der Feuerwehr Lauf, der Kreisbrandinspektion und allen Helferinnen und Helfern für die Organisation dankte. Er habe die Aufgabe als Schirmherr sehr gern übernommen.
Großer Festumzug durch den Ort
Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst, ehe beim Festkommers langjährige Aktive geehrt wurden. Anschließend sorgte die Laufer Blasmusik beim Weißwurstfrühschoppen für die musikalische Umrahmung, bevor am Nachmittag ein großer Festzug durch den Ort zog. Zahlreiche Feuerwehren und Vereine beteiligten sich daran und machten deutlich, welchen Stellenwert das Ehrenamt in der Region weiterhin besitzt.
Bürgermeister Andreas Hofmann zeigte sich beeindruckt vom Verlauf des Wochenendes. „Heute aber, liebe Feuerwehr Lauf, habt ihr alles in den Schatten gestellt. Es war einfach alles perfekt“, schrieb er anschließend in den sozialen Netzwerken. Besonders hob er den „wunderschön gestalteten Festgottesdienst“, den „würdigen und kurzweiligen Festkommers“ sowie den „prächtigen Festzug“ hervor. Sein Dank galt zugleich allen Geehrten „für ihren Einsatz, ihr Engagement und die Treue zur Feuerwehr“.
Bei strahlendem Sonnenschein startete der Umzug auf Höhe des Laufer Friedhofs.
Das Jubiläum bot aber nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch Gelegenheit für einen Blick zurück in die Geschichte der Wehr. Die Freiwillige Feuerwehr Lauf wurde im Jahr 1896 gegründet – in einer Zeit, in der es noch keine motorisierten Löschfahrzeuge, Funktechnik oder Atemschutzgeräte gab. Damals bestand die Ausrüstung vor allem aus handbetriebenen Spritzen und einfachen Gerätschaften. Wie in vielen Dörfern war die Brandbekämpfung zunächst reine Handarbeit, getragen von Bürgern, die sich freiwillig zusammenschlossen, um Menschen und Höfe vor verheerenden Feuern zu schützen.
In den ersten Jahrzehnten war die Feuerwehr eng mit dem dörflichen Leben verbunden. Übungen, Anschaffungen und Einsätze prägten den Alltag der Wehr. Immer wieder musste improvisiert werden, denn die technische Entwicklung schritt nur langsam voran. Trotzdem entwickelte sich die Feuerwehr stetig weiter. Neue Pumpen, bessere Ausrüstung und später auch motorisierte Fahrzeuge veränderten die Möglichkeiten der Brandbekämpfung grundlegend.
Die Ehrengäste standen Spalier für die vielen Feuerwehren und anderen Vereine auf ihrem Weg ins Festzelt.
Die Feuerwehr hat mehr zu tun als Brände löschen
Mit der Zeit wurde nicht nur die Technik besser, sondern auch die Bedeutung der Feuerwehr als gesellschaftlicher Mittelpunkt im Ort nahm zu. Neben Einsätzen und Übungen prägten Feste, Veranstaltungen und gemeinschaftliche Aktionen das Vereinsleben. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine Phase des Modernisierens und Ausbauens. Nachwuchsarbeit, Ausbildung und technische Standards gewannen zunehmend an Bedeutung.
Zu den Einsätzen, die lange in Erinnerung bleiben, zählt bis heute der Großbrand der Holzwerke in Zapfendorf Anfang der 1990er Jahre. Nachdem Laufer Feuerwehrleute in der Nacht starken Rauch aus den Werkshallen bemerkt hatten, wurde umgehend Alarm ausgelöst. Innerhalb kurzer Zeit rückten zahlreiche Einsatzkräfte aus, um die Flammen zu bekämpfen. Der Einsatz entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Belastungsprobe. Über viele Stunden hinweg kämpften die Feuerwehrleute gegen das Feuer, zwischenzeitlich mussten sich einzelne Kräfte kurzzeitig erholen, ehe sie erneut an die Einsatzstelle zurückkehrten. Auch in den darauffolgenden Stunden und Nächten war die Wehr immer wieder bei Löscharbeiten und der Brandwache gefordert. Insgesamt war die Feuerwehr Lauf bei dem Großbrand mit 27 Einsatzkräften rund zwei Tage lang im Einsatz und leistete dabei mehr als 300 Einsatzstunden.
Heute steht die Freiwillige Feuerwehr Lauf für weit mehr als klassischen Brandschutz. Die Aufgaben reichen inzwischen von technischen Hilfeleistungen über Verkehrsabsicherungen bis hin zu Einsätzen bei Unwettern oder medizinischen Notfällen. Gleichzeitig bleibt die Feuerwehr einer der wichtigsten Träger des Ehrenamts im Dorf.
Das Jubiläumswochenende machte genau das sichtbar: Die Feuerwehr Lauf blickt auf 130 Jahre Geschichte zurück – und steht dennoch mitten im modernen Leben der Gemeinde. Dass die Feierlichkeiten nach der pandemiebedingten Verschiebung nun doch noch stattfinden konnten, verlieh dem Wochenende zusätzlich eine besondere Bedeutung.
Viele Fotos vom Festumzug finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).
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