Noch ist die Baunacher Mehrzweckhalle eine Baustelle. Doch im Stadtrat ging es nun bereits um die Frage, wie sie später genutzt werden soll – und zu welchen Bedingungen. Die Verwaltung hatte dazu Entwürfe für eine Benutzungssatzung, allgemeine Nutzungsbedingungen und eine Gebührensatzung vorbereitet.
Bürgermeister Tobias Roppelt berichtete zunächst vom aktuellen Stand der Bauarbeiten. Der Rohbau sei abgeschlossen, die Abnahme erfolgt. Nun begännen die Stahlbauarbeiten. „Heute in einem Jahr sollten wir sehr weit sein“, sagte Roppelt. Im Sommer 2027 könnte die Halle fertig werden. Damit rückt auch die Frage näher, wer die neue Halle wann nutzen darf, wie die Belegung organisiert wird und welche Gebühren dafür anfallen.
Die Mehrzweckhalle ist eines der größten Projekte der Stadt. Mit dem offiziellen Spatenstich startete der Bau im Oktober 2025. [6] Nach jahrelangen Diskussionen soll mit ihr ein Ort für Sport, Schule, Vereine, Kultur und gesellschaftliche Veranstaltungen entstehen. Die Stadt investiert rund elf Millionen Euro, durch die Kooperation mit dem 1. FC Baunach fließen Fördermittel über den Bayerischen Landessportverband in das Projekt. Gerade diese Zusammenarbeit spielt nun auch bei den Nutzungsregeln eine Rolle.
Roppelt machte deutlich, dass die Stadt sich bei der Vorbereitung an den Satzungen anderer Kommunen, die ebenfalls Hallen ihr Eigen nennen, orientiert habe. Der Überblick habe gezeigt, dass sich Nutzungsbedingungen und Gebührenmodelle teils stark unterscheiden. Die nun vorgelegten Entwürfe seien daher ausdrücklich als Diskussionsgrundlage zu verstehen.
Die Messingschlager-Arena soll 2027 eröffnen. Bild: Stadt Baunach
Insbesondere örtliche Vereine und die Schule werden profitieren
Vorgesehen sind drei Nutzergruppen. Zur ersten Gruppe sollen ortsansässige Vereine, Verbände und Institutionen sowie die Grund- und Mittelschule Baunach gehören. Die zweite Gruppe umfasst auswärtige Vereine, lokale Gewerbebetriebe sowie auswärtige Schulen. In die dritte Gruppe fallen alle sonstigen privaten oder kommerziellen Nutzer. Eine Sonderrolle nimmt der 1. FC Baunach ein. Mit dem Verein wurde eine gesonderte Vereinbarung geschlossen, da er für eine Hälfte der Halle mitbezahlt und dafür auch Fördergelder eingeworben wurden. Diese Vereinbarung gilt für 25 Jahre. Roppelt betonte zugleich, dass die Halle keine Halle des 1. FC Baunach sei, sondern eine Halle der Stadt. Jeder solle Kapazitäten bekommen. Die besondere Regelung sei aber aufgrund der BLSV-Förderung notwendig.
Grundsätzlich wird die Halle zunächst für die örtlichen Vereine und die Schule zur Verfügung stehen. Danach sollen auch auswärtige Vereine und Schulen Zeiten buchen können. Ziel sei dabei, Einnahmen für die Stadt zu erzielen. Diskutiert wurde, ob dafür ein digitales Buchungssystem sinnvoll wäre. Als Vorteil wurde eine mögliche Entlastung der Verwaltung genannt und auch ein Überblick für Interessenten, welche Termine frei sind. Roppelt sah den Aufwand allerdings als überschaubar an, weil sich die Belegungen nach einiger Zeit einspielen dürften.
Auch die Nutzung der Außenflächen kam zur Sprache. Michael Eichler (CBB) fragte, wie es etwa mit einer Messe auf dem Parkplatz aussehe. Roppelt verwies darauf, dass auch diese Außenflächen städtische Flächen seien – vergleichbar mit anderen Flächen wie dem Marktplatz. Eichler fragte außerdem nach der maximalen Nutzerzahl. Bei vollständiger Bestuhlung seien 800 Personen möglich, so Roppelt. Dies werde jeweils in den Verträgen mit den Nutzern klar geregelt.
Im Oktober startete die Baustelle an der Halle. Mittlerweile steht der Kubus.
Gebühren: Blick in die Glaskugel?
Luigi De Vita (CBB) regte an, das Foyer analog zum Multifunktionsraum bei den Gebühren als eigenen Raum aufzuführen. Es könne sich etwa für Vorträge eignen und sollte daher nicht nur als Nebenfläche betrachtet werden. Auch bei den Sportveranstaltungen soll der Entwurf noch ergänzt werden: Vorgeschlagen wurde, auch hier, wie bei Kulturveranstaltungen, einen Passus mit einem maximalen Tagessatz aufzunehmen. Zudem sollen private Veranstaltungen als eigene Nutzungsart ausdrücklich berücksichtigt werden.
Ein wichtiger Punkt war die Höhe der Gebühren. Für den Sportbetrieb sieht der Entwurf für ortsansässige Nutzer zehn Euro pro Stunde und Hallenhälfte vor. Auswärtige gemeinnützige Vereine oder lokale Gewerbebetriebe würden 15 Euro zahlen, sonstige private oder kommerzielle Nutzer 25 Euro. Für Sportveranstaltungen mit Verkauf oder Eintritt wären höhere Beträge vorgesehen. Kulturveranstaltungen werden nach Nutzung der ganzen Halle abgerechnet, teils mit Höchstbeträgen pro Tag oder Veranstaltung. Für Großveranstaltungen kann eine Kaution von bis zu 1.000 Euro festgesetzt werden.
Roppelt verwies darauf, dass ortsansässige Vereine in der Schulturnhalle bisher acht Euro pro Stunde zahlten. Dieser Betrag solle angepasst werden. Auch für die anderen Hallen in der Verwaltungsgemeinschaft Baunach solle es entsprechende Anpassungen geben, damit keine Konkurrenzsituationen entstehen.
Dominik Czepluch (CBB) hinterfragte die Grundlage der vorgeschlagenen Gebühren. Der ökonomische Hintergrund der Kalkulation erschließe sich ihm nicht. Dem Gremium sollte daher eine Kalkulation vorgelegt werden. Zugleich machte er deutlich, dass die Halle nicht kostendeckend betrieben werden könne. Auf die Stadt komme ein erheblicher finanzieller Aufwand zu. Das könne am Ende auch bedeuten, dass andere Förderungen der Stadt reduziert werden müssten. Roppelt entgegnete, die vorliegenden Gebühren seien ein erster Aufschlag. Anpassungen nach einiger Zeit würden voraussichtlich notwendig. Zugleich stehe Baunach mit der Halle auch im Wettbewerb mit anderen Veranstaltungsorten. Markus Stöckl (CSU) sprach bezüglich der Gebühren von einem Blick in die Glaskugel. Es könne nötig werden, die Gebühren jährlich zu überprüfen. Deutlich wurde in der Sitzung: Die Satzungen sollen einen ersten Rahmen schaffen, zugleich aber Spielraum lassen, falls sich die tatsächliche Nutzung anders entwickelt als erwartet. Änderungen durch den Stadtrat sind jederzeit möglich.
Beschlossen wurde in der Sitzung vom 9. Juni 2026 somit noch nichts. Vielmehr sollte das Gremium frühzeitig darüber beraten, welche Regeln für die Halle gelten sollen, wenn sie voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Betrieb geht. Ein Beschluss der Satzungen ist für die kommenden Monate vorgesehen.
Kurzbericht des Bürgermeisters
Neben der Mehrzweckhalle informierte Roppelt im Kurzbericht des Bürgermeisters über weitere Themen. Am 24. Juni wird der neue Boule-Platz am Stadtgraben eröffnet. Möglich wurde er durch Fördergelder der Baunach-Allianz und Materialspenden der Firma Schorr. Außerdem fand das erste Baunacher Bürgeressen [9] statt. Mehr als 40 Anmeldungen gab es dafür, ein weiterer Termin ist für den 7. Juli vorgesehen. Zudem schreitet die Restaurierung einer historischen Rechnungsserie aus dem Stadtarchiv [10] gut voran.
Unter „Sonstiges“ brachte Czepluch noch das Jugendheim zur Sprache. Es sollte aus seiner Sicht in die Benutzungssatzungen der Stadt aufgenommen werden, damit dort keine politischen Veranstaltungen möglich seien. Roppelt erklärte, das Jugendheim sei bewusst nicht aufgeführt, weil es eben ein Jugendheim sei und für andere Zwecke nicht zur Verfügung stehe.

