Mehrzweckhalle: Mehrkosten und Umplanungen

Vor bald einem Jahr wurden die ersten Pläne für die Mehrzweckhalle in Baunach präsentiert. Nun wurde die Planung in Details überarbeitet. Und deutlich wird, dass dieses Projekt die Stadt für einige Jahre binden wird, denn die geschätzten Baukosten steigen deutlich.

Viele Gespräche zwischen der Stadt und den Planern waren nötig, um die Planungen für die Mehrzweckhalle zu konkretisieren. Dass sie kommen soll, hatte der vor der Kommunalwahl 2020 amtierende „alte“ Stadtrat beschlossen, im Februar 2021 wurden dann verschiedene Gestaltungsvarianten vorgestellt, für eine entschied sich der Stadtrat dann ebenso einstimmig. Im Rahmen der Weiterentwicklung galt es insbesondere, so Bürgermeister Tobias Roppelt, die Kosten zu optimieren, Anwohnerinteressen zu berücksichtigen und Wünsche aus dem Stadtrat aufzunehmen. Peter Martin vom Architekturbüro Stark hatte die Details mitgebracht.

Reduziert wurde die mögliche Zuschaueranzahl – von 1.000 auf 800. Das führt zu einem kleineren Gebäudevolumen und ermöglicht Einsparungen bei der Lüftungstechnik und den Verzicht auf eine dritte Fluchttreppe. Als Heizung soll zwar weiterhin eine Luft-Wärme-Pumpe zum Einsatz kommen, Leistungsspitzen bei deutlichen Minustemperaturen werden zusätzlich von einer Gastherme abgefangen. Durch die Drehung des Gebäudes um 180 Grad befindet sich der Eingang zudem nun von der Wohnbebauung abgewandt, Toiletten und Duschen für den Campingplatz wurden integriert. Durch die Anpassungen ergibt sich eine Kosteneinsparung von 1,4 Millionen Euro.

Die Halle wurde nun umgedreht, der Haupteingang befindet sich nicht mehr in Richtung Wohnbebauung.

Bei den Ansichten von außen hat sich wenig verändert. Rechts der Haupteingang.

Räume nötig, Vereine unterstützen

Die allerdings wird durch die weiterhin steigenden Baukosten mehr als aufgefressen. Hatten die Architekten im Februar 2021 noch mit rund 8,5 Millionen Euro kalkuliert, standen nun 10,4 Millionen Euro in der gezeigten Präsentation. „Bei der ursprünglichen Variante wären wir jetzt noch bei ganz anderen Beträgen“, erklärte Bürgermeister Tobias Roppelt. „Klar ist: Die Kostenentwicklung war nicht auf unserer Seite. Dennoch kriegen wir eine solche Halle nicht für die Hälfte oder für 70 oder 80 Prozent des Preises. Wir sind uns bewusst, dass dies eine große Hausnummer ist, die uns für die nächsten Jahre binden wird. Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich die Investition lohnen wir und Baunach und seine Vereine voranbringt.“ Roppelt ergänzte, dass, trotz der Kostensteigerung, der Musikverein weiterhin bezüglich des Musikraums dabei sei und dass sich auch der FC Baunach mit einer nicht unerheblichen Summe beteiligen werde.

Nach den Informationen durch Architekt und Bürgermeister wurden nochmals Argumente ausgetauscht. Benedikt Schug (Die Partei) wies darauf hin, dass die Mehrzweckhalle nicht das einzige Projekt der Stadt sei und nannte etwa die Schulsanierung, die mit hohen Kosten verbunden ist. Daher habe er Bauchschmerzen. Manuela Fößel stellte einen Antrag der SPD/FBB-Aktion auf Zurückstellung des Themas Mehrzweckhalle bis zur Vorlage eines aussagekräftigen Finanzierungs- und Nutzungskonzepts. Aus einst fünf seien nun über zehn Millionen Euro Baukosten geworden. Sie wies zudem auf vorhandene Hallen in Breitengüßbach und Rattelsdorf hin, Hallstadt plane gerade eine Dreifachturnhalle. Fördergelder als Schulturnhalle werde es außerdem nicht geben, da Turnhallen in Baunach und Reckendorf bestünden. Bürgermeister Roppelt entgegnete, er könne verstehen, dass Planungssicherheit gewünscht sei, etwa dass die Nutzer der Halle vorab bekannt wären. Das sei aber nicht realisierbar, erst müsse der Schritt Hallenbau angegangen werden.

Das Erdgeschoss (zum Vergrößern antippen oder anklicken).

Im Obergeschoss befindet sich unter anderem ein größerer Mehrzweckhraum (zum Vergrößern antippen oder anklicken).

Erwähnung fand noch, dass es möglich wäre, den Mehrzweckraum im Obergeschoss wegzulassen. Damit könnten 500.000 bis 600.000 Euro eingespart werden. Das, so Roppelt, mache aber kaum Sinn, da der Bedarf dafür, insbesondere bei den Vereinen, vorhanden sei. „Wir haben in Baunach ein reges Vereinsleben, dass unterstützt werden sollte.“

Da es sich beim Beschlussvorschlag der Verwaltung um den weitergehenden Beschluss handelte, wurde über diesen abgestimmt. Bei zwei Gegenstimmen nahm der Stadtrat damit Kenntnis von den Umplanungen und beschloss, den Neubau wie geplant umzusetzen.

Erste Schritte Richtung Gemeinschaftsbauhof?

Ein ebenfalls langfristig angelegtes Projekt stand zudem auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung vom 11. Januar 2022. Zusammen mit Gerach, Lauter und Reckendorf möchte Baunach untersuchen lassen, welches Einsparpotenzial die Einrichtung eines Gemeinschaftsbaufhofs mit sich bringen würde. Aktuell betreiben die vier Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft Baunach jeweils eigene Bauhöfe. Für das Gutachten fallen ca. 15.000 Euro an, die voraussichtlich hoch vom Freistaat Bayern als Projekt der interkommunalen Zusammenarbeit gefördert werden. Einstimmig brachte der Stadtrat dies auf den Weg. Die anderen drei Gemeinden werden sich in Kürze ebenso damit beschäftigen.

Ebenfalls einstimmig wurden Matthias Schlereth und Daniel Schlereth als Kommandant beziehungsweise stellvertretenden Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Reckenneusig bestätigt. Sie waren am Mittwoch, 8. Januar, von den Feuerwehrmitgliedern gewählt worden.

In seinem Kurzbericht erwähnte Bürgermeister Tobias Roppelt unter anderem, dass der Bau des Radweges zwischen Baunach und Breitengüßbach im Zuge der Bauarbeiten für die dritte Brücke, der im kommenden Jahr abgeschlossen werden soll, ebenfalls verwirklicht werde. Damit wird dann keine Querung der Bundesstraße für die Radfahrer mehr nötig sein. Der Bau der Linksabbiegespur in den Galgenweg soll nach Abschluss dieser Bauarbeiten folgen. Noch dieses Jahr soll die Sanierung der Lauterbrücke beginnen. Dafür wird eine Vollsperrung der B279 nötig sein. Die neue Baunach-App werde gut angenommen und verzeichne bereits über 800 Downloads. Und: Es habe sich in den vergangenen Tagen gezeigt, dass die in Sachen Hochwasserschutz getroffenen Maßnahmen greifen.

Bilder/Pläne: Stark Architekten, München

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