Welcher See ist der bessere zum Baden?

Im vergangenen Jahr wurde der Badesee in Baunach noch stärker frequentiert als sonst. Nachdem aufgrund der Corona-Pandemie viele Schwimmbäder nicht oder erst später öffneten, waren Badeseen die ideale Alternative. Aber auch abseits von Corona sind sie ein wichtiger Erholungsfaktor. Und der Baunacher soll nun nach und nach schöner werden.

„Im Rahmen eines LEADER-Förderprojektes plant die Stadt Baunach, den Südsee bei Baunach durch eine öffentliche, naturnah gestaltete Badestelle aufzuwerten. Grundlage der Überlegung ist das Mosaikkonzept aus dem Jahr 2006.“ So beginnt die Analyse im Nutzungskonzept für den Südsee und den Brückenhaussee, das in der Baunacher Stadtratssitzung vom 2. März 2021 vorgestellt wurde. Die Voraussetzungen sind aber andere: Der Brückenhaussee wird aufgrund der günstigen Anbindung an die B 179 stark von Badegästen frequentiert. Die Wasserwacht (BRK) übernimmt die Überwachung des Sees an Wochenenden in den Sommermonaten und unterhält ein Vereinsheim am Parkplatz. Am Vereinsheim besteht die Möglichkeit, Toiletten zu nutzen und an Tagen mit hoher Besucherfrequenz werden für die Nutzung des Parkplatzes Gebühren erhoben.

Nachdem der Brückenhaussee somit über die vorhandene Infrastruktur verfügt, bietet sich an, ihn weiter für eine intensivere Freizeitnutzung zur Verfügung zu stellen. Der Südsee hingegen eignet sich eher für eine naturnahe Erholung. Basierend auf diesen Daten zeigte Max Wehner vom Planungsbüro Team 4, wie sich die Situation am Brückenhaussee verbessern ließe.

Südlich von Baunach befinden sich Süd- und Brückenhaussee.

Südsee lieber naturnah belassen

Aktuell liefen bereits Renovierungsmaßnahmen am Vereinsheim, die Wasserversorgung solle über einen neuen Brunnen sichergestellt werden. In den kommenden Jahren könnte dann der Bereich der Liegewiese neugestaltet werden – mit einem behindertengerechten Zugang zum Wasser, einem flachen Strandbereich, Sitzsteinen am Wasser und etwas oberhalb des Sees, einem Beachvolleyballfeld, einem Motorikpfad und weiteren Pflanzungen als Schattenlieferanten. Ebenso wäre der Parkplatz zu überarbeiten, er könnte dann rund hundert Autos und 50 Fahrrädern Platz bieten. Die Gesamtkosten bezifferte Wehner auf 282.000 Euro. Für den Südsee schlug er vor, hier maximal kleine Badezugänge für den kurzen Sprung ins Wasser zu schaffen und den Parkplatz direkt neben der B 279 als Abstellmöglichkeit zu etablieren.

Bürgermeister Tobias Roppelt stellte klar, dass das Konzept nicht von heute auf morgen zu verwirklichen sei, insbesondere mit Blick auf die anderen großen Projekte der Stadt. Daher sei ein Abarbeiten „nach und nach“ geplant. Stadtrat Dominik Czepluch (CBB) meinte, nachdem sich jahrelang nichts am Brückenhaussee getan habe, solle er zu einem Highlight für Baunach entwickelt werden. Er begrüßte insbesondere, dass damit auch die ehrenamtliche Arbeit der Wasserwacht wertgeschätzt werde. Stadtrat Peter Großkopf (CBB) erklärte, am Südsee solle die Stadt nichts verändern und ihn besser der Natur überlassen. Vorbehaltlich der Finanzierung, die je nach Haushaltslage erfolgen soll, wurde das Konzept einstimmig beschlossen.

So könnte es rund um das Vereinsheim der Wasserwacht (rot) einmal aussehen. Zum Vergrößern antippen oder anklicken.

Die wichtigsten Projekte des Jahres 2021

Das zweite große Thema der Sitzung war der Haushalt für das Jahr 2021. Baunach wird dabei, so erklärte Bürgermeister Roppelt zur Einführung, erneut einen Rekord aufstellen. Kämmerin Doris Müller hatte die Details dabei. Das Haushaltsvolumen von 16,5 Millionen Euro verteilt sich auf 9,4 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt (laufende Kosten der Stadt) und 7,1 Millionen Euro im Vermögenshaushalt (Investitionen). Die größten Ausgaben sind dabei die Rathaussanierung (650.000 Euro, 2022: 650.000 Euro), die Sanierung der Zentscheune zur Einhausung der Hölzernen Männer (800.000 Euro), die Erschließung von Baugebieten und Grundstückskäufe (ca. 2,5 Millionen Euro), der Anteil am Radwegbau Richtung Appendorf (227.000 Euro), die Sanierung der Straße Hopfenleite (230.000 Euro plus Wasserleitung und eventuell Kanal) und Planungskosten für die Mehrzweckhalle (250.000 Euro).

Wichtigste Einnahmequellen für die Stadt sind die Einkommenssteuerbeteiligung (2,5 Millionen Euro) sowie die Gewerbesteuer (vier Millionen Euro). An den Landkreis Bamberg muss die Stadt eine Kreisumlage in Höhe von rund zwei Millionen Euro abtreten, die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft beträgt 912.000 Euro. Eine Kreditaufnahme im laufenden Jahr ist nicht geplant. 2022 und 2023, so Müller, werde Baunach aber dann insgesamt 8,8 Millionen Euro neue Schulden machen müssen. Aktuell liege der Schuldenstand bei 432.000 Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung betrage 109 Euro. Einstimmig nahmen die Stadträte den Haushaltsplan und auch den Investitionsplan für die Folgejahre an.

Waldkindergarten kommt

Als ersten Schritt auf dem Weg zur Einrichtung eines Waldkindergartens, der mit 120.000 Euro auch bereits im Haushalt enthalten ist, stand die Bedarfsanerkennung der Plätze auf dem Programm. Auch dies erfolgte einstimmig. „Wir befinden uns aktuell in Gesprächen mit einem Träger, der den Waldkindergarten betreiben würde und auch schon in Baunach aktiv ist“, erklärte Bürgermeister Roppelt. Auch ein geeignetes Grundstück sei bereits gefunden. Start für die neue Einrichtung könnte im Frühjahr oder Sommer des kommenden Jahres sein.

Weiterverfolgt wurde die die „1. Änderung des Bebauungsplanes Baunach-Nord 1 zur Ausweisung eines Bikeparks“ sowie die betreffende Änderung des Flächennutzungsplans. Im Rahmen der öffentlichen Auslegung waren keine privaten Stellungnahmen eingegangen, die Stellungnahmen der Behörden brachten keine Überraschungen.

Bilder und Grafiken: Stadt Baunach / Planungsbüro Team 4

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