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Bürgermeister: „Gemeinschaftsleben findet in den Vereinen statt“

Es ist kein Rekordhaushalt auf den die Marktgemeinde Rattelsdorf für das Haushaltsjahr 2019 blickt, gerade im Hinblick auf Großprojekte wie etwa die Schulsanierung [1] eigentlich verwunderlich. Und doch „können wir mit Zufriedenheit auf den Haushalt sehen“, betonte Bürgermeister Bruno Kellner in der vergangenen Marktgemeinderatssitzung und sprach von solider Finanzpolitik.

Großes Interesse in der gut besuchten Sitzung galt aber vor allem auch der Schule in Mürsbach und inwiefern diese in Zukunft eine Heimat für Vereine werden könne. Ein entsprechendes Nutzungskonzept wurde in der Sitzung vorgestellt. Bürgermeister Kellner lobte im Vorfeld das Vereinsleben in Rattelsdorf und in all seinen Gemeindeteilen. Wie aktiv die Vereine seien, ließe sich zum Beispiel auch an den zahlreichen Festen und Veranstaltungen ablesen, die von den Vereinen organisiert würden, so Kellner.

Während das Untergeschoss des Schulgebäudes in Mürsbach vom Kindergarten genutzt wird, soll nun den Vereinen die Möglichkeit gegeben werden, die Räumlichkeiten im Obergeschoss zu nutzen. Auf Nachfrage von Marktgemeinderat Michael Hümmer (VU) erklärte Kellner, dass der Kindergarten nach oben hin ganz einfach durch eine Trockenbauwand abgegrenzt werden könne.

Mit dem Ortskulturring Mürsbach soll nun eine Vereinbarung für fünf Jahre getroffen werden, in der unter anderem die Beteiligung der Vereine an den Betriebskosten, etwa für Strom oder Wasser, festgesetzt wird. Vorgeschlagen wurde hierbei ein Aufteilungsschlüssel, der schon in anderen gemeindlichen Bürgerhäusern, wie etwa dem Wich-Haus in Höfen, gilt. Nämlich: 80 Prozent der Kosten trägt die Marktgemeinde, 20 Prozent die Vereine. Dies soll nun im nächsten Schritt mit dem Ortskulturring Mürsbach verhandelt werden.

Haushaltsplan 2019: Keine neue Kreditaufnahme nötig

Schule, Bürgerhaus und Torhaus waren wichtige Herausforderungen für die Haushaltsplanung der Marktgemeinde, die es zu stemmen galt. Wegen der Großprojekte liefe im Moment die Konsolidierung, erklärte Kellner, doch lässt sich trotz solcher Großprojekte ein durchaus positives Fazit für den Haushaltsplan 2019 ziehen: Die Verschuldung der Marktgemeinde beträgt nunmehr 153.000 Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung von rund 33 Euro liegt deutlich unter dem Durchschnitt in Bayern von etwa 600 Euro pro Kopf und macht auch im Landkreis Bamberg einen Spitzenplatz unter den besten zehn Kommunen aus.

Darüber hinaus seien Rücklagen vorhanden, ein wichtiges Signal sei zudem, dass eine Kreditaufnahme nicht nötig sei, so Kellner. Auch Kämmerer Michael Koch, der als Nachfolger des langjährigen Kämmerers Alfred Heider seinen ersten Haushaltsplan vorstellen durfte, bestätigte, dass eine weitere Kreditaufnahme nicht vorgesehen sei. Darüber hinaus gab er weitere Eckpunkte bekannt: während der Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2018 [2] mit rund 9,4 Millionen Euro angesetzt war, sind es für 2019 nun etwa 8,9 Millionen. Im Vermögenshaushalt waren es im vergangenen Jahr rund 6,7 Millionen, 2019 sind es 5,3 Millionen. Der Gesamthaushalt beträgt rund 14,3 Millionen Euro und die Steuersätze ändern sich nicht, Grundsteuer A und B, sowie die Gewerbesteuer betragen damit nach wie vor 340 v.H.

Koch stellte außerdem erste Ansätze für die kommenden Jahre vor. Für den Verwaltungshaushalt sind 8,6 Millionen (2020), 8,8 (2021) und 9 Millionen (2022) Euro angesetzt. Im Vermögenshaushalt sind es etwa 1,3 Millionen (2020), 1,7 Millionen(2021) und  1,6 Millionen (2022).

LED-Umrüstung für 200 Straßenleuchten

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt [3] war in Rattelsdorf über eine Umstellung der Straßenbeleuchtung von Gelblicht auf LED nachgedacht worden. Nun liegt der Marktgemeinde ein Angebot von Bayernwerk für die Umrüstung von 200 solcher Lampen vor. Mit einem Retrofit, also einer Modernisierung der Lampen, können nur die Köpfe der Lampen ausgetauscht werden. Durch die nicht unerhebliche Stromeinsparung durch LED-Leuchten würden die Umrüstungskosten von 10.000 Euro laut Einschätzung des Bayernwerks innerhalb von einem Jahr amortisiert werden. Einstimmig wurde diese Teilumrüstung vom Marktgemeinderat angenommen.