- Nachrichten am Ort - https://nachrichtenamort.de -

Infrastruktur bleibt Schwerpunkt der Investitionen

Weiterhin hohe Investitionen, die Erneuerung der Ortsdurchfahrt und Neuerungen bei der Reckendorfer Energie Gesellschaft beschäftigten den Gemeinderat in seiner Sitzung am 17. Juni beschäftigt. Daneben blickte Bürgermeisterin Clarissa Schmitt in ihrem Bericht auf ereignisreiche Wochen zurück – und erinnerte an ein langjähriges Mitglied des Gremiums.

Den größten Raum in der Gemeinderatssitzung nahm die Beratung des Haushalts 2026 ein. Kämmerin Doris Müller stellte die Zahlen für das laufende Jahr sowie die Finanzplanung bis 2029 vor. Trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen setzt die Gemeinde ihren Investitionskurs fort. Das Haushaltsvolumen steigt auf rund 9,68 Millionen Euro und liegt damit über dem Vorjahreswert. Allein im Vermögenshaushalt stehen Investitionen von mehr als 4,6 Millionen Euro an. Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat sowohl die Haushaltssatzung als auch den Finanzplan bis 2029. Der Haushalt sieht auch eine Kreditaufnahme von rund  1,8 Millionen Euro vor.

Müller machte deutlich, dass die Situation vieler Kommunen zunehmend herausfordernd werde. Die laufenden Einnahmen reichten immer seltener aus, um die vielfältigen Aufgaben zu finanzieren. Zu den Investitionsschwerpunkten gehören weiterhin die Infrastruktur und die gemeindlichen Einrichtungen. Für die Sanierung und den Umbau der Schule sind Planungskosten von 200.000 Euro eingeplant. Weitere Mittel fließen unter anderem in die Feuerwehren, den Hochwasserschutz, die Wasserversorgung, die Spielplätze sowie die kommunale Wärmeplanung. Auch die geplante Erweiterung des Baugebiets Knock findet sich weiterhin in der Finanzplanung wieder, wurde allerdings wegen offener Fragen bei der Wasserversorgung auf die Jahre 2027 und 2028 verschoben.

Deutlich sichtbar wird die Entwicklung bei der Verschuldung. Zum Jahresbeginn lag der Schuldenstand bei rund 5,3 Millionen Euro. Durch die vorgesehenen Investitionen könnte er bis Ende des Jahres auf mehr als 6,6 Millionen Euro anwachsen. Hinzu kommt laut Müller, dass die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung derzeit nicht kostendeckend arbeiten. Deshalb werde eine neue Gebührenkalkulation notwendig.

Anzeige
Veranstaltungsservice Bamberg

Baustelle bis Oktober 2027 – oder doch kürzer?

Ein weiteres Thema war die bevorstehende Sanierung der Ortsdurchfahrt in der Hauptstraße. Michael Dötzer von der Planungsgruppe Strunz stellte die Ausführung sowie den Zeitplan vor. Die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen und in drei Bauabschnitten bis voraussichtlich Oktober 2027 abgeschlossen werden. Die ausführende Baufirma strebe sogar eine schnellere Umsetzung an. Die Maßnahme beschränkt sich dabei nicht auf eine reine Straßensanierung. Vielmehr soll die Ortsdurchfahrt gleichzeitig städtebaulich aufgewertet werden. Geplant sind breitere Gehwege, neue Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Verbesserungen an den Bushaltestellen. So wird die östliche Bushaltestelle künftig direkt auf der Fahrbahn angeordnet. Spezielle Busborde sollen den Einstieg erleichtern. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird das Wartehäuschen erneuert und mit Sitzgelegenheiten sowie Beleuchtung ausgestattet. Im Bereich des Friedhofs wird die bestehende Querung überarbeitet. Darüber hinaus erhält die Straße einen komplett neuen Unterbau. Nach Angaben des Planers soll die grundhafte Erneuerung für eine Nutzungsdauer von 30 bis 50 Jahren sorgen. Charakteristisch für das Erscheinungsbild werden außerdem Granitborde, Granitrinnen sowie die bereits aus dem Ortskern bekannten historisierenden Straßenleuchten sein. Für die förderfähigen Bestandteile der Maßnahme erhält die Gemeinde Zuschüsse aus der Städtebauförderung.

Mit Blick auf die anstehende Großbaustelle kündigte Bürgermeisterin Clarissa Schmitt zudem eine öffentliche Informationsveranstaltung an. Diese findet am 24. Juni um 19 Uhr im Haus der Kultur statt. Dort sollen Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit erhalten, sich über den Bauablauf und die Auswirkungen der Maßnahme zu informieren.

Energiegesellschaft nun vollständig in Gemeindehand

Veränderungen gab es auch bei der Reckendorfer Energie Gesellschaft. Nachdem der bisherige Mitgesellschafter Südwerk seine Anteile abgibt, übernimmt die Gemeinde diese künftig vollständig. Die dazu notwendigen Beschlüsse fasste der Gemeinderat einstimmig. Im Zusammenhang mit der Gesellschaft beschäftigte sich das Gremium außerdem mit der Besetzung des Verwaltungsrates. Auch wenn mit dem zweiten Bürgermeister Hartwig Pieler (CSU) der Geschäftsführer nun aus den Reihen des Gemeinderats kommt und eine Abschaffung grundsätzlich möglich gewesen wäre, sprach sich der Gemeinderat für dessen Fortbestand aus. Neu in den Beirat berufen wurden Christian Zweig, Markus Sippel und Maximilian Menzel.

Einstimmig beschlossen wurden außerdem Ersatzbeschaffungen für die Feuerwehren Reckendorf und Laimbach. Damit sollen notwendige Ausrüstungsgegenstände erneuert beziehungsweise ergänzt werden.

Zu Beginn der Sitzung erinnerte Bürgermeisterin Clarissa Schmitt an den kürzlich verstorbenen Gemeinderat Axel Cron (SPD). Er gehörte dem Gemeinderat seit 2008 an und prägte über viele Jahre die kommunalpolitische Arbeit in Reckendorf mit.

In ihrem Bericht sprach Schmitt außerdem von „turbulenten Wochen“. So wurde das Kupferdach der Trinkwasserversorgung entwendet. Eine provisorische Abdichtung sei inzwischen erfolgt. Sorge bereiteten der Gemeinde zudem zahlreiche Sachbeschädigungen durch Graffiti. Betroffen waren unter anderem die Skateranlage, das Buswartehäuschen an der Schule, Anschlagtafeln, Stromkästen sowie eine Mauer am Parkplatz des Jugendheims. Die Bürgermeisterin bat mögliche Zeugen, sich bei der Polizei zu melden.