Kurz vor Ende der Wahlperiode stand im Marktgemeinderat Zapfendorf in der Sitzung vom 23. April 2026 noch die Verabschiedung des Haushalts für das laufende Jahr auf dem Programm. Außerdem ging es um Fördermöglichkeiten für das Freibad Aquarena sowie eine weitere Gemeinde-Partnerschaft.
Nach Vorstellung durch Kämmerer Klaus Helmreich verabschiedete das Gremium einstimmig die Haushaltssatzung samt Haushaltsplan für 2026. Der Verwaltungshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 15,36 Millionen Euro ab, der Vermögenshaushalt mit 7,07 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen liegt damit bei 22,43 Millionen Euro. Für Investitionen sind neue Kreditaufnahmen in Höhe von 335.000 Euro vorgesehen. Zusätzlich besteht aus dem Vorjahr noch eine Kreditermächtigung über eine Million Euro. Der geplante Schuldenstand steigt damit von rund 3,96 Millionen Euro zum Jahresende 2025 auf voraussichtlich 4,89 Millionen Euro Ende 2026.
Unverändert bleiben die Hebesätze für die Grundsteuer A mit 470 Punkten, für die Grundsteuer B mit 250 Punkten sowie für die Gewerbesteuer mit 400 Punkten. Zu den wichtigsten Einnahmen zählen die Einkommensteuerbeteiligung mit 3,61 Millionen Euro, die Schlüsselzuweisungen mit 2,09 Millionen Euro sowie die Gewerbesteuer mit 1,47 Millionen Euro. Gleichzeitig steigt die Kreisumlage deutlich an: Sie liegt heuer bei 3,06 Millionen Euro und damit rund 400.000 Euro höher als im Vorjahr.
Investitionen: Wasser, Abwasser, Hort
Im Vermögenshaushalt sind erneut zahlreiche Investitionen vorgesehen. Die größten Summen fließen in die Wasserversorgung mit 2,18 Millionen Euro sowie in die Abwasserbeseitigung mit 1,41 Millionen Euro. Für den Hort an der Schule sind 550.000 Euro eingeplant, für Feuerwehrausstattung und Sirenenumstellung 345.000 Euro. Weitere Mittel gehen unter anderem in Grundstückskäufe für Bauland und Straßenbau.
Bei der Vorstellung des Finanzplans für die Jahre 2025 bis 2029 machte Helmreich deutlich, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit in den kommenden Jahren spürbar sinken werde. Nicht alle Wünsche könnten umgesetzt werden. Der neue Gemeinderat, der ab Mai für sechs Jahre amtiert, müsse künftige Maßnahmen priorisieren und regelmäßig neu bewerten.
Neue Förderchance für das Freibad Aquarena?
Ebenfalls einstimmig sprach sich der Marktgemeinderat dafür aus, sich erneut um Bundesmittel für das Freibad Aquarena zu bewerben. Nachdem ein erster Antrag im bisherigen Förderprogramm nicht berücksichtigt worden war, soll nun eine Bewerbung im Sonderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ erfolgen. Geplant ist die „Energetische Sanierung des Warmwasser- und Freizeitbades Aquarena“. Der Kostenrahmen liegt bei 3,2 Millionen Euro. Der Bund könnte bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten übernehmen, mindestens 55 Prozent müsste die Gemeinde selbst tragen.
Zwei Zuschussanträge der katholischen Kirchenstiftung Zapfendorf passierten das Gremium ohne Gegenstimme. Für die Sanierung schadhafter Fensternischen im Kindergarten St. Christophorus stellt der Markt maximal rund 900 Euro bereit. Die Gesamtkosten der Maßnahme werden mit ca. 1.800 Euro angegeben. Deutlich höher fällt die Unterstützung für die Ertüchtigung der Blitzschutzanlagen in den Kindergärten St. Franziskus und St. Christophorus aus. Hier bewilligte der Rat einen Zuschuss von bis zu 14.200 Euro bei Gesamtkosten von rund 28.400 Euro. In beiden Fällen kann die Auszahlung nach Vorlage der Schlussabrechnung erfolgen.
Partnerschaft mit Amtsberg wird offiziell
Bereits seit den frühen 1990er Jahren bestehen freundschaftliche Kontakte zwischen Zapfendorf und der Gemeinde Amtsberg in Sachsen. Nun soll diese Verbindung auch offiziell besiegelt werden. Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig, eine Partnerschaft zu begründen. Die Unterzeichnung der Urkunde soll bei einer gemeinsamen Feier stattfinden.


