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Traktor-Ziehen, XXL-Sackhüpfen und löchrige Helme

Der Gaudileistungsmarsch der Jugendfeuerwehren in Zapfendorf/Lauf ist eine spaßige Angelegenheit. Über 300 Jugendliche in 64 Teams nehmen teil. Wer am Ende jubeln durfte.

„Kilian, du musst die Löcher zuhalten!“   Max steht hochkonzentriert am Beckenrand des Freibads „Aquarena“. Er beobachtet, wie Teamkollegin Fabienne mit einem orangenen Jugendfeuerwehrhelm Wasser schöpft und es an den nächsten im Fünfer-Team weiterreicht – an Kilian. Der Helm gleicht aber eher einem Sieb, haben die Organisatoren doch gemeinerweise etliche Löcher in die Außenwand gebohrt. Alle Löcher zuhalten? Ein Ding der Unmöglichkeit. Stattdessen heißt es schnell sein und klug als Gruppe agieren bei dieser Herausforderung des Gaudileistungsmarschs der Jugendfeuerwehren im Landkreis Bamberg.

„WasserKopf“ heißt die Station, die es durchaus in sich hat. Der Spaß kommt an diesem Samstag im Rahmen der Festtage „130 Jahre Feuerwehr Lauf“ zweifelsohne nicht zu kurz: Dafür haben die Ausrichter, die Führung der Feuerwehr Zapfendorf um Stefan Schmitt, und der oberfränkische Fachbereichsleiter Wettbewerbe, Gerold Schneiderbanger, sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer schon gesorgt. Zwölf Stationen, mit Start und Ziel in Lauf, gilt es zu bewältigen. 5,5 Kilometer, bis weit nach Zapfendorf hinein, die den 64 Jugendteams vor allem eines abverlangen: Flexibilität und Zusammenhalt.

Ein Balance-Akt

Beim Saugleitung-Zirkus beispielsweise muss ein Tennisball von Saugschlauch zu Saugschlauch balanciert werden, um nach 15 Metern in einen Eimer gekippt zu werden – Kuppeln verboten. Beim „ZaunLabyrinth“ muss die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) – Hose, Jacke, Handschuhe, Stiefel und Helm – durch deinen Bauzaun und einen festgelegten Parcours weitergereicht werden – möglichst schnell, versteht sich. Und wer seinem Jugendbetreuer schon lange mal so richtig Druck geben wollte, der konnte das bei der „LöschzugLagerlogistik“ tun: Getränkekasten um Getränkekasten musste zu einem Seitwärtsturm zusammengepresst werden. Aber wehe, das Zusammenspiel klappte nicht: Dann polterte das Ganze sekundenschnell zu Boden.

Einen der besten Jobs an diesem Nachmittag hatte die junge Zapfendorfer Feuerwehrfrau Maria. Sie hatte auf einem 1200 Kilogramm schweren Oldtimer-Traktor der Kultmarke Eicher, Baujahr 1960, Platz genommen, den es bei „ZiehFix“ in 60 Sekunden über Meter zu bewegen galt: Tauziehen der besonderen Art, könnte man sagen. Der besonders spaßigen.

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Nur gemeinsam sind die Jugendfeuerwehrler stark: Das galt nicht nur bei der Disziplin „ZiehFix“, bei der es einen 1200 Kilogramm schweren Traktor über 80 Meter zu schleppen galt.

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Wenn der Jugendwart hüpft

Über 300 Jugendliche zeigten an diesem Samstag in Zapfendorf und Lauf ihr Können, knobelten, tüftelten, arbeiteten zusammen. Im Vorteil war, wer wusste, was ein C-Schlauch, ein Sammelstück, eine Atemschutzflasche oder ein Überflurhydrantenschlüssel wiegt. Genau 15 Kilogramm Ausrüstung war in eine Kiste und, nach Ablauf der Zeit, für die volle Punktzahl auf die Waage zu bringen. Nach Meinung vieler die Station mit der meisten Gaudi aber war die „BigPackRallye“, eine Art Sackhüpfen im XXL-Format. Wichtig war, auf Kommando gleichzeitig in die Luft zu springen, saßen doch die vier Jugendlichen gemeinsam im gleichen Boot – pardon: Sack. So mancher Jugendwart hüpfte da am Rande des Übungsaufbaus vor lauter Anspannung gleich parallel mit.

Landrat Johannes Maciejonczyk zeigte sich beeindruckt von den Leistungen. „Unser Hobby, unsere Freizeit und unsere Passion dürften schon etwas Spaß machen“, sagte er augenzwinkernd mit Blick auf die besonderen Disziplinen des Gaudileistungsmarschs. Stolz stellte er heraus, dass es zehn Gruppen mehr gewesen seien als beim Leistungsmarsch in Tütschengereuth vor einigen Wochen. „Ihr seid der Nachwuchs unserer Feuerwehrkräfte!“

„Ihr seid unser Kapital“

Da sprach der Landkreis-Chef Schirmherr und Ehrenkreisbrandmeister Peter Kleiber aus der Seele. „Ihr seid die wichtigsten Personen, die wir haben, denn ihr seid unser Kapital“, sagte er. „Wenn wir mit unserem Kapital nicht entsprechend umgehen und es vermehren, wird es schwierig.“ Er bat die Jugendlichen, sich entsprechend ausbilden zu lassen, um das „Feuerwehr-ABC“ zu verinnerlichen.

Kreisbrandrat Thomas Renner fühlte sich an seine eigene Feuerwehrjugend erinnert. „Früher haben wir immer die Lauscher aufgesperrt, wenn unsere Jugendleiter und Kommandanten uns etwas beigebracht haben“, formulierte er launig. „Wir sind eine starke Institution, haben viele Jugendliche.“ Das Schöne beim Gaudileistungsmarsch sei, dass hierbei nicht nur starres Feuerwehrwissen abgeprüft werde, sondern mit Teamgeist und Zusammenhalt knifflige Aufgaben zu lösen seien.  „Zusammen im Team Lösungen herbeiführen: Genau das machen wir auch im Feuerwehrreinsatz.“

Weil alle guten Dinge drei sind

Gemeinsam mit Kreisjugendwart Klaus Jungkunz, Bürgermeister Andreas Hofmann, Kreisbrandinspektor Andreas Schnapp und Kreisbrandmeister Benedikt Kannheiser nahmen Kleiber und Maciejonczyk die Ehrungen vor. Auf dem ersten Platz landete das Team Steinfeld-Hohenhäusling 2 – jene zwei Feuerwehren, die schon 2024 und 2025 als Team die Sieger stellten. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Hohenpölz-Heiligenstadt und Vorra 2. Pokale gab es für die ersten zehn Gruppierungen, anerkennenden Applaus im Festzelt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.  M. Drossel

Die Gewinner der Pokale:

1. FFW Steinfeld-Hohenhäusling 2

2. FFW Hohenpölz-Heiligenstadt

3. FFW Vorra 2;

4. FFW Mönchherrnsdorf 2

5. FFW Wiesengiech-Starkenschwind 2

6. FFW Buttenheim 1

7. FFW Viereth 2

8. FFW Stegaurach 3

9. FFW Dörfleins

10. FFW Herrnsdorf


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M. Drossel