Die Bahnverbindung RB 28 zwischen Bamberg und Ebern ist für viele Schülerinnen und Schüler sowie Berufspendler ein wichtiger Bestandteil des Alltags. In den vergangenen Monaten kam es jedoch zu Störungen und Ausfällen, die den Pendlerverkehr und den Schulweg deutlich erschwerten. Zugausfälle auf dieser Strecke waren zum überwiegenden Teil (>70%) verursacht durch Bauarbeiten, Störungen an der Infrastruktur und Witterung.
Um die Situation zu analysieren und gemeinsam Verbesserungen zu entwickeln, haben sich alle beteiligten Stellen zu einem Abstimmungsgespräch im Landratsamt Bamberg getroffen. An der Runde nahmen Vertreter der agilis Verkehrsgesellschaft mbH & Co. KG, die Leitungen der Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule Ebern und des Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern, eine Vertreterin der Stadt Baunach sowie Mitarbeitende des Landratsamtes Bamberg teil.
Technische Engpässe belasten den Fahrplan
Die aktuellen Einschränkungen beruhen auf anhaltenden Problemen bei den Fahrzeugkapazitäten im oberfränkischen Dieselnetz. Nach Angaben von agilis befindet sich die Flotte seit längerer Zeit in umfassender technischer Instandhaltung, diese sogenannten schweren Instandhaltungen dauern pro Fahrzeug mehrere Wochen. Etwa ein Zehntel der Triebfahrzeuge befindet sich dazu aktuell in externen Werkstätten. Nach derzeitigem Stand werden diese Maßnahmen noch bis mindestens Mitte dieses Jahres erforderlich sein. Dazu kommen plötzlich auftretende Defekte oder Störungen an Fahrzeugen, die sich leider nicht vorhersehen lassen.
Auf der Strecke zwischen Bamberg und Ebern wird deshalb seit etwa zwei Jahren häufig nur ein einzelner Zugteil eingesetzt. Ergänzend gibt es einen Ersatzverkehr mit Bussen. Fahrgäste beklagen, dass die vorhandenen Plätze insbesondere zu den Stoßzeiten am Morgen und Nachmittag nicht immer ausreichen. Züge und Busse seien demnach teilweise stark ausgelastet oder überfüllt, und insbesondere am Nachmittag und Abend kommt es vermehrt zu Ausfällen einzelner Fahrten.
Das gesamte Platzangebot Zug und Bus deckt laut agilis die vom Freistaat Bayern durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft bestellte Kapazität ab. Die Teilnehmer des Gesprächs werden sich vor Ort ein Bild von der Auslastung von Bus und Zug machen und es wird erforderlichenfalls nachgesteuert. Gleichzeitig herrscht Einigkeit darüber, dass die Situation für Fahrgäste schwer planbar ist und mehr Transparenz bei Änderungen dringend notwendig ist.
Ziel des Treffens war es daher, die Ursachen offen zu benennen und gleichzeitig konkrete Verbesserungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dazu gehören eine engere Abstimmung zwischen Verkehrsunternehmen, Schulen, Stadt und Landkreis, eine genauere Beobachtung der tatsächlichen Fahrgastzahlen sowie klarere und schnellere Informationswege für Betroffene.
Alle Beteiligten betonten, dass sie aktiv an einer spürbaren Entlastung arbeiten. Künftig sollen regelmäßige Abstimmungsrunden stattfinden, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und nachzusteuern. Die Koordination der Gespräche übernimmt das Landratsamt Bamberg.
Für die Bürgerinnen und Bürger gilt: Die Probleme auf der Strecke RB 28 sind bekannt, werden ernst genommen und werden Schritt für Schritt gemeinsam angegangen, um die Zuverlässigkeit und Planbarkeit der Verbindung nachhaltig zu verbessern.
Landratsamt Bamberg. Titelfoto: Johannes Michel





