Hannes Ringlstetter brennt auf seine Rolle als Moderator und Musiker bei „Lieder auf Banz“ am 3. und 4. Juli – und bringt sogar einen eigenen Gast mit: Stoppok.
Er weiß genau, was auf ihn zukommt, auf was er sich eingelassen hat – gerade deswegen freut er sich auf diesen Aufstieg zur Banzer Klosterwiese ungemein: Hannes Ringlstetter (56), Multitalent und Tausendsassa aus Niederbayern, moderiert diesmal die kultigen „Lieder auf Banz“ am Freitag/Samstag, 3./4. Juli, das Liedermacher-Woodstock deutschsprachiger Liedermacher. So versammeln sich diesmal Sarah Lesch, Dota, Gregor Meyle, Franz Benton, Johnny Bertl als langjähriger Weggefährte von Ludwig Hirsch mit einer Hommage an sein Vorbild, die A-cappella- Komiker von Maybepop, die Nachwuchs-Preisträger*innen Lina Bó und Holza sowie Stoppok auf der Bühne um Hannes Ringlstetter, der auch seine Band mitbringt. Ein facettenreiches Programm, auf das sich der Moderator, Showmaster, Schauspieler, Singer/Songwriter „wahnsinnig freut“, wie Ringlstetter in einem Interview verrät.
Du kennst die Banzer Location und das Flair, wie bist du nun zum Moderator geworden?
Hannes Ringlstetter: Naja, ich bin doch letztes Jahr beim Werner Schmidbauer mit Martin Kälberer eingesprungen, weil der Gert Steinbäcker krankheitsbedingt absagen musste. Und vorletztes Jahr war ich mit der Band dabei, also die letzten zwei Jahre stets vor Ort und da habe ich das Angebot bekommen, die nächsten zwei Jahre zu moderieren, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich liebe dieses Festival, ich liebe diese Location und vor allem liebe ich dieses Publikum dort. Das ist total außergewöhnlich, weil das tolle Leute sind, die diese Abende miteinander echt feiern und deshalb feiere ich mit ihnen dieses Festival.
Und wie bereitest du dich auf die neue Rolle als Moderator vor?
Das fällt nicht schwer, denn ich finde zunächst einmal die Künstler, die heuer auftreten, echt toll. Ich bin schon lange ein großer Fan von Sarah Lesch, bin ein großer Fan von Bodo Wartke. Ich freu‘ mich aber auch auf die Künstler, die ich noch nicht so gut kenn‘. Und ich bringe ja sogar einen Gast selber mit, den Stoppok, der bei uns im Band-Set mitspielen wird. Zwei, drei Songs. Der ist heuer 70 Jahre alt geworden. Ein außergewöhnlicher deutscher Songwriter. Also es wird eine Mischung aus musikalischer Moderation und ich will noch ein bisserl Unterhaltung mit auf die Klosterwiese schicken. Ich hoffe auf gutes Wetter und viele Menschen. Ich freu‘ mich jedenfalls wahnsinnig drauf.
Hannes Ringlstetter. Foto: Lisa Kutzelnig
Wie setzt sich deine Band zusammen?
Die Piccolo Banda ist im Prinzip die kleine Version der großen Ringlstetter-Band, mit der ich erst auf Tour gewesen bin. Das sind aber trotzdem sechs Leute, die klassische Besetzung, halt ohne Bläser-Satz und die Background-Sängerinnen, aber mit Trompete, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und meiner Wenigkeit.
Hast du dir die Lieder auf Banz angeschaut, auch wenn du nicht dabei warst?
Na klar. Ich habe das Festival eigentlich jedes Jahr mitverfolgt und mir am Fernseher angeschaut. Das Schöne ist doch diese total bunte Mischung: von laut bis leise, von klug und emotional bis lustig und laut, alles beieinander. Das finde ich so prima und außergewöhnlich.
Mal mit Band, dann mit Stefan Zinner auf Tour, danach mit Schmidbauer und Kälberer wie im August auf Schloss Eyrichshof. Du scheinst es zu genießen, mit anderen Künstlern zusammen zu arbeiten?
Es ist einfach so, dass ich das Glück habe, dass ich von anderen gefragt werde, ob wir was gemeinsam machen. Ich lieb‘ das einfach, mich selber auszuprobieren und neue Wege zu gehen. Das steckt in mir drin und ich will das einfach machen. Was auch immer total schön ist, wenn man seine eigenen Songs im neuen Gewand spielt. Mal sehr akustisch, dann richtig laut mit Band. Das macht mir einfach Spaß. Und es stimmt schon: die Vielfalt führt dazu, dass es mir nie langweilig wird. Das mag ich.
So viel Vielseitigkeit funktioniert aber kaum ohne Vorplanung?
Das ist mittlerweile so, dass man mindestens eineinhalb Jahr vorher entscheidet, wo die Reise hingehen soll. Wir haben mit der Band ein neues Album gemacht, welches im Oktober erscheint. Da braucht man Zeit für. Und wenn man ein neues Album fertig hat, geht man damit auf Tour. Ich versuche halt irgendwie, so übers Jahr verteilt drei unterschiedliche Projekte zu machen, mit denen ich unterwegs bin, um mich dann wieder zurückzuziehen und neue Sachen zu machen. Aber der Vorlauf beträgt wirklich eineinhalb bis zwei Jahre. Dazu braucht man gute Partner, gute Leute, die das planen. Ich habe eine Idee und die müssen das dann umsetzen.
Hast du deswegen die Fernsehpräsenz zurückgefahren?
Ja, das ist schon ein bisschen so. Auf der einen Seite ist es so, dass ich die Ringlstetter-Show neun Jahre gemacht habe mit 250 Folgen. Und ich schon immer so das Gefühl gehabt habe, dass man im Fernsehen aufpassen muss, dass einen die Leute nicht überkriegen, also nicht satt werden von einem. Und natürlich ist auch so, dass sich so eine Show absorbiert. Man kommt im Sommer kaum zu anderen Sachen. Und ich hab‘ die letzten zwei, drei Jahre gemerkt, dass es zugegebenermaßen aufs Älterwerden zugeht und ich nicht mehr die Power hab‘, dass ich alles gleichzeitig schaff‘. Insofern hab‘ ich für die Musik entschieden und deswegen auch das Fernsehen ein bisserl reduziert, wobei ja Hubert mit und ohne Staller weiterläuft. Daher ist es weniger an neuen Produktionen, aber dennoch bin ich noch im Fernsehen zu sehen.
Bei dieser Vielseitigkeit interessiert, welche Musik ein Hannes Ringlstetter in seinen Muse-Stunden hört?
Zur Zeit höre ich wahnsinnig viele Instrumentalsachen – Hermanos Gutiérrez zum Beispiel, ein schweizerisches Gitarren-Duo. Ich bin aber auch ein Kind der 1990er Jahre und hab‘ ein großes Faible für Eddie Vedder von Pearl Jam, vor allem für seine Soloprojekte. Ich bin schon breit aufgestellt. So hatte ich zum Beispiel vor kurzem eine Phase, als ich mal wieder österreichische Liedermacher rauf und runter gehört hab‘. Da gibt’s auch irre viele Junge, wie Nino aus Wien oder Voodoo Jürgens. Ich versuche halt immer, neue Sachen zu entdecken und stelle dabei überrascht fest, dass es ganz viele, tolle Sachen gibt.
Vielen Dank fürs Gespräch und viel Spaß an den beiden Tagen auf Kloster Banz.
Karten gibt es im Vorverkauf unter www.kartenkiosk-bamberg.de (auch zum Selbstausdruck), vormittags im Kartenkiosk in der Brose Arena in Bamberg (Tel. 0951-23837), sowie allen bekannten Vorverkaufsstellen. In einigen Kategorien werden die Karten bereits knapp.
Ralf Kestel. Titelfoto: Cristian Formann Konzertfotografie



