Solarstrom entlang der Autobahn – und neue Wege beim Schülerverkehr?

Zwei große Freiflächen-Photovoltaikanlagen sollen nördlich von Unterleiterbach und südlich von Zapfendorf entstehen. Gleichzeitig hat der Marktgemeinderat den Weg dafür freigemacht, die Schülerbeförderung künftig stärker mit dem öffentlichen Nahverkehr zu verzahnen. Für die Bürger erfreulich: Die Wassergebühren bleiben trotz erheblicher Investitionen stabil.

Auf eine Gesamtleistung von mehr als zwölf Megawatt sollen die beiden Freiflächen-PV-Anlagen kommen, die in den kommenden Monaten auf dem Gebiet des Marktes Zapfendorf entstehen. Über den aktuellen Stand der Projekte informierte Projektentwickler Thomas Jungkunz den Marktgemeinderat. Anders als bei vielen anderen Solarparks hat die Gemeinde bei diesen Vorhaben allerdings kaum Einfluss auf die Planung. Grund dafür ist die Lage der Flächen. Die Firma Südwerk plant in der Gemarkung Unterleiterbach auf mehreren Grundstücken eine Anlage mit einer installierten Leistung von rund neun Megawatt-Peak. Eine weitere Anlage mit etwa 3,3 Megawatt-Peak soll in der Gemarkung Lauf entstehen, diese Fläche befindet sich allerdings nicht in Lauf, sondern südlich von Zapfendorf. Beide Flächen liegen innerhalb des 200-Meter-Korridors entlang der Autobahn A73 und gelten damit als privilegierte Vorhaben. Sie können ohne ein sonst bei Solarparks notwendiges Bauleitplanverfahren umgesetzt werden.

Bürgermeister Andreas Hofmann wies darauf hin, dass deshalb auch der vom Markt erarbeitete Kriterienkatalog für Freiflächen-Photovoltaikanlagen nicht greife. Die Gemeinde bekomme von der eigentlichen Planung zunächst entsprechend wenig mit. Die Flächen bei Unterleiterbach liegen nach den Erläuterungen des Projektentwicklers nördlich und südlich der Weihersmühle, die zweite nahe des Weilers Babenberg. Noch offen sind unter anderem die genauen Trassen, über die der erzeugte Strom zu den jeweiligen Netzanschlusspunkten geführt werden soll. Vorgesehen sind Anschlüsse in Richtung Ebensfeld sowie im Bereich eines Feldweges nahe der Kreuzigungsgruppe oberhalb der Vogelwiese.

Bei Unterleiterbach haben die ersten Arbeiten bereits begonnen, beim Zapfendorfer Projekt soll es im August losgehen. Nach dem derzeitigen Zeitplan könnten beide Solarfelder zwischen Januar und März 2027 in Betrieb genommen werden. Auch finanziell sollen die Anlagen für die Kommune etwas bringen. Für jede eingespeiste Kilowattstunde erhält die Gemeinde 0,2 Cent. Jungkunz rechnete für beide Projekte zusammen mit Einnahmen von rund 25.000 Euro pro Jahr. Darüber hinaus soll Bürgerinnen und Bürgern später die Möglichkeit angeboten werden, sich finanziell an den Projekten zu beteiligen. Wie diese Beteiligung konkret aussehen wird, ist allerdings noch offen.

Auf Nachfrage von Gemeinderat Dominik Werner (ABU) erklärte Jungkunz, dass derzeit kein Batteriespeicher vorgesehen sei. Eine spätere Nachrüstung sei aber denkbar. Andreas Schonath (WOB) erkundigte sich nach Ausgleichsmaßnahmen und der Eingrünung der Flächen. Unter anderem soll die südliche Fläche bei Unterleiterbach auf ihrer Nordseite eingegrünt werden. Eine komplette Einfassung der Anlagen mit Hecken ist nicht vorgesehen.

Schulbus könnte zum Linienbus werden

Deutlich größere Auswirkungen auf den Alltag vieler Familien könnte eine Entscheidung zur Schülerbeförderung haben. Der Landkreis Bamberg arbeitet derzeit an seinem ÖPNV-Konzept für das Jahr 2028 und prüft dabei, ob die bislang teilweise getrennt organisierten Schulbusverkehre in den allgemeinen öffentlichen Personennahverkehr integriert werden können. Bislang sind die Zuständigkeiten geteilt: Die Gemeinden kümmern sich um die Beförderung zu Grund- und Mittelschulen, der Landkreis organisiert den Transport zu den weiterführenden Schulen. Gerade morgens entstehen dadurch parallele Verbindungen. Der Landkreis möchte diese Strukturen künftig besser miteinander verzahnen.

Ein wesentlicher Baustein könnte dabei eine Staffelung der Schulanfangszeiten sein. Ein Bus könnte dann beispielsweise zunächst Schülerinnen und Schüler zu einer Schule bringen und anschließend auf derselben Tour Kinder für eine weitere Schule aufnehmen. Nach den vorgestellten Berechnungen könnten auf diese Weise im Landkreis 33 Busse eingespart werden. Derzeit seien rund 150 Fahrzeuge im Schülerverkehr unterwegs. Gleichzeitig würden die eingesetzten Busse Teil des regulären öffentlichen Nahverkehrs und könnten damit auch von anderen Fahrgästen genutzt werden. Ein weiterer Vorteil betrifft die Mittelschüler: Sie würden bei einer Integration ein VGN-Ticket erhalten und könnten den öffentlichen Nahverkehr damit auch außerhalb der eigentlichen Schulwege nutzen.

Dem stehen allerdings einige offene Fragen gegenüber. Die Abstimmung zwischen Schulen, Kommunen und Verkehrsunternehmen würde aufwendiger. Zudem könnte das System weniger flexibel werden. Sonderwünsche bei Aktionstagen ließen sich nicht mehr so einfach durch kurzfristig veränderte Fahrpläne auffangen. Auch neue Schulanfangszeiten wären denkbar. Da die Verkehrsleistungen europaweit ausgeschrieben werden müssten, könnten künftig außerdem andere Unternehmen als bisher zum Einsatz kommen.

Sabine Köhlerschmidt (CSU) fragte, ob die Kapazitäten der Busse noch ausreichen würden, wenn künftig jeder Fahrgast die Verbindungen nutzen könne. Verena Ott und Dennis Flach vom Landratsamt bejahten dies. Mona Bahr (ZuZ) sah gerade für Zapfendorf mit seinen zahlreichen Gemeindeteilen grundsätzlich Chancen darin, den öffentlichen Nahverkehr auf diese Weise auszubauen. Problematisch sei allerdings, dass nicht automatisch jeder Schüler Anspruch auf ein entsprechendes Ticket hätte. Dies könne zu einer Ungleichbehandlung führen. Bürgermeister Hofmann verwies darauf, dass die Gemeinde dies gegebenenfalls über eine freiwillige Leistung ausgleichen könnte.

Thomas Eger (BVL) wollte wissen, wie hoch die tatsächliche finanzielle Einsparung für Zapfendorf ausfallen würde und welche Folgen es habe, wenn sich andere Gemeinden gegen das Modell entschieden. Konkrete Zahlen konnten dazu noch nicht genannt werden. Zunächst müssten sämtliche Rückmeldungen der Kommunen ausgewertet werden. Denkbar sei auch, bei Bedarf einzelne regionale Gruppen zu bilden. Als Kostenobergrenze wurden die bisherigen Ausgaben für die Schülerbeförderung genannt.

Der Marktgemeinderat stimmte schließlich mit 18 zu zwei Stimmen dafür, an den weiteren Planungen zur Integration des kommunalen Schülerverkehrs in den allgemeinen ÖPNV des Landkreises teilzunehmen.

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Wasser wird trotz Investitionen nicht teurer

Eine gute Nachricht gab es für alle Haushalte bei der turnusmäßigen Neukalkulation der Wassergebühren. Obwohl zuletzt erhebliche Summen in die Wasserversorgung investiert wurden, kann der Verbrauchspreis für weitere vier Jahre stabil gehalten werden. Zuletzt waren die Gebühren 2022 neu berechnet worden. Damals stieg der Preis von 1,25 Euro auf 2,25 Euro je Kubikmeter netto. Für den neuen Kalkulationszeitraum vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2030 hat der Markt die Kosten gemeinsam mit dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband erneut untersucht. Das Ergebnis: Der kostendeckende Gebührensatz liegt weiterhin bei 2,25 Euro netto pro Kubikmeter. Einschließlich Mehrwertsteuer sind damit wie bisher 2,41 Euro zu bezahlen. Auch die Grundgebühren, die bereits seit 2014 unverändert sind, sollen nicht erhöht werden.

Bemerkenswert ist das vor allem vor dem Hintergrund der notwendigen Sanierungsmaßnahmen in der Wasserversorgung, die unter anderem im Rahmen der RZWas-Förderung durchgeführt werden. Trotz dieser Investitionen muss die Verbrauchsgebühr nicht angehoben werden. Geändert wird dennoch die entsprechende Gebührensatzung. Hintergrund ist eine Empfehlung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes zur Preisangabenverordnung. Künftig soll der tatsächlich zu zahlende Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer unmittelbar aus der Satzung hervorgehen. Der Marktgemeinderat stimmte der Kalkulation und der Satzungsänderung einstimmig zu.

Aquarena länger geschlossen – Saison wird verlängert

Das Freibad Aquarena musste wegen eines Schadens an der Hauptwasserleitung im Bereich des Eingangsdrehkreuzes vorübergehend schließen. Die Öffnung ist für den 29. Juli vorgesehen. Die ursprünglich geplante lange Badenacht soll am 31. Juli nachgeholt werden. Gleichzeitig kündigte Bürgermeister Hofmann an, die Freibadsaison als Ausgleich um eine Woche zu verlängern.

Bei den Leitungssanierungen in der Ortsdurchfahrt ist die Hauptstraße inzwischen weitgehend fertiggestellt. Nach Abschluss der Arbeiten in der Kirchgasse, der für Anfang August vorgesehen ist, soll zunächst eine Baupause folgen. Ab dem 24. August geht es anschließend in der Bamberger Straße weiter. Geplant sind dort zwei Bauabschnitte: zunächst von der Kirche bis zur Cäcilienstraße und anschließend von der Cäcilienstraße bis zur Gartenstraße. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass sich das Ende der gesamten Baumaßnahme verschieben wird. Die Arbeiten sollen voraussichtlich erst zum Jahresende abgeschlossen werden.

Neue Ortssprecher vereidigt

Nach den Ortssprecherwahlen in Roth, Reuthlos und Oberoberndorf gibt es für die drei Gemeindeteile neue Ansprechpartner. Gewählt wurden Birgit Schmidt für Roth, Uwe Jakob für Reuthlos und Jonas Dinkel für Oberoberndorf. Ortssprecher vertreten die Anliegen ihrer Gemeindeteile gegenüber Gemeinderat und Verwaltung und dürfen an den Sitzungen mit beratender Stimme teilnehmen sowie Anträge zu örtlichen Angelegenheiten stellen. Uwe Jakob und Jonas Dinkel wurden in der Sitzung von Bürgermeister Hofmann vereidigt und nahmen anschließend bereits an den Beratungen teil. Birgit Schmidt war nicht anwesend und soll zu einem späteren Zeitpunkt vereidigt werden.

Bürgermeister Andreas Hofmann (Mitte) vereidigte die Ortssprecher Jonas Dinkel und Uwe Jakob.

Zu Beginn der Sitzung genehmigte der Marktgemeinderat die Niederschriften der vergangenen Sitzungen. Franz Spindler (FW) beantragte, die zur Genehmigung anstehenden Protokolle zuvor verlesen zu lassen. Der Antrag fand im Gremium keine Mehrheit und erhielt nur eine Ja-Stimme.

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