Weiteres Maßnahmenpaket gegen Corona-Ausbreitung – vier bestätigte Fälle in der Region

Veröffentlicht am 12. März 2020 von Redaktion
Logopädie Scheßlitz


Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben sich vier Corona-Fälle in der Region Bamberg bestätigt. Darüber informierten am Donnerstagnachmittag auf einer Pressekonferenz Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke. „Wir haben in allen vier Fällen umgehend alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um die Bevölkerung zu schützen und die Betroffenen bestmöglich zu versorgen“, so Landrat und Oberbürgermeister.

In einem Fall handelt es sich um einen 75-jährigen Mann aus dem Landkreis, der sich zum Skifahren in Südtirol aufgehalten hatte. Im zweiten Fall ist ein 30-bis 40-jähriger Mann aus der Stadt Bamberg betroffen. Er hatte sich vor wenigen Tagen in Belgien aufgehalten.

In beiden Fällen haben die Gesundheitsbehörden umgehend alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Der 75-Jährige wurde wegen Krankheitssymptome ins Klinikum Bamberg gebracht. Bei seinen beiden Kontaktpersonen wurden Corona-Tests veranlasst und häusliche Quarantäne angeordnet. Der Bewohner der Stadt Bamberg stand mit rund einem Dutzend Menschen in der Region und auch in Nachbarlandkreisen in Kontakt. Auch hier wurden Abstriche veranlasst und Quarantänen ausgesprochen. Die Testergebnisse der Kontaktpersonen stehen in beiden Fällen noch aus.

Seit dem Vormittag haben es die Gesundheitsbehörden mit zwei weiteren bestätigten Corona-Infektionen zu tun. Beide sind aus dem Landkreis Bamberg. Ein Mann im Alter zwischen 40 und 50 Jahren war zum Skifahren in Südtirol. Für ihn gilt nun ebenso wie für einen Schüler häusliche Quarantäne. Bei dem Jugendlichen, der in eine Schule in einem Nachbarlandkreis geht, wurde gleichzeitig die zuständige Gesundheitsbehörde informiert, um alle nötigen Maßnahmen in dieser Einrichtung zu ergreifen und Kontaktpersonen zu informieren.

Allgemeinverfügung regelt Umgang mit Veranstaltungen

„Die rasante Entwicklung zeigt, dass wir alles unternehmen müssen, um die Ausbreitung der Corona-Infektion einzudämmen und die Infektionsketten zu unterbrechen“, erläuterten Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke die weiteren Maßnahmen. So haben Stadt und Landkreis Bamberg gleichlautende Allgemeinverfügungen erlassen, wie mit Veranstaltungen umzugehen ist. Diese sind noch weitreichender als die am Dienstag verabschiedeten Vorgaben der Bayerischen Staatregierung. So sind in Stadt und Landkreis Bamberg ab sofort auch Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern untersagt. Für Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern gibt es klare Regelungen und einen Katalog, wie Gemeinden und Veranstalter das Risiko einer Verbreitung der Infektion bewerten und Veranstaltungen durchführen können oder absagen müssen. Landrat und Oberbürgermeister: „Grundsätzlich gilt: Was nicht nötig ist, sollte aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.“

Die Allgemeinverfügung können Sie sich direkt bei uns als pdf herunterladen.

Appell an die Bürger: Helfen Sie mit, Infektionsketten zu unterbrechen

„Wir richten zudem einen dringenden Appell an unsere Bürgerinnen und Bürger, mitzuhelfen, Infektionsketten zu unterbrechen“, so Landrat und Oberbürgermeister weiter. Dieser Appell erstreckt sich über die notwendige Hygiene über den direkten Kontakt bis hin zur Teilnahme an Veranstaltungen. Gut informiert zu sein, ist in diesem Zusammenhang eine weitere wichtige Form der Vorbeugung. Deshalb werden Stadt und Landkreis die Bürgerinformation ausbauen.

Da sich die Rückfragen aus der Bevölkerung zum Thema Coronavirus häufen, haben die Stadt Bamberg und das Landratsamt am Donnerstag 12.03.2020 ein weiteres Bürgertelefon unter der Rufnummer (0951) 87 25 25 eingerichtet.

Während den normalen Dienstzeiten (Montag bis Donnerstag von 08.00 Uhr bis 17.00 Uhr und Freitag von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr) beantwortet die Stadt Bamberg dort allgemeine Fragen zur aktuellen Lage in Stadt und Landkreis, Schulschließungen sowie Verhaltensempfehlungen und gibt bei Bedarf Auskünfte zu den zuständigen Fachstellen. Eine medizinische Beratung erfolgt nicht. Die Mitarbeiter des Staatlichen Gesundheitsamtes sind unter 0951 85-9700 erreichbar.

Personen, die sich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben, sollten – auch wenn sie keine Krankheitszeichen haben – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Beim Auftreten von Krankheitszeichen der Atemwege, sollten sie die Husten- und Niesetikette sowie eine gute Händehygiene beachten und nach telefonischer Voranmeldung mit Hinweis auf die Reise, eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Ein Besuch ohne telefonische Vorankündigung ist wegen der Ansteckungsgefahr zu unterlassen.

Für Reisende aus Regionen, in denen Fälle von COVID-19 (das ist die Atemwegserkrankung, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird) vorkommen, gilt: Wenn Sie innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollten Sie – nach telefonischer Voranmeldung und mit Hinweis auf die Reise – eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Zudem sollten Sie unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben sowie die Husten- und Niesetikette und eine gute Händehygiene beachten.

Für alle Bürgerinnen und Bürger gelten im Übrigen weiterhin folgende Hinweise und Empfehlungen:

  • Wer entsprechende Symptome bei sich beobachtet, sollte sich zunächst telefonisch beim Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116-117) melden. Aufgrund der aktuellen Entwicklung und zahlreichen Anrufe darf man es auch gern wiederholt versuchen.
  • Wer zu den Kontaktpersonen eines Infizierten zählt, wird vom Staatlichen Gesundheitsamt angerufen. Die Liste der Kontaktpersonen wird vom Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit den Infizierten laufend aktualisiert, priorisiert und nacheinander abgefragt.
  • Wer allgemeine Fragen zum Thema COVID-19 hat, kann sich an das Bürgertelefon des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter der Rufnummer (09131) 6808-5101 wenden.
  • Umfassende Informationen zu COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) sowie aktuelle Hinweise hat die Stadt Bamberg auf seiner  Internet-Seite http://www.stadt.bamberg.de/Leben/Gesundheit/Coronavirus zusammengestellt.
  • Für (Groß-)Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmer gilt ein bayernweites Verbot. Stadt und Landkreis Bamberg haben zudem eine Allgemeinverfügung veröffentlicht, dass auch Veranstaltungen zwischen 500 und 999 Besuchern verboten sind.

Landratsamt Bamberg

Gerne können Sie hier Ihren Kommentar zum Artikel hinterlassen.


Bitte geben Sie Ihren richtigen Namen (kein Pseudonym) an, ansonsten können wir Ihren Kommentar nicht veröffentlichen.
Ist dies Ihr erster Kommentar, erfolgt vor der Freischaltung zunächst eine Prüfung.
Für den Inhalt von Kommentaren ist die Redaktion nicht verantwortlich.
Indem Sie auf "Kommentar absenden" klicken, erlauben Sie uns, Ihre Daten (Name, E-Mail-Adresse, IP-Adresse und Kommentar) digital zu speichern und zu verarbeiten und Sie ggf. zu kontaktieren.
Zur Vermeidung von Spam-Kommentaren nutzt diese Webseite die Funktionen von Akismet. Mehr dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung unter dem Stichpunkt "Kommentare".