Masterplan „Grünes Breitengüßbach“ für Bundespreis Stadtgrün nominiert

Im Frühjahr hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat den Bundespreis Stadtgrün 2020 ausgelobt. Kommunen waren aufgerufen, Projekte in den Kategorien „Gebaut“, „Gepflegt“, „Genutzt“ und „Gemanagt“ im Wettbewerb vorzuschlagen. Im Rahmen der Städtebauförderprogramme hat sich die Gemeinde Breitengüßbach tiefgehend mit dieser Thematik befasst. Koordiniert durch die kommunale Projektmanagerin Frau Obrusnik formierte sich aus der Bürgerschaft heraus eine offen Arbeitsgruppe Grün. Diese lieferte auch erste Ansätze zum Masterplan „Grünes Breitengüßbach“.

Die Leitgedanken daraus:

  • Schaffung zusammenhängender Freiflächen
  • Erhöhung von Attraktivität, Qualität und Nutzungsmöglichkeiten der Flächen
  • Aufwertung des Ortsbildes
  • Erhalt und Förderung der Artenvielfalt
  • Umsetzung von Maßnahmen für den Klimaschutz
  • Realisierung von Flächenentsiegelungen
  • Vielfältige Einbindung und Beteiligung der Bürgerschaft
  • Steigerung der Lebensqualität und Identifikation

sind qualitätsvolle Planungsgrundlagen, die von vielen Kräften im Ort getragen werden. Die Bürgerinnen und Bürger haben erfahren, dass Ihre Ideen tatsächlich „wachsen“ und sind aktiv bei der Umsetzung dabei, so etwa beim Setzen von Säulenäpfeln an der Lärmschutzwand, bei der Bepflanzung von Baumscheiben, beim Anlegen eines öffentlichen Kräuterhochbeetes. Bürgerschaft, Gemeindevertreter, Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins und Bauhof haben im Austausch mit Frau Kühnel, Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege sowie Landschaftsarchitekten gelernt, wie man Klima- und Artenschutz mit einer effektiven Grünpflege in Einklang bringen kann.

Die festgelegten Leitgedanken finden darüber hinaus bei Kooperationspartnern und privaten Investoren Anwendung. So werden künftig Parkplätze vor Supermärkten entsiegelt und begrünt. Auch die Deutsche Bahn AG greift die Vorschläge auf, etwa mit der Pflanzung von Bäumen und Sträuchern entlang der Bahnlinie, deren Früchte ess- oder verwertbar sind.

Entlang der Lärmschutzwand wurden Säulenäpfel gepflanzt.
Foto: Johannes Michel

Der Masterplan „Grünes Breitengüßbach“ bildet aber auch die Basis für städtebauliche Maßnahmen. So war beim Wettbewerb zur Neugestaltung der Ortsmitte eine „Grüne Mitte“ gefordert. Nun reifen die Pläne für einen multifunktional nutzbaren Platz, bei dem eine Straße rückgebaut sowie ein Teil des verrohrten Güßbaches renaturiert wird.

Zusammen bilden die Maßnahmen ein „grünes Netz“ im Ort. Sie verknüpfen Räume mit unterschiedlichen Funktionen wie Ortseingänge, Ortsmitte, Ortsdurchfahrt, Güßbach, Fuß- und Radwege entlang der Bahnanlagen, Friedhöfe und Parkplätze gestalterisch und thematisch.

Der Bundespreis Stadtgrün zeichnet außergewöhnliches Engagement für urbanes Grün, vielfältige Nutzbarkeit, gestalterische Qualität, innovative Konzepte und integrative Planungsansätze aus.

Ende Juli 2020 wurde die Gemeinde Breitengüßbach für einen Preis der Kategorie „Gemanagt“ nominiert. Unter 40 in dieser Kategorie eingereichten Projekten gehört das Breitengüßbacher zu den zwölf Besten.

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