2026 gibt es in Kemmern auf jeden Fall einen großen Wechsel. Bürgermeister Rüdiger Gerst beendet seine Laufbahn als Bürgermeister – und Denise Müller, die im Rathaus beschäftigt ist, würde gerne seine Nachfolge antreten. Was hat sie zur Kandidatur bewogen? Im großen Interview verrät sie viel über ihre Pläne für die Gemeinde.
Rüdiger Gerst war 24 Jahre Bürgermeister in Kemmern. Durch Ihre Arbeit in der Rathausverwaltung sind Sie schon lange dran am Geschehen. Was hat Sie nun dazu motiviert, 2026 für das Amt der Bürgermeisterin in Kemmern zu kandidieren?
Durch meine langjährige Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung bin ich sehr nah am Geschehen und kenne die Abläufe, Herausforderungen und auch die Bedürfnisse unserer Gemeinde gut. Politisch war ich vor meiner Zeit in der Gemeindeverwaltung nur wenig engagiert, habe aber während meiner Berufsjahre erkannt, wie entscheidend unter anderem auch die richtigen politischen Weichenstellungen für die Entwicklung einer Gemeinde sind. Diese Erkenntnis hat mich dazu motiviert, mich intensiver einzubringen – unter anderem durch mein Engagement in der CSU Kemmern, wo ich als stellvertretende Vorsitzende tätig bin. Darüber hinaus bin ich Vorsitzende des Ortsverbandes des VdK.
Menschen zu unterstützen und mich für ihre Anliegen einzusetzen, ist mir ein großes persönliches Anliegen. Ausschlaggebend für meine Kandidatur war schließlich auch die Entscheidung des bisherigen Bürgermeisters, nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Vor diesem Hintergrund habe ich für mich entschieden, Verantwortung zu übernehmen und meine Erfahrung, mein Engagement und meine Motivation in das Amt der Bürgermeisterin einzubringen.
Viele Jahre meines Lebens habe ich außerdem in der Gastronomie gearbeitet. Diese Zeit hat mein Verständnis für Dienstleistung, Verantwortung und den direkten Umgang mit Menschen stark geprägt. Dieses Selbstverständnis lebe ich auch heute in der Gemeindeverwaltung: Ich sehe mich als Dienstleisterin für die Bürgerinnen und Bürger.
Genau mit dieser Haltung möchte ich Bürgermeisterin sein:
Bürgernah, bodenständig und mit dem Herz am rechten Fleck –
einfach ECHT KEMMERN!
Die Ortskernsanierung gehört zu den großen kommunalen Projekten der letzten Jahre und steht kurz vor dem Abschluss. Wie beurteilen Sie die bisherige Entwicklung?
Die Ortskernsanierung zählt in Kemmern zu den bedeutendsten kommunalen Projekten der vergangenen Jahre. Ziel war und ist es, die Wohn- und Aufenthaltsqualität im innerörtlichen Bereich nachhaltig zu stärken – und dieses Ziel wurde aus meiner Sicht sehr gut erreicht. Gleichzeitig war die Sanierung immer auch darauf ausgerichtet, Leerständen entgegenzuwirken und den Ortskern langfristig attraktiv und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Besonders wichtig ist dabei der Dialog mit den betroffenen Anliegern und der Bürgerschaft. Die Maßnahmen wurden gemeinsam entwickelt und umgesetzt, denn nur wenn die Menschen vor Ort mitgenommen werden, kann ein solches Projekt erfolgreich sein. Ein attraktiver Ortskern leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum sogenannten „sanften Tourismus“, der für unsere Gemeinde einen bedeutenden Standortfaktor darstellt.
Für den letzten Bauabschnitt 5c liegt bekanntlich bereits die Entwurfsplanung vor. Vorgesehen sind unter anderem zwei Parkplätze mit E-Ladesäulen sowie eine Fahrrad-Servicestation mit Lademöglichkeit für E-Bikes. Mit dem Abschluss dieses Bauabschnitts endet eine lange, aber insgesamt sehr erfolgreiche und für unsere Gemeinde äußerst wichtige Maßnahme.
Ein weiteres Thema seit vielen Jahren ist die Verbesserung des Hochwasserschutzes – Kemmern liegt direkt am Main und war in der Vergangenheit mehrfach von Hochwasser betroffen. Sind die nun getroffenen Maßnahmen, auch gestalterisch, gelungen?
Ein Thema, das unsere Gemeinde seit vielen Jahren beschäftigt und das uns alle betrifft. Kemmern hat in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung gemacht, wie gefährlich Überflutungen sein können. Deshalb war klar: Kemmern braucht einen zuverlässigen Schutz – und dieser sollte bestmöglich umgesetzt werden. Erste Initiativen der Gemeinde dafür begannen bereits 2003, die Umsetzung startete 2022. Dabei wurde nicht nur auf die neuesten technischen Standards geachtet. Über die Bemessungsgrundlage HQ100 hinaus wurde ein Gesamtkonzept geschaffen, das Sicherheit, Schutz und Zukunftsfähigkeit vereint. 9,4 Millionen Euro wurden investiert, um für unsere Gemeinde den höchstmöglichen Schutz zu realisieren.
Dabei standen Sicherheit und Funktionalität stets im Vordergrund. Dennoch wurde bei der Gestaltung darauf Wert gelegt, eine Einbindung ins Landschaftsbild zu erreichen. Deshalb wurde auf naturnahe Bepflanzung geachtet. Für die Ansaat der Deiche wurde zum Beispiel gebietseigenes Saatgut verwendet. Und mit der neuen Aussichtsplattform wurde ein Ort geschaffen, an dem die Menschen den Main erleben, die Flusslandschaft genießen und den Bezug zur Natur spüren können. Ein besonderer Erfolg ist auch, dass durch den verbesserten Hochwasserschutz das Landratsamt Bamberg neue Überschwemmungsgebiete festsetzen konnte. Das bedeutet auch günstigere Bedingungen bei Elementarschadenversicherungen für die Bürgerinnen und Bürger.
Dieses Projekt zeigt zudem eindrucksvoll, wie wichtig politische Kontakte und gute Zusammenarbeit mit entscheidenden Stellen sind. Nur so lassen sich große, komplexe Vorhaben erfolgreich umsetzen. Der Hochwasserschutz in Kemmern ist damit ein gelungenes Beispiel dafür, wie Sicherheit, Technik, Landschaftsgestaltung und politisches Engagement Hand in Hand gehen können – zum Wohl unserer ganzen Gemeinde.
Die Einweihung der neu gestalteten Schulbereiche und der sanierten Schulturnhalle war 2025 ein Höhepunkt für Kemmern. Welche weiteren Investitionen oder Angebote im Bildungsbereich sehen Sie als notwendig an?
Neben der gelungenen neu gestalteten Schulbereiche und der sanierten Schulturnhalle sehe ich im Bildungsbereich weiteren Handlungsbedarf. Kemmern ist mit dem bereits vorhandenen Hort für die Schulkindbetreuung grundsätzlich gut aufgestellt. Dennoch muss das Betreuungsangebot für unsere Schülerinnen und Schüler weiter ausgebaut werden. Unser mittelfristiges Ziel ist es, für jedes Schulkind einen Betreuungsplatz anbieten zu können, damit Familie und Beruf noch besser vereinbar sind und natürlich auch um die künftigen gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.
Im Bereich der schulischen Infrastruktur bleiben wichtige Investitionen ebenfalls notwendig. Die energetische Sanierung der Schulturnhalle sowie die Ausstattung des Hallendachs mit einer Photovoltaikanlage waren wichtige Schritte. Perspektivisch ist auch eine weitere energetische Sanierung des Schulgebäudes denkbar, wobei die einzelnen Maßnahmen aus finanziellen Gründen zeitlich klar priorisiert werden müssen. Vorrang hat dabei zunächst die konsequente Fortführung und Umsetzung der Planungen zur Verbesserung des Brandschutzes in der Grundschule Kemmern. Zudem ist ein neues Dach für den an die Turnhalle angrenzenden Umkleide- und Sanitärbereich erforderlich und steht bereits kurz vor der Realisierung.
Auch im Bereich der Kindertagesstätten ist die Gemeinde sehr gut aufgestellt. Mit dem neuen zweiten Kindergarten verfügt Kemmern über eine solide Grundlage, dennoch werden wir die vorgesehene Sanierung und Modernisierung der katholischen Kindertagesstätte „Haus für Kinder St. Maria“ umfassend unterstützen – insbesondere auch finanziell.
Zudem endet Bildung für uns nicht an der Schultür. Deshalb schauen wir auch auf das Areal des Pfarrheims. Durch eine Vereinbarung mit der katholischen Kirchenstiftung ist die Nutzung des Pfarrheims für die Bürgerinnen und Bürger gesichert. Das gibt uns die nötige Zeit, gemeinsam zu überlegen, wie wir diesen Bereich weiterentwickeln können – etwa für die Bücherei, Angebote der Volkshochschule, der Kreismusikschule und weitere Bildungs- und Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen.
Im Jahr 2024 wurde das Mehrgenerationenprojekt mit Service-Wohnen und Tagespflege eingeweiht. Welche Bedeutung messen Sie dieser Einrichtung bei – und wie möchten Sie das Zusammenleben von Jung und Alt in Kemmern weiter fördern?
Für mich persönlich ist diese Einrichtung ein wirklich gelungenes Projekt. Grundsätzlich ist das harmonische Zusammenleben von Jung und Alt in Kemmern etwas, auf das wir stolz sein können. Traditionell leben bei uns in Kemmern nicht selten mehrere Generationen unter einem Dach. Aber auch in unseren Vereinen werden verschiedene Altersgruppen miteinander verbunden. Mit dem neuen Mehrgenerationenprojekt, das Service-Wohnen und Tagespflege vereint, machen wir einen weiteren wichtigen Schritt, um dieses Miteinander auch für die Zukunft zu sichern.
Besonders beeindruckend finde ich die Tagespflege mit ihrem engagierten Team vom ASB: Sie gibt Menschen mit Pflegebedürftigkeit die Möglichkeit, weiterhin Zuhause zu leben, während Angehörige tagsüber ihren Verpflichtungen nachgehen können. Gleichzeitig eröffnet die Einrichtung uns allen die Chance, den „Platz der Generationen“ wirklich mit Leben zu füllen – sei es durch gemeinsame Veranstaltungen von Anwohnern, Schule, Kita und Gemeinde oder durch kleine Begegnungen im Alltag. So entsteht ein Ort, an dem Jung und Alt aktiv zusammenkommen, voneinander lernen und sich gegenseitig bereichern.
Welche konkreten Ideen haben Sie, um die Mobilität in Kemmern und in die umliegenden Gemeinden zu verbessern – zum Beispiel im Bereich ÖPNV, Radwegeverbindungen oder sichere Schulwege?
Um die Mobilität in Kemmern und in die umliegenden Gemeinden zu verbessern, sehe ich mehrere konkrete Ansatzpunkte. Im Bereich Radwege halte ich insbesondere den Ausbau der Hallstadter Straße außerorts für sinnvoll, um eine sichere und direkte Verbindung an den staatsstraßenbegleitenden Radweg zu schaffen. Unsere bestehenden Rad- und Wirtschaftswege bieten bereits gute Möglichkeiten, die umliegenden Gemeinden bis hin zur Stadt Bamberg zu erreichen. Beim weiteren Ausbau ist es jedoch wichtig, die Interessen anderer Nutzer wie der Landwirtschaft zu berücksichtigen und die historische Kulturlandschaft sowie Flora und Fauna zu schützen. Eine umfassende Asphaltierung der Wirtschaftswege ist daher nur in ausgewählten Bereichen, etwa der Anbindung von Radfahrern an die Staatsstraße 2244, sinnvoll. Zudem muss das Straßenbauamt Bamberg endlich den Lückenschluss des bundesstraßenbegleitenden Radwegs nach Breitengüßbach realisieren.
Im Bereich ÖPNV ist der Blick für das Machbare entscheidend. Im Rahmen meiner Tätigkeit für die Gemeinde Kemmern war ich an der Fortschreibung des Nahverkehrsplans beteiligt und habe erlebt, wie wichtig es ist, Angebote wie Rufbusse oder Ruftaxis am tatsächlichen Bedarf auszurichten. Die bisherige geringe Nutzung der Busverbindung nach Breitengüßbach zeigt, dass wir Angebote genau auf die Bedürfnisse der Bürger abstimmen müssen. Der Landkreis plant zudem Verbesserungen im ÖPNV, und die Gemeinde wird sich weiterhin aktiv in diesen Prozess einbringen.
Darüber hinaus sehe ich Potenzial beim Ausbau der elektrischen Ladeinfrastruktur für Fahrräder und Fahrzeuge, um alternative Mobilität zu fördern. Auch die Sicherheit der Schulwege hat für uns hohe Priorität, weshalb die Gemeinde weiterhin eng mit der Schulfamilie zusammenarbeiten wird, um Gefahrenpunkte zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen umzusetzen.
Insgesamt gilt: Wir wollen die Mobilität verbessern und weiterentwickeln, ohne unrealistische Versprechen zu geben, sondern im Rahmen dessen, was finanziell und praktisch umsetzbar ist.
Wie möchten Sie den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit in kommunale Planungen integrieren?
In Kemmern haben Klimaschutz und Nachhaltigkeit einen besonders hohen Stellenwert. Bereits im Zuge der Ortskernsanierung wurde großer Wert auf die Schaffung von Grün- und Blühflächen gelegt, und es wurden zahlreiche Bäume gepflanzt.
Trotz der vergleichsweise kleinen Gemarkungsfläche verfügt die Gemeinde über eine bemerkenswerte Anzahl an Biotopen, die einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht leisten.
Auch für zukünftige Projekte ist es für Kemmern selbstverständlich, Klimaschutz und nachhaltige Prinzipien in einer vernünftigen Art und Weise in die kommunalen Planungen einzubeziehen und Entscheidungen unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte zu treffen.
Transparenz und Bürgerbeteiligung sind wiederkehrende Themen kurz vor Wahlen. Was würden Sie konkret unternehmen, um die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger an wichtigen Entscheidungen zu stärken?
Transparenz und die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger sind für mich zentrale Anliegen. Konkret möchte ich die Partizipation auf verschiedenen Ebenen stärken: Zum einen durch ein modernes Bürgerinformationssystem und die Förderung digitaler Beteiligungsplattformen, auf denen wichtige Entscheidungen und Projekte nachvollziehbar dargestellt werden und Anregungen eingebracht werden können.
Darüber hinaus plane ich regelmäßige Bürgersprechstunden bei der Bürgermeisterin sowie thematische Bürgerversammlungen, inklusive spezieller Formate wie etwa Seniorenbürgerversammlungen, um unterschiedliche Altersgruppen gezielt einzubeziehen. Ergänzend möchte ich die Gründung eines Jugendforums und gegebenenfalls eines Seniorenbeirats vorantreiben, damit junge und ältere Generationen ihre Perspektiven direkt einbringen können.
Auch über digitale Kanäle will ich die Bürgerinnen und Bürger erreichen – sei es durch WhatsApp-Gruppen oder durch aktives Bewerben der Heimat-Info-App, um Informationen schnell und unkompliziert zu verbreiten und Rückmeldungen zu ermöglichen. Auf diese Weise schaffen wir ein breit aufgestelltes, leicht zugängliches Mitwirkungsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger.
Vereine und Ehrenamt prägen das Leben in Kemmern. Wie möchten Sie dieses Engagement in Ihrer Amtszeit unterstützen oder weiterentwickeln?
Vereine und Ehrenamt sind das Herz von Kemmern – sie machen unser Dorf lebendig und verbinden die Menschen. Deshalb möchte ich dieses Engagement in meiner Amtszeit aktiv unterstützen. Ich setze darauf, die Vereinsförderung fortzuführen und den Vereinen die Nutzung unserer gemeindlichen Einrichtungen wie Schule oder Turnhalle weiterhin unentgeltlich zu ermöglichen.
Außerdem ist mir wichtig, dass ehrenamtliches Engagement sichtbar gewürdigt wird – sei es durch öffentliche Anerkennung oder zum Beispiel durch einen Ehrenamtsempfang, bei dem wir „Danke“ sagen können. Ein besonderes Anliegen ist mir auch, die nächste Generation für das Vereinsleben zu begeistern. Gemeinsam mit den Vereinen wollen wir kreative Ideen entwickeln, wie wir junge Menschen einbinden und fördern können, damit unsere Vereine auch in Zukunft stark bleiben.
Kemmern konnte den Haushalt in den letzten Jahren ohne Kreditaufnahme ausgleichen. Welche Schwerpunkte würden Sie setzen, um die finanzielle Stabilität weiter zu sichern und gleichzeitig notwendige Investitionen zu ermöglichen?
Kemmern hat in den vergangenen Jahren seinen Haushalt ohne Kreditaufnahme ausgeglichen, was die solide Finanzwirtschaft der Gemeinde unterstreicht. Um diese solide Basis auch künftig zu sichern und gleichzeitig notwendige Investitionen zu ermöglichen, ist ein klarer Fokus auf Prioritäten unverzichtbar. Pflichtaufgaben der Gemeinde haben dabei Vorrang vor freiwilligen Leistungen, und Investitionen sollten nach Dringlichkeit, Nutzen und nachhaltiger Wirkung bewertet werden.
Darüber hinaus sollten die Einnahmen gezielt gestärkt werden. Wünschenswert wären hier seitens des Staates höhere Schlüsselzuweisungen und gezielte Inanspruchnahme von Bezuschussungen, um die finanziellen Spielräume zu erweitern. Eine strategische Planung langfristiger Investitionen ermöglicht es der Gemeinde, notwendige Modernisierungen und Projekte schrittweise umzusetzen, ohne die Haushaltsstabilität zu gefährden.
Insgesamt gilt: Klare Prioritätensetzung, gezielte Einnahmeverbesserungen und effiziente Mittelverwendung bilden die Grundlage, um finanzielle Stabilität und zukunftsorientierte Investitionen in Einklang zu bringen.
Wo sehen Sie Potenziale für neue Einnahmen – etwa über Gewerbeansiedlung, touristische Angebote oder zusätzliche Förderprogramme?
Neue Einnahmequellen zu erschließen, ohne die Bürgerinnen und Bürger zusätzlich finanziell zu belasten, ist eine große Herausforderung. Mein Grundsatz lautet daher, dass wir die Menschen nicht mehr mit Steuern und Gebühren belasten, als unbedingt nötig.
Ein wichtiger Hebel ist der gezielte Ausbau unseres Gewerbegebiets, der bereits auf Hochtouren läuft, sowie die Ansiedlung interessanter Gewerbebetriebe, die langfristig stabile Einnahmen generieren. Gleichzeitig setze ich auf die gezielte Nutzung von Förderprogrammen, wobei wir klare gemeindliche Schwerpunkte definieren, um diese Mittel effizient einzusetzen.
Darüber hinaus möchte ich unsere Gastronomie unterstützen, indem wir für sie attraktive Rahmenbedingungen schaffen und flankierende Maßnahmen anbieten. Auch im touristischen Bereich sehe ich Potenzial: durch eine weiterhin aktive Mitgliedschaft in Tourismusverbänden können wir Angebote besser vernetzen und zusätzliche Besucherinnen und Besucher gewinnen, was wiederum Einnahmen für unsere Gemeinde steigert.
Wenn Sie an Kemmern im Jahr 2032 denken: Wie soll sich die Gemeinde Ihrer Vorstellung nach entwickelt haben – im Alltag der Menschen, im Ortsbild und bei der Versorgung?
Wenn ich an Kemmern im Jahr 2032 denke, sehe ich eine Gemeinde, in der sich Menschen jeden Alters rundum wohlfühlen. Ich träume von neuen Wohnmöglichkeiten und einem Ort, der gleichzeitig überschaubar und liebenswert bleibt. Schön wäre es, wenn wir vor Ort mehr Einkaufsmöglichkeiten hätten und sehr wichtig wird sein, dass die medizinische Versorgung gut funktioniert – damit man auch im Alltag kurze Wege hat.
Ich wünsche mir eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und moderne Ladeinfrastruktur für Fahrräder und Elektroautos, so dass wir flexibel und umweltbewusst unterwegs sein können. Unsere Kerwa soll wieder im Ortskern im Einklang mit unseren Traditionen gefeiert werden – ein Highlight, das Jung und Alt zusammenbringt.
Besonders wichtig ist mir, dass Kinder und Jugendliche in Kindergarten und Schule bestens betreut werden und wir ein lebendiges Miteinander zwischen Gemeinde, Kirche und Vereinen erleben. Kemmern soll ein Ort sein, an dem Jung und Alt miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam Zeit verbringen und voneinander lernen.
Ich freue mich, wenn Kemmern als Ausflugsziel bekannt ist und interessante Gewerbebetriebe den Ort bereichern. Für Sicherheit sorgt eine bestmöglich ausgestattete Feuerwehr, die im Notfall schnell und zuverlässig handeln kann.
Dank der Vereinbarung mit der Katholischen Kirchenstiftung kann das Pfarrheim weiter für die Bevölkerung genutzt werden – und bestenfalls haben wir bereits unsere Chance genutzt und Planungen auf den Weg gebracht, das gesamte Areal langfristig für zum Beispiel Bücherei, Volkshochschule, Kreismusikschule und Vereine sinnvoll zu entwickeln.
Kurz gesagt: Ich möchte, dass Kemmern 2032 ein lebendiger, freundlicher und zukunftsorientierter Ort ist, an dem sich alle Generationen zu Hause fühlen und gerne zusammenkommen.
Wenn Sie drei Wünsche an die „große Politik“, also Richtung München, Berlin oder Brüssel, frei hätten: Was wären diese?
Erstens wünsche ich mir einen effektiven Abbau der Bürokratie, damit Entscheidungsprozesse schneller und unbürokratischer gestaltet werden können und Kommunen ihre Aufgaben pragmatisch erfüllen können.
Zweitens erwarte ich, dass Kommunen nicht ständig mit neuen Aufgaben belastet werden, ohne dass die nötigen Mittel bereitgestellt werden – zusätzliche Lasten dürfen nicht zulasten der Handlungsfähigkeit vor Ort gehen.
Drittens ist es essenziell, ausreichende finanzielle Mittel für die Gemeinden sicherzustellen, damit sie eigenständig und flexibel handeln können, um Projekte umzusetzen, die zum einen notwendig sind und zum anderen die Lebensqualität vor Ort sicherstellen.
Was würden Sie den Kemmernerinnen und Kemmernern als Ihre zentrale Botschaft mit auf den Weg geben, kurz bevor sie am 8. März 2026 ihre Stimme abgeben?
Liebe Bürgerinnen und Bürger, wenn Sie zum 8. März 2026 Ihre Stimme abgeben, entscheiden Sie über die Zukunft unseres schönen Ortes. Kemmern ist nicht irgendein Ort – Kemmern ist unser Zuhause! Hier leben wir, hier wachsen unsere Kinder auf.
Ich möchte Verantwortung übernehmen, damit unser Zuhause auch weiterhin lebens- und liebenswert bleibt. Als Bürgermeisterin möchte ich für Sie da sein – nah bei den Menschen, ansprechbar, bodenständig und ehrlich. Mit offenen Ohren, klarem Blick und dem Herz am rechten Fleck.
„Echt Kemmern“ ist für mich kein Wahlspruch, sondern Haltung. Ich stehe für echtes Engagement, für echtes Zuhören und für echte Liebe zu unserem Ort. Dafür werde ich werde mein Wissen und meine ganze Kraft und Leidenschaft einsetzen.
Damit Kemmern gewinnt. Damit wir gemeinsam gewinnen. Damit Kemmern das bleibt, was es für uns alle ist: unsere schöne Heimat!
Dafür bitte ich Sie herzlich um Ihr Vertrauen bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 – gemeinsam für ein starkes, lebendiges und echtes Kemmern.
Zur Person:
Denise Müller
- geboren 1975, aufgewachsen in Appendorf
- beruflich und privat seit vielen Jahren fest in Kemmern verwurzelt
- Ausbildung zur Kommunikationskauffrau
- spätere Ausbildung an der Bayer. Verwaltungsschule zur Verwaltungsangestellten
- seit 2013 bei Gemeinde Kemmern beschäftigt
- tätig in verschiedenen Bereichen – Einwohneramt, Bau- und Grundstücksangelegenheiten, Renten- und Sozialangelegenheiten, Vorzimmer Bürgermeister, u.a.
- seit 01.01.2024 Standesbeamtin
- parallel zum Job bislang immer in der Gastronomie tätig
- ehrenamtliches Engagement als Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Kemmern sowie als stellvertretende Vorsitzende des CSU-Ortsverbands
- verheiratet, Mutter von zwei Kindern
- sehr geselliger Mensch, der den Austausch mit anderen schätzt





