Knappe Wahlen und erste Spannungen im Lauterer Gemeinderat

Im Titelbild: Bürgermeister Ronny Beck vereidigt Ruth Will und Peter Zweier als Bürgermeister-Stellvertreter.

Schon bei den ersten personellen Entscheidungen zeigte sich im Lauterer Gemeinderat, dass die neue Wahlperiode nicht konfliktfrei beginnen würde. Vor allem die Wahlen zum zweiten und dritten Bürgermeister verliefen äußerst knapp – und sorgten im Nachgang für deutliche Kritik aus den Reihen der Freien Wählergemeinschaft.

Bürgermeister Ronny Beck (CSU) erinnerte in seiner Eröffnungsrede zunächst an die Herausforderungen der vergangenen Jahre. Direkt nach der Wahl 2020 habe der Corona-Lockdown begonnen, später seien die Folgen des Ukraine-Krieges und finanzielle Belastungen hinzugekommen. Gleichzeitig verwies Beck auf angestoßene Projekte und nannte unter anderem den Glasfaserausbau und die Windkraft. Die Gemeinde müsse jedoch weiterhin verantwortungsvoll mit den verfügbaren Mitteln umgehen. „Wir haben nicht unendlich Geld und kein Sondervermögen wie der Bund“, so Beck

Vier neue Gemeinderatsmitglieder vereidigt

Zu Beginn der Sitzung legten Carmen Seits (Freie Wählergemeinschaft Lautergrund, FWG), Altbürgermeister Armin Postler (FWG), Alexander Gruber (CSU) und Michael Postler (CSU) als neue Gemeinderatsmitglieder ihren Amtseid ab. Anschließend beschloss der Gemeinderat einstimmig, weiterhin einen zweiten und einen dritten Bürgermeister zu wählen.

Die neuen Gemeinderäte bei der Vereidigung: Alexander Gruber, Armin Postler, Carmen Seits und Michael Postler.

Die Wahlen verliefen allerdings alles andere als geräuschlos. Für das Amt des zweiten Bürgermeisters nominierte Sven Schärer (CSU) seinen Parteikollegen Peter Zweier. Daniel Roßmeier (FWG) brachte dagegen Christian Albrecht von der Freien Wählergemeinschaft ins Rennen, der bislang dritter Bürgermeister war. Zur Begründung sagte er, ein weiterer Bürgermeister sollte aus der jeweils anderen Gruppierung kommen – im Gemeinderat sind mit der CSU und der FWG nur zwei vertreten. Bei der geheimen Abstimmung setzte sich Zweier schließlich denkbar knapp mit sieben zu sechs Stimmen durch. Nach seiner Wahl erklärte er, in letzter Zeit sei „viel Vertrauen verloren gegangen“, dieses müsse nun wiederhergestellt werden. Entscheidungen müssten ausschließlich zum Wohl der Gemeinde getroffen werden, persönliche Befindlichkeiten sollten dabei in den Hintergrund treten.

Ähnlich eng fiel auch die Wahl zum dritten Bürgermeister aus. Während die FWG erneut Christian Albrecht vorgeschlagen hatte, nominierte die CSU Ruth Will. Wieder lautete das Ergebnis sieben zu sechs Stimmen – zugunsten von Will, die damit dritte Bürgermeisterin wird. Dass damit alle drei Bürgermeisterämter künftig von der CSU besetzt werden, sorgte im Anschluss sichtbar für Unmut bei der Freien Wählergemeinschaft. Simone Postler sprach das Thema Fairness offen an und erklärte, es sei wohl bereits im Vorfeld abgesprochen gewesen, dass die Freien Wähler diesmal keinen Bürgermeister stellen würden.

Peter Zweier, Ruth Will und Ronny Beck vor dem Rathaus.

Vertreter für Verwaltungsgemeinschaft und die Ausschüsse

Neben Finanzausschuss und Rechnungsprüfungsausschuss erhält Lauter künftig erstmals auch einen Bau- und Umweltausschuss. Sämtliche Beschlüsse zu Ausschüssen, Geschäftsordnung und Hauptsatzung wurden einstimmig gefasst. Das Sitzungsgeld für Gemeinderatsmitglieder bleibt weiterhin bei 30 Euro je Sitzung. Dies wurde in der neuen Hauptsatzung festgelegt. Anders als in vielen anderen Kommunen wurden in Lauter zunächst keine offiziellen Fraktionen gebildet.

Für die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Baunach wurden neben Bürgermeister Ronny Beck und seinem Stellvertreter Peter Zweier weitere Vertreter benannt. Die CSU entsendet Udo Karl mit Sven Schärer als Stellvertreter. Für die FWG Lautergrund übernimmt Christian Albrecht die Aufgabe, vertreten von Daniel Roßmeier.

Ausschüsse im Überblick

Finanzausschuss
(Vorsitz: Bürgermeister Ronny Beck, Stellvertretung: Peter Zweier)

MitgliedStellvertretung
Alexander Gruber (CSU)Ruth Will (CSU)
Sven Schärer (CSU)Udo Karl (CSU)
Simone Postler (FWG)Armin Postler (FWG)
Daniel Roßmeier (FWG)Carmen Seits (FWG)

Bau- und Umweltausschuss
(Vorsitz: Bürgermeister Ronny Beck, Stellvertretung: Ruth Will)

MitgliedStellvertretung
Michael Postler (CSU)Alexander Gruber (CSU)
Udo Karl (CSU)Sven Schärer (CSU)
Peter Zweier (CSU)Ruth Will (CSU)
Armin Postler (FWG)Carmen Seits (FWG)
Daniel Roßmeier (FWG)Simone Postler (FWG)
Christian Albrecht (FWG)Helmut Hartmann (FWG)

Rechnungsprüfungsausschuss

MitgliedStellvertretung
Ruth Will (CSU)Peter Zweier (CSU)
Sven Schärer (CSU)Alexander Gruber (CSU)
Simone Postler (FWG)Armin Postler (FWG)
Carmen Seits (FWG)Christian Albrecht (FWG)

Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses wurde Ruth Will, Stellvertreterin ist Simone Postler. Ursprünglich war Simone Postler selbst für den Vorsitz vorgeschlagen worden. Sie erklärte jedoch mit Blick auf die Mehrheitsverhältnisse, die Sitze sollten „ja wohl bei der CSU bleiben“.

Der Gemeinderat Lauter für die Wahlperiode 2026 bis 2032.

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Ein Ortssprecher für Appendorf?

Ein weiteres Thema war die Besetzung des Aufsichtsrates der Windenergie Lautergrund GmbH, die 2024 gegründet wurde und sich mit der Planung von Windkraftanlagen beschäftigt. In das Gremium entsendet die CSU Peter Zweier, Michael Postler und Udo Karl. Die FWG wird durch Armin Postler, Daniel Roßmeier und Carmen Seits vertreten.

Zurückgestellt wurde zunächst die geplante Wahl eines Ortssprechers für Appendorf. Bürgermeister Beck schlug vor, zunächst eine Versammlung im Ortsteil abzuhalten, um überhaupt das Interesse an einem Ortssprecher zu klären. Denkbar sei eine solche rund um das Brunnenfest Anfang Juni. Der Gemeinderat folgte diesem Vorschlag einstimmig.

Zu Jugendbeauftragte wurden Alexander Gruber und Carmen Seits bestellt. Behindertenbeauftragter wird Michael Postler. Die Aufgaben als Seniorenbeauftragte übernehmen künftig Ruth Will und Daniel Roßmeier gemeinsam.

Veränderungssperre für Windvorranggebiete

Zum Ende der Sitzung beschloss der Gemeinderat außerdem einstimmig eine Veränderungssperre für die Windvorranggebiete Deusdorf-West und Lauter-West. Bürgermeister Beck erklärte, Ziel sei eine koordinierte Planung und die Vermeidung eines „Wildwuchses einzelner Windprojekte“.

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