Im Titelbild: Außenansicht der Halle. Quelle: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten+Stadtplaner
Der Neubau der Dreifeldturnhalle auf dem Dr.-Pfleger-Campus nimmt in Hallstadt immer konkretere Formen an. In der jüngsten Stadtratssitzung stellten Vertreter des Architekturbüros den Planungsstand vor. Gleichzeitig präsentierte Kämmerer Markus Pflaum die ersten Eckpunkte des Haushalts 2026 – mit Millioneninvestitionen, Rücklagenentnahmen und einer Anpassung der Grundsteuer.
Die neue Sporthalle ist eines der größten kommunalen Bauprojekte der kommenden Jahre. Bereits 2024 hatte sich der Entwurf des Büros Bär, Stadelmann, Stöcker in einem Architektenwettbewerb durchgesetzt. Nun befindet sich das Projekt in der Entwurfsplanung der Leistungsphase 3.
Projektleiter Michael Lang erläuterte gemeinsam mit Andreas Schmuck aus dem Planungsteam, dass sich die Konzeption seit dem Wettbewerb weiterentwickelt habe. Vorgesehen ist weiterhin eine moderne Dreifeldhalle in Holzbauweise mit warm wirkendem Innenraum und sichtbaren Holzelementen. Farblich soll die Halle überwiegend in Grün- und Creme-Beige-Tönen gestaltet werden, ergänzt durch blaue Akzente für Orientierung und Piktogramme.
Im Erdgeschoss sind unter anderem Lager- und Geräteräume vorgesehen. Das Obergeschoss mit den Umkleiden soll über zwei Treppenhäuser sowie einen Aufzug erschlossen werden. Geplant ist außerdem eine Tribüne mit 180 Sitzplätzen. Damit bleibt die Halle bewusst unter der Schwelle von 200 Sitzplätzen und gilt rechtlich nicht als Versammlungsstätte. Laut den Planern lassen sich dadurch erhebliche Zusatzkosten und spätere Prüfpflichten vermeiden. Statt einzelner Schalensitze sollen feste Sitzreihen eingebaut werden. Auch energetisch soll die Halle moderne Standards erfüllen. Vorgesehen sind ein vollflächiges Gründach sowie eine Photovoltaikanlage auf etwa einem Drittel der Dachfläche. Ein Batteriespeicher soll in einem separaten Trafohäuschen außerhalb der Halle untergebracht werden. Eine spätere Erweiterung der PV-Anlage sei grundsätzlich möglich.
Blick in den Plan fürs Erdgeschoss. Links und rechts sind die beiden Treppen zu sehen, die ins Obergeschoss zu Tribüne und Umkleiden führen. Quelle: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten+Stadtplaner
Die voraussichtlichen Gesamtkosten werden aktuell auf rund 15,2 Millionen Euro brutto geschätzt. Davon entfallen etwa 10,8 Millionen Euro auf die eigentlichen Gebäudekosten. Gleichzeitig seien inzwischen Einsparpotenziale von etwa einer halben Million Euro identifiziert worden, unter anderem im Bereich der Sichtdecken im Innenbereich.
Im Stadtrat wurde dennoch intensiv über die Kosten diskutiert. Ludwig Wolf (BBL/FW) erinnerte daran, dass zu Beginn des Projekts noch von etwa acht Millionen Euro ausgegangen worden sei. Bürgermeister Thomas Söder betonte jedoch, dass sich diese frühere Zahl im Wesentlichen auf die reinen Baukosten bezogen habe. Inzwischen seien auch Erschließungskosten, Honorare und weitere Nebenkosten eingerechnet. Kämmerer Markus Pflaum verwies zudem auf erwartete Förderungen. Wolf sprach sich außerdem dafür aus, das Hallendach vollständig mit Photovoltaik zu belegen, um eventuell auch umliegende Gebäude mitversorgen zu können. Aus Sicht der Verwaltung hätte eine größere Anlage allerdings Auswirkungen auf die Vermarktung des Stroms.
Diskutiert wurde auch die Parkplatzsituation. Stadtrat Thomas Müller (CSU) hielt die vorgesehene Zahl der Stellplätze insbesondere bei größeren Sportveranstaltungen für zu gering. Auch in einer Stadtratssitzung im März war dies bereits thematisiert worden. Projektleiter Michael Lang verwies darauf, dass stets das gesamte Campusgelände betrachtet werden müsse und zugleich bewusst größere Grünflächen entstehen sollen. Bürgermeister Söder ergänzte, dass zusätzlich Gespräche mit Nachbarn wie Kaspar Schulz oder Dr. Pfleger über Mitnutzungsmöglichkeiten geführt würden.
Der Stadtrat nahm den Planungsstand schließlich einstimmig zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung mit der Fortführung der Planungen.
Die Halle, rot markiert, und ihr Umfeld. Quelle: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten+Stadtplaner
Hohe Rücklagenentnahmen geplant
Großen Raum nahm später auch die Vorstellung der Haushalts-Eckpunkte für das Jahr 2026 ein. Einen Beschluss gab es noch nicht – die Fraktionen sollen zunächst Gelegenheit erhalten, den Entwurf zu beraten und gegebenenfalls Anträge einzubringen.
Kämmerer Markus Pflaum stellte einen Verwaltungshaushalt von rund 26 Millionen Euro sowie einen Vermögenshaushalt von knapp 11 Millionen Euro vor. Größte Projekte bleiben die Dreifeldturnhalle sowie das geplante Paul-Maar-Museum, für das aktuell mit Gesamtkosten von etwa 7,5 Millionen Euro in den kommenden Jahren kalkuliert wird. Für die Sporthalle rechnet die Stadt derzeit mit Fördermitteln von insgesamt rund 5,8 Millionen Euro. Dazu zählen eine Förderung von 1,8 Millionen Euro, ein Sonderbudget von gut einer Million Euro sowie etwa drei Millionen Euro Vorsteuererstattung. Die Halle soll dazu als sogenannter Betrieb gewerblicher Art geführt werden, wodurch die Stadt vorsteuerabzugsberechtigt wäre. Laut Pflaum müsse diese Konstruktion allerdings noch in den Fraktionen diskutiert werden. Auch für das Paul-Maar-Museum werden Fördermittel erwartet – nach aktueller Schätzung in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro.
Die Stadt plant in den kommenden Jahren erhebliche Rücklagenentnahmen. Für 2027 sind aktuell mehr als 13 Millionen Euro vorgesehen, für 2028 nochmals über neun Millionen Euro. Dennoch soll die Rücklage bis 2029 noch knapp drei Millionen Euro betragen. Derzeit verfügt Hallstadt laut Pflaum über laufende Mittel, Anlagen und Rücklagen in Höhe von rund 20,4 Millionen Euro.
Um den Haushalt auszugleichen, setzt die Stadt neben Fördermitteln und Grundstücksverkäufen auch auf Kredite. Vorgesehen sind Darlehen über 1,2 Millionen Euro im Jahr 2026 sowie weitere 2,5 Millionen Euro im Jahr 2027. Der Kredit für 2026 müsste zwar an sich nicht in Anspruch genommen werden, ermögliche aber günstige Zinskonditionen über ein Bauspardarlehen. Weil der Haushalt dadurch genehmigungspflichtig wird, verlangt das Landratsamt allerdings eine Erhöhung des Grundsteuer-Hebesatzes von derzeit 180 auf 220 Prozent. Nach Angaben des Kämmerers würde dies die Einnahmen bei den Grundsteuern um etwa 20 Prozent steigern.
Daneben nannte Pflaum weitere zentrale Einnahme- und Ausgabeposten: Die Kreisumlage liegt bei rund 6,6 Millionen Euro, die Gewerbesteuereinnahmen werden mit sieben Millionen Euro kalkuliert, die Beteiligung an der Einkommensteuer mit rund 6,4 Millionen Euro.
Alte Geschäftsordnung gilt vorerst weiter
Vertagt wurde der Erlass einer neuen Geschäftsordnung für die Wahlperiode 2026 bis 2032. Hintergrund war eine Diskussion über mögliche hybride Sitzungsteilnahmen. Thomas Müller berichtete, dass seine Fraktion darüber gesprochen habe, Stadträten in Ausnahmefällen – etwa während einer Reha – eine digitale Zuschaltung zu ermöglichen. Gerd Kühlbrandt (BBL/FW) verwies dabei auf offene Fragen beim nichtöffentlichen Sitzungsteil. Manuel Reitberger äußerte für die SPD-Fraktion grundsätzliche Bedenken und betonte, Demokratie lebe auch von unmittelbarer Diskussion und Emotionen. Da die bisherige Geschäftsordnung weiterhin gültig bleibt, sah zweiter Bürgermeister Veit Popp (CSU) keinen akuten Handlungsdruck. Die Entscheidung wurde deshalb auf eine spätere Sitzung verschoben.




