„Band des Lebens“: Altwasser und Feuchtmulden an der Regnitzmündung

Im Maintal zwischen Bamberg und Lichtenfels rollen derzeit an vielen Stellen die Bagger. Im Rahmen des LIFE-Natur-Projekts „Oberes Maintal“ werden neue Flachwasserzonen an Baggerseen geschaffen. Altwässer und feuchte Wiesenmulden bieten Lebensräume für bedrohte Arten und lassen aus dem Maintal ein „Band des Lebens“ werden.

Nahe der Regnitzmündung südlich Dörfleins wurden zwei Altwässer und eine Wiesenmulde geschaffen. Hierfür wurden über 10.000 cbm Boden bewegt. Die Ausführung wurde durch die Fa. Pfister, Breitengüßbach übernommen, die über viel Erfahrung mit Renaturierungen verfügt. Viele Fische profitieren von der Aktion, denn die vorher abflusslosen Mulden wurden vertieft und führen nun dauerhaft Wasser. Der von der Fischerei geäußerte Wunsch, die Altwässer an den Main anzuschließen, scheiterte an den Vorgaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.

Durch eine Kooperation mit der Fa. Dennert konnten die angefallenen Bodenmassen ortsnah in deren renaturierte Baggerseen eingebaut werden. Dies hat nicht nur die Kosten reduziert, es wurden zugleich auch zusätzliche Flachwasserzonen in den Dennert-Baggerseen geschaffen, die zukünftig weiteren Lebensraum für die vielfältigen Tier- und Pflanzenarten am Wasser bieten. Im Anschluss an die Erdarbeiten wurden Teile der Altwässer durch Teilnehmer der Jagdausbildung der Kreisgruppe Bamberg unter Anleitung von Thomas Stahl (LBV) mit Schilf bepflanzt. So kann sich die Natur ein Stück ursprüngliche Auenlandschaft zurückholen. Unmittelbar nach der Baumaßnahme konnten bereits Libellen bei der Eiablage beobachtet werden und auch die ersten Amphibien haben die Altwässer bereits entdeckt. Schwalben trinken hier im Flug und jagen nach Insekten. In der Umgebung wurde bereits ebenfalls durch das LIFE-Natur-Projekt eine Nisthilfe für den Weißstorch und südlich von Hallstadt ein Vogelbeobachtungsturm errichtet. Dieser ist in wenigen Minuten mit dem Fahrrad von Hallstadt aus erreichbar. Der Weg führt von der Fa. Leicht aus flussabwärts am Main direkt zum Beobachtungsturm.

LIFE-Natur-Projekt 2013
Die Beteiligten sehen sich das Projekt südlich von Dörfleins an (v. l. n. r.): Karl Andrew (Fa. Dennert), Thomas Stahl (LBV), Bernhard Struck (LRA Bamberg – Untere Naturschutzbehörde), Hermann Pfister (ausführende Firma Fa. Pfister – Hohengüssbach), Max Wehner (TEAM 4 Nürnberg, Projektmanagement)

„LIFE-Natur“ – Was ist das?

Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist ein wichtiges Ziel der Europäischen Union. Zu diesem Zweck hat die EU unter der Bezeichnung Natura 2000 ein europäisches Schutzgebietsnetz ausgewiesen. Bestehend aus Vogelschutzgebieten und FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitat-Gebieten) legt es die Grundlage für einen europaweiten Biotopverbund. Viele dieser Gebiete brauchen gezielte Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, damit ihre ökologische Qualität gesichert oder verbessert wird. Um die Mitgliedstaaten hierbei zu unterstützen, hat die EU das Europäische Förderprogramm LIFE-Natur ins Leben gerufen. Für das Maintal haben sich die Landkreise Bamberg und Lichtenfels zusammengetan und das LIFE-Natur-Projekt „Oberes Maintal“ beantragt. Weitere Projektpartner sind Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. und Bund Naturschutz in Bayern e. V. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Kommunen, Behörden, Vereinen und Institutionen. Mit Hilfe des LIFE-Natur-Projektes sollen Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten neu geschaffen werden und durch die Anlage von Flachwasserzonen, Schilfgebieten und Altwässern eine lebendige Seenlandschaft entstehen. Von dem Biotopverbund profitieren vor allem Vögel, die Rast- und Nahrungsplätze finden und Fische, die das flache Wasser als Kinderstube nutzen.

Das Projekt in Zahlen

Projektträger: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

Geschäftsführung: Landkreis Bamberg, Fachbereich Umwelt

Projektmanagement: Büro TEAM 4

Projektgebiet: 3.150 ha

Länge des Mains: 77,4 km

Projektlaufzeit: 4 ½ Jahre, 2010 bis Mitte 2014

Landratsamt Bamberg

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