Umgehung B279: 88 Prozent der Befragten unterstützen Argumentation der Interessengemeinschaft

2.488 Bürger hat die Interessengemeinschaft B279 Baunach befragt, 2.178 sprachen sich für eine Ostumgehung aus. Am 16. Oktober wurde die Unterschriftenliste an Bürgermeister Ekkehard Hojer übergeben, er wird sie an den zuständigen Staatssekretär weiterleiten. Einige Tage zuvor machte sich die Bundestagsabgeordnete Anette Kramme (SPD) ein Bild von der Situation in Reckendorf. Auch dort hat sich eine Interessengemeinschaft zusammengefunden.

„Wir sind der Meinung, dass wir es als Baunacher Bürger nicht einfach hinnehmen können, wenn vom staatlichen Bauamt nur noch die Westumgehung favorisiert und die schon immer geplante Ostumgehung völlig außer Acht gelassen wird.“ Die Interessengemeinschaft B279 Baunach begründet in einem Infoblatt ausführlich, warum für sie eine Westumgehung nicht in Frage kommt und führt Natur- und Landschaftsschutz, eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt, Lärmbelästigung durch den Westwind, fehlende Anbindung des Gewerbe- und Industriegebietes sowie die hohen Kosten an. Mit etwa 45 Millionen Euro wäre eine Westtrasse fast doppelt so teuer wie die bisher angedachte Ostumgehung. Abschreckend wirkt auch eine Fotomontage, die auf der Internetseite der Interessengemeinschaft publiziert wurde. Sie zeigt eine etwa 500 Meter lange Brücke, die das Lautertal überspannen würde.


Fotomontage auf der Internetseite der Interessengemeinschaft.

In Baunach spricht sich Mehrheit für Ost aus

Und so befragte die Interessengemeinschaft auch die Bürger. Gefragt wurde also nicht explizit nach der gewünschten Umgehungsvariante, sondern nur, ob die Argumentation des Infoblattes unterstützt werde oder nicht. 88 Prozent der Befragten stimmten zu, insgesamt wurden 2.488 Meinungen eingeholt. In Baunach und den Stadtteilen zeigt sich überall eine deutliche Mehrheit für die Argumentation, lediglich in Daschendorf steht es annähernd unentschieden. Klar ist damit: Nachdem sich Bürgermeister Ekkehard Hojer in der Stadtratssitzung vom 18. September klar für eine Ostumgehung ausgesprochen hatte, weiß er nun die Mehrheit der Baunacher Bürger hinter sich.


Werner Knappe von der Baunacher Interessengemeinschaft erläutert die Beweggründe für die Unterschriftenaktion.


Heidi Allin übergibt die Unterschriften an Bürgermeister Hojer.

Das Staatliche Bauamt Bamberg hatte in einer Informationsveranstaltung am 17. Juli 2012 in der Aula der Baunacher Schule die Westtrasse als alternativlos dargestellt. „Die Osttrasse beeinträchtigt den Gebietsschutz erheblich, darunter Flachlandmähwiesen, prioritären Auwald und den Lebensraum des Ameisenbläulings. Die Westtrasse hingegen stellt aus Sicht des Gebietsschutzes die weitaus bessere Alternative dar. Dort wird nur ein FFH-Gebiet beeinträchtigt, mit entsprechenden Maßnahmen aber unterhalb der Erheblichkeitsschwelle. Dafür ist die Westtrasse aber wesentlich teurer“, sagte damals Andreas Eisgruber, stellvertretender Leiter des Bauamts. „Aus heutiger Sicht ist daher die Osttrasse nicht zulassungsfähig, da eine konkrete Alternative existiert – die Westumgehung. Wenn eine Umgehung gebaut wird, dann nur im Westen.“


Dichter Verkehr in Baunach.

Am Ende vielleicht gar keine Umgehung?!

Bereits am Freitag, 18. Oktober, war die SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme zu Gast in Reckendorf und informierte sich vor Ort über die Umgehungslösungen. Empfangen wurde sie von Herbert Vetter, dem dortigen Vertreter der Interessengemeinschaft B279. Er erklärte, dass rund 10.000 Fahrzeuge pro Tag, darunter viel Schwerlastverkehr, durch den Ort fahren.

„Dass eine Umgehung kommen soll, ist unstrittig“, sagte Vetter und löste damit gleich Protest eines Bürgers aus, der im Osten von Reckendorf wohnt. Anette Kramme fühlte sich an die Situation in ihrem Wohnort Heinersreuth (nördlich von Bayreuth) erinnert. Dort seien Gemeinde und Bürger seit Jahren zerstritten und könnten sich nicht auf eine favorisierte Lösung einigen, mit der Folge, dass die Umgehung so gut wie ad acta gelegt sei. „Wenn die Gemeinden zerstritten sind und keine einvernehmliche Lösung finden, besteht die Gefahr, dass irgendwann im Bundesverkehrsministerium die Entscheidung fällt, das Projekt zu verwerfen.“

Kramme besichtigte mit Mitgliedern der Interessengemeinschaft und interessierten Bürgern anschließend das Gelände im Osten und Westen von Reckendorf und stand noch eine weitere Stunde für Fragen und zur Diskussion zur Verfügung.


Herbert Vetter und Anette Kramme im Gespräch.


Bereits direkt nach Krammes Ankunft wurde heftig diskutiert.

Johannes Michel. Quelle Fotomontage: Interessengemeinschaft B279 Baunach

 

Wie sehen die aktuellen Planungen für eine Umgehung von Baunach und Reckendorf aus? Alle Informationen finden Sie in unserem Artikel Staatliches Bauamt: „Wenn eine Umgehung, dann nur im Westen“. Selbstverständlich bleiben wir am Thema dran. Sollten Sie Ihre Meinung äußern wollen, freuen wir uns über Ihren Kommentar unter diesem Artikel oder auch bei Facebook und Google+.

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