Weniger Mitglieder: Verein stellt antrag auf Mietminderung

Am 24. Juni trafen sich die Gemeinderäte in Gerach wieder zu einer Sitzung. Dabei ging es unter anderem um Mietminderungsanträge von Abteilungen des SV Rot-Weiß Gerach und um die Dorferneuerung. Und auch Mehrkosten für das neue Feuerwehrhaus waren Thema.

Ausführlich diskutiert wurde die starke Beeinträchtigung des Vereinslebens während der langen Lock-Down-Zeiten. Hatte doch sowohl die Kegelabteilung wie auch die Fußballabteilung des SVs Rot-Weiß-Gerach Antrag auf Mietminderung gestellt. Wegen verbotenem Sportbetrieb baten die einen um einen Verzicht des Vermieters, nämlich um die Hälfte der Mieteinnahmen für die Kegelbahn, die anderen bezüglich der Umkleideräume um Gebührenermäßigung, zumal keinerlei Nebenkosten und Reinigungsgebühr angefallen waren.

Das Fehlen von Einnahmen durch Feste und vermehrte Austritte, zum Beispiel von einem Drittel an Mitgliedern der Kegelabteilung, stellen die jeweiligen Kassenverwalter vor Herausforderungen. Antrag für das Förderprogramm der Sparkasse war zwar gestellt worden, ein Bescheid stünde jedoch noch aus, so antwortete Erster Bürgermeister Sascha Günther auf Nachfrage. Erfahrungsgemäß würden aus dem Topf nur die Vereine unterstützt werden, die in „roten Zahlen“ lägen.

Gemeinderat Gerhard Ellner (SPD) plädierte dafür, dass die Gemeinde nicht dazu helfen sollte, die Vereine „ins Minus“ zu bringen und Rolf Baier (UWG) fügte hinzu: „Uns machen die Beträge nicht ärmer und nicht reicher.“ Gemeinderätin Petra Schmitt (CSU) zeigte sich enttäuscht davon, dass so viele Austritte zu verzeichnen seien: „Gerade in diesen schlechten Zeiten, müsse man doch zueinanderstehen!“ Somit wurde den Anträgen insofern einstimmig entsprochen, dass einmal für sechs Monate auf die Miete der Kegelbahn verzichtet werde und die Fußballabteilung mit einer Reduzierung um 250 Euro rechnen darf.

Aktueller Stand der Dorferneuerung

Tobias Ebert (SPD), Vorstandsmitglied der Teilnehmergemeinschaft und Ortsbeauftragter, zugleich dritter Bürgermeister, setzte das Gremium von den Ergebnissen der Anfang Juni abgehaltenen Sitzung der „TG Dorferneuerung“ in Kenntnis. Die Wahl für die Pflastersteine des Parkplatzes war auf „Kasten 2“ gefallen: große Steine mit abgeflachten Kanten. Zu diskutieren sei noch, ob bei der Kapelle die gleiche Größe in Anwendung käme, oder kleiner dimensionierte. Die Wege selbst würden asphaltiert werden, bracht er in Erinnerung. Die Verkehrsinsel würde unter Umständen verkürzt werden, damit der Bus sie besser umfahren könne. Die vorher durchgeführte Einzeichnung des Sanierungsgebiets stieß von allen Seiten auf positive Resonanz. Entsprechend der ersten Planungen soll die Linde an der Kreuzung „Friedrichstraße“ erhalten bleiben.

Bedenken, die es von einem Anwohner bei einer als „S-Kurve“ gestalteter Ausfahrt “An der Ziegelhütte“ gab, konnten vom Vorsitzenden der TG Gerach, Pius Schmelzer (ALE) bereinigt werden; sie sind in der aktuellen Auslegung noch nicht berücksichtigt. Das zeitliche Korsett sehe einen Baubeginn für 2022 und eine „sportliche“ Bauzeit von einem Jahr vor, da sich der Publikumsverkehr überschaubar abzeichne. Begonnen werde mit dem Parkplatz.

Wichtig wäre auch die Festsetzung, wo der zukünftige Brunnen errichtet werden und wie er ausschauen solle. Der Obst- und Gartenbauverein Gerach hat hierfür eine Summe in Höhe von 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. Bis 29. Juli müsse eine Entscheidung getroffen werden, ließ TG-Vorsitzender Schmelzer ausrichten. Hierzu sollte der kommissarische Vorstand des OGVs bald befragt werden, bevor sich der Verein mangels fehlender Vorstandschaft auflösen würde, so Gemeinderätin Petra Schmitt (CSU). Denn, wenn sich niemand für den Vorsitz bereit erklären würde, fiele die Aufgabe der Teilnehmergenossenschaft zu. Empfohlen wurde, den Baumschnitt bis Frühjahr 2022 von der Gemeinde oder der Teilnehmergenossenschaft durchführen zu lassen. Eine Vergabe an Fachfirmen würde die Kosten sprengen.

Die anschließende Diskussion kam weiterhin zu den Ergebnissen, dass vor Beginn der Bauarbeiten noch einiger Klärungsbedarf bestünde: So sei die Festlegung des vorübergehenden Standorts der Bushaltestelle für die Schulkinder noch offen. Auch die Versetzung der Glascontainer müsse mit dem Landratsamt besprochen werden. Als mögliche Standorte kamen „Bauhof“ oder „Sportplatz“ zum Vorschlag. Der Friedhofsparkplatz schied aus, weil dort mögliche Glasscherben aus dem Schotter schlecht entfernt werden könnten, und „der meist bei solchen Container daneben anfallende Mist“ – so Erster Bürgermeister Günther – „einen schlechten Eindruck mache“.

Suche nach vorübergehendem neuen Stellplatz für die Glascontainer während der Dorferneuerungsmaßnahmen

Ein Wermutstropfen sei es, dass die Kerwa 2022 nicht auf dem Laimbachtalhallen-Vorplatz stattfinden könne, also wieder ohne Autoscooter. Man wolle allerdings mit den Schaustellern reden, ob man sich eine Aufstellung am Bolzplatz im nächsten Jahr vorstellen könne.

Der Kerwasbaum für die Kirchweih mit eingeschränktem Betrieb war am Mittwochabend „heimlich“ aufgestellt worden.

Berichte und Sonstiges

Für den Förderantrag des geplanten Radwegs nach Laimbach wartet die Gemeinde noch auf eine Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt). Im Kirchensprengel der Pfarreiengemeinschaft St. Christopherus wurde Herbert Kirchner für seine 40-jährige Tätigkeit als Mesner und Arthur Gundelsheimer für 45 Jahre als Kommunionhelfer geehrt.

Der Elternbeirat des Geracher Kindergartens startete im Foyer der Laimbachtalhalle die Aktion “Wunschbaum des Kindergarten Gerach. Er trägt als „Früchte“ die verschiedenen Wunschbücher der Kinder. Für diese können Buch-Patenschaften übernommen werden, indem die Kärtchen in der „Leseinsel“ in Ebern von den Paten eingelöst werden können. Bezüglich des Umzuges hatte eine weitere Besprechung stattgefunden.

Der „Wunschbaum“ des Geracher Kindergartens in der Laimbachtalhalle

Gemeinderatsmitglied Gerhard Ellner brachte noch einmal seine mehrmals geäußerte Anfrage an die Kämmerei bezüglich der Kosten für das Feuerwehrgerätehaus zur Sprache. Im ging es explizit darum, abzuklären, warum sich ohne Erhöhung der ursprünglichen Planungskosten (725.000 Euro), die Endkosten, inklusive Pflasterung auf 940.000 Euro ausgedehnt hatten. Er erklärte somit, ihm sei es nicht um die Einsparungen gegangen, sondern wie sich die gesamte Summe zusammensetzt, insbesondere die 240.000 Euro „Andere Mehrkosten“.

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