Spatenstich für Gerachs größtes Hochbauprojekt seit 40 Jahren

Veröffentlicht am 16. September 2019 von Adelheid Waschka
Logopädie Scheßlitz


Der heilige Florian meinte es wohl gut mit den Gerachern. Eigentlich sollte gerade der erste Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus am Reckendorfer Weg gesetzt werden, als der Himmel seine Schleusen öffnete. So zogen sich die geladenen Gäste kurzentschlossen in die Lagerhalle der Firma Gröger zurück, wo Bürgermeister Gerhard Ellner die Entstehungsgeschichte dieses Neubauprojekts erläuterte.

Der neue Standort war kontrovers diskutiert: Man zog die Erweiterung des bisherigen Heims und die Position am Rande des neuen Siedlungsgebietes näher in Betracht. Allerdings kristallisierte sich bald heraus, dass die Fläche neben der Laimbachtalhalle für einen Anbau nicht ausreichte. Denn es mussten zwei Stellplätze für die neuen Feuerwehrautos zur Verfügung gestellt werden, zusätzlich eine Werkstatt, Sozialräume, Umkleiden mit Duschen, Büro und Schulungsraum.

Vor den Anwesenden, Landrat Hans Kalb, dem Gemeinderat mit zweitem Bürgermeister Thomas Motschenbacher und dritter Bürgermeisterin Michaela Batz, den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr mit Kreisbrandrat Jürgen Hümmer (Breitengüßbach), erster Kommandant Stefan Gröger sowie zweiter Kommandant Roland Bäuerlein, Bauamtsleiter der VG Baunach Christian Günthner, Planer und Architekt Ulrich Sammet (siewertsen & sammet architekten, Baiersdorf) sowie Bauleiter Dietmar Schmidt und Polier Fritz Schratz der Baufirma Raab, erinnerte Bürgermeister Ellner an die Anfänge der hiesigen Feuerwehr-Gerätehäuser: Für die 1955 angeschaffte Tragkraftspritze TS 8/8 war das erste Häuschen, ein Bauwerk von 1873, zwischen heutigen der Hauptstraße 4 und 6 noch ausreichend. Erst als 1963 ein umgebauter VW-Pritschenwagen angekauft wurde, errichtete Bauunternehmer Georg Otto Schmidt neben der „Senger-Scheune“ eine Feuerwehrgerätehalle, die bis 1980 benutzt wurde. Zunächst stellte man dort auch den 1975 angeschafften Ford-Transit unter. 2013 wurde schließlich das lang ersehnte Staffellöschfahrzeug geweiht, 2016 folgte der Mannschaftstransportwagen (MTW). Der Bürgermeister erwähnte schließlich, dass es sich bei diesem Projekt um das größte Hochbauprojekt in Gerach seit Erbauung der Laimbachtalhalle im Jahr 1979 handelt. Von den 730.000 Euro Baukosten verblieb nach Abzug der Zuschüsse für die Gemeinde ein Eigenanteil in Höhe von 550.000 Euro.


Erster Spatenstich: Bauamtsleiter Christian Günthner (VG Baunach), Kreisbrandrat Jürgen Hümmer, Kommandant Roland Bäuerlein, 2. Kommandant Stefan Gröger, Landrat Johann Kalb, Bürgermeister Gerhard Ellner, Polier Fritz Schratz (Fa. Raab Baugesellschaft mbH & Co KG, Ebensfeld), Bauingenieur Ulrich Sammet Architekt, Dipl.-Ing. (FH), (siewertsen & sammet architekten, Baiersdorf) sowie Bauleiter Dietmar Schmidt (Fa. Raab)

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Nachrichten am Ort

Landrat Johann Kalb lobte den Entschluss der Gemeinde, hier zu investieren. Die Feuerwehr sei wichtig für eine Ortschaft, da die Einheimischen die Ortskenntnisse besäßen, um in der Not rasch zu Hilfe eilen zu können. Der Landkreis unterstütze die Anschaffung der benötigten Ausstattung, soweit es gehe. Die Jahrzehnt- bzw. Jahrhunderte-Ereignisse mehrten sich in unserer Region als unvorhergesehene Katastrophen. Das Funktionieren der Wehr sei auch wichtig für die Bürger im Landkreis, insbesondere das Zusammenwirken von über 7.000 Feuerwehrleuten in 190 organisierten Wehren. Das Bayerische Feuerwehrwesen habe Vorbildfunktion, in dem es in jedem Ort eine große Wehr durch Freiwillige stellen könne. In anderen Bundesländern gäbe es Berufsfeuerwehren, die nicht so beweglich und schnell am Unglücksort seien.

Als „großen Schritt“ bewertete auch Kreisbrandrat Jürgen Hümmer den Entschluss zum Neubau, aber es wurde auch „höchste Zeit“ für die Gemeinde Gerach, ihr Feuerwehrgerätehaus auf den neuesten Stand zu bringen. Von den widrigen Verhältnissen, die einst im 1980 bezogenen Feuerwehrheim geherrscht hatten, erzählte der alteingesessene zweite Kommandant Roland Bäuerlein am Rande: Bevor die elektrischen Heizkörper um das Jahr 2003 eingestellt wurden, war es durchaus üblich, dass sich auf den feuchten, in den Spinten aufgehängten Schutzanzügen beim nächsten Einsatz grüner Schimmel angesetzt hatte, den es galt vor dem Einsatz erst zu entfernen.


Landrat Johann Kalb lobte den Schritt der Gemeinde Gerach, einen Neubau zu errichten.


So sieht der Eingabeplan aus (zum Vergrößern antippen oder anklicken).

Auf die Frage, weshalb man – mit Blick auf den Bauplan – auf einen Schlauchtrockenturm verzichtete, erwiderte der Floriansjünger, man hätte innerhalb der Baunach-Allianz eine Abmachung mit der Feuerwehr in Lauter, wohin man die Schläuche zum Trocknen bringen könnte.

Die Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses erfolgte durch das Büro „siewertsen & sammet architekten“ aus Baiersdorf, die Ausführung übernimmt Bauleiter Dietmar Schmidt und Polier Fritz Schratz von der Firma Raab Baugesellschaft aus Ebensfeld. In diesem Winter sei es bereits vorgesehen, den Innenausbau durch die einheimischen Feuerwehrleute in Eigenleistung voranzubringen. Nächstes Jahr im Herbst soll schon die Einweihung stattfinden.


Der interessierte Feuerwehr-Nachwuchs „fachsimpelt“ über die Pläne.

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