Viel los im Gemeinderat: Jugendarbeit, Brandschutz und Ortskernsanierung

Im Titelbild: Das ehemalige Feuerwehrhaus wird vom Bauhof ebenfalls mitgenutzt. Im Rahmen der Ortskernsanierung soll hier eine komplette Neugestaltung des Platzes erfolgen.

Wir bewegen uns zwar auf das Ende der aktuellen Legislaturperiode zu, dem Gemeinderat in Kemmern gehen die Tagesordnungspunkte aber nicht aus. Diesmal waren insbesondere die Architekten und ein Brandschutzplaner gefragt. Interessant war auch der Rückblick auf die Jugendarbeit.

Die Jugendbeauftragte Christina Ott berichtete in der Gemeinderatssitzung vom 26. Februar 2026 über die Aktivitäten des Jugendteams im Jahr 2025 und gab zugleich einen Ausblick auf das kommende Jahr. Das Angebot umfasste eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen für Kinder und Jugendliche im Ort. Zu Beginn des Jahres stand ein Ausflug zu einem Eishockeyspiel nach Nürnberg mit neun Teilnehmern auf dem Programm. Ebenfalls im Januar fand ein Action-Painting mit 19 Jugendlichen statt. Im März wurde ein offener Jugendtreff organisiert. Im Mai gab es einen Dorfflohmarkt, der jedoch unter schlechtem Wetter litt. Rund 50 Teilnehmer waren dennoch dabei. Außerdem wurde ein Graffiti-Workshop durchgeführt, bei dem der Soccercourt am Sportplatz fertiggestellt wurde.

Im Juli stand eine Theaterfahrt zum Stück „Petterson & Findus“ auf dem Programm, an der 43 Kinder teilnahmen. Besonders umfangreich war erneut das Ferienprogramm im August und September. Angeboten wurden unter anderem Aktionen wie „Bücherei von Kindern für Kinder“, ein Schnuppertraining der Running Kids, ein Erste-Hilfe-Kurs, Bubble-Soccer, Fußball, Tischtennis und Basketball. Auch Lego-Spike-Robotik sowie Angebote der Feuerwehr und ein Traumfängerbasteln beim Obst- und Gartenbauverein gehörten zum Programm.

Weitere Veranstaltungen waren ein Kürbisschnitzen im Oktober mit 32 Teilnehmern sowie im November das Backen von Lebkuchenmännchen mit 31 Kindern. Im Dezember schließlich organisierte das Team einen „Spaziergang durch den Advent“, bei dem 17 Adventsfenster gestaltet wurden.

Das Budget des Jugendteams lag im vergangenen Jahr bei 3.500 Euro und wurde leicht überschritten. Insgesamt wurden rund 3.900 Euro ausgegeben, unter anderem wegen der Fertigstellung des Soccercourts. Für das Jahr kündigte das Team an, den Staffelstab nach rund sechs Jahren weitergeben zu wollen. Der Übergang solle „so geschmeidig wie möglich“ gestaltet werden. Eine Abschlussveranstaltung für alle Beteiligten ist ebenfalls vorgesehen. Gemeinderat Rüdiger Gerst dankte dem gesamten Team für dessen Engagement. Der Gemeinderat beschloss anschließend einstimmig ein Budget von 4.000 Euro für das Jahr 2026.

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Brandschutz an der Grundschule: Pragmatischer Ansatz

Ein weiteres großes Thema war das Brandschutzkonzept für die Grundschule. Architekt Paul Rösch stellte gemeinsam mit Jens Luthardt von der Ingenieurgesellschaft Brandschutz Sonneberg die Planungen vor. Ausgangspunkt war ein früherer Beschluss des Gemeinderats, Außentreppen als zweiten Fluchtweg aus dem Obergeschoss zu schaffen. Grundlage dafür ist ein neu erarbeitetes Brandschutzkonzept.

Luthardt erläuterte, dass ein zweiter baulicher Fluchtweg heute Standard sei. Aufgrund der hohen Brüstungshöhen in den Klassenräumen sowohl im Obergeschoss als auch im Erdgeschoss sei eine Evakuierung per Leiter durch die Feuerwehr erschwert. Vorgesehen sind daher Fluchttreppen für das Obergeschoss sowie zusätzliche Türen im Erdgeschoss. „Personenschutz steht im Vordergrund“, betonte er. Architekt Rösch erklärte zudem, dass der Hauptflur durch das Konzept nicht baulich verändert werden müsse. Da künftig andere Fluchtwege vorhanden seien, könne auf eine große und kostenintensive Maßnahme in diesem Bereich verzichtet werden.

Auf dem Schulgelände in Kemmern hat sich schon viel getan. Nun soll der Brandschutz des Schulgebäudes verbessert werden.

Das Brandschutzkonzept muss zunächst noch geprüft werden. Anschließend folgt das Baugenehmigungsverfahren. Erste kleinere Maßnahmen wie sogenannte Bypass-Türen sollen bereits in den Pfingstferien umgesetzt werden. Größere Bauarbeiten – etwa die Außentreppen – sind nach derzeitiger Planung für die Sommerferien 2027 vorgesehen. Die Kosten werden derzeit grob auf rund 650.000 Euro ohne Nebenkosten geschätzt. Der Gemeinderat nahm die Planung zur Kenntnis und stimmte den weiteren Schritten einstimmig zu. Ziel ist eine möglichst zügige Umsetzung.

Rundbank auf der Aussichtsplattform

Im Rahmen der Ortskernsanierung beschäftigte sich der Gemeinderat außerdem mit der Gestaltung der Aussichtsplattform am Main im Bauabschnitt 7 „Am Bächlein“. Architekt Karl-Heinz Rösch stellte den Entwurf für eine Rundbank vor. Auf der Plattform wurde bereits ein Baum gepflanzt, um den herum eine Sitzgelegenheit entstehen soll. Die Bank wurde laut Rösch nicht eigens entworfen, sondern aus bestehenden Modellen namhafter Hersteller ausgewählt.

Von Rösch vorgesehen war zunächst eine halbrunde Bank um die Baumscheibe in Richtung Main. Die Kosten würden sich auf rund 8.000 Euro belaufen. Gemeinderat Tobias Wagner (CSU) brachte die Idee ein, die Bank komplett um den Baum herumzuführen, damit auch ein Blick in Richtung Kirche möglich sei. Rösch erklärte, die Bank würde dann aus acht Modulen bestehen, die jeweils etwa 1.700 Euro kosten würden. Anne Schmitt (Grüne) gab zu bedenken, dass eine Entscheidung schwierig sei, solange noch nicht feststehe, welche Art von Bänken entlang des Hochwasserdamms künftig verwendet werde. Man müsse sich insgesamt für eine einheitliche Linie entscheiden. Bürgermeister Rüdiger Gerst entgegnete, dass es für die weiteren Bänke noch einen Beschaffungsvorschlag der Verwaltung geben werde. Die Aussichtsplattform sei als „Solitär“ zu betrachten.

Der Gemeinderat im Jahr 2024 bei einem Ortstermin. Mitten in der Aussichtsplattform steht mittlerweile ein Baum – und um ihn herum soll eine Rundbank errichtet werden.

Ulrich Brehm (CSU) schlug schließlich vor, drei Module in Richtung Main und drei Module in Richtung Kirche zu platzieren. In der offenen Stelle könne ein Mülleimer stehen, zudem bleibe so ein Zugang zum Baum für Pflegearbeiten erhalten. Der Gemeinderat folgte diesem Vorschlag. Beschlossen wurde die Anschaffung von zwei Bänken mit jeweils drei Modulen – eine mit Blick zum Main, eine in Richtung Kirche – sowie eines Abfalleimers. Der Beschluss fiel mit neun gegen eine Stimme.

Fortführung der Ortskernsanierung: Was sich am Bauhof tun soll

Schließlich stellte Architekt Karl-Heinz Rösch weitere Planungen zur Gebäudeertüchtigung auf dem Bauhofgrundstück vor. Grundlage ist eine bereits im September 2025 beschlossene Entwurfsplanung. Damals hatte der Gemeinderat auch mehrere Prüfaufträge erteilt.

Ein Diskussionspunkt war ein Baum in der Einfahrt zum Bauhof. Aus Sicht des Bauhofpersonals beeinträchtige er die Funktionalität des Geländes. Zudem sei das vorgesehene Pflanzbeet sehr klein, wodurch auch das weitere Wachstum des Baums fraglich sei. Rösch schlug daher vor, auf den Baum zu verzichten. Allerdings sei dies eine „schwerwiegende Sache“, da die Gesamtplanung bereits mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt und so förderfähig sei.

Der Baum rechts neben dem Bauhofgebäude müsse nicht zwingend eine Linde bleiben, sondern könnte auch durch eine Kastanie ersetzt werden. Auch die mögliche Einrichtung eines Trinkwasserbrunnens wurde diskutiert. Für entsprechende Leitungen könnten Vorkehrungen getroffen werden, die Kosten lägen bei etwa 5.000 bis 6.000 Euro. Der Brunnen selbst würde rund 10.000 Euro kosten. Rösch wies darauf hin, dass der Betrieb mit erheblichem Aufwand verbunden sei, etwa durch Wartung und regelmäßige Desinfektion. Gemeinderätin Anne Schmitt widersprach dieser Einschätzung deutlich: „Das ist Quatsch, Herr Rösch.“ Sie verwies auf insgesamt 18 Trinkwasserbrunnen im Landkreis Bamberg und erklärte, solche Einrichtungen gehörten heute zur Infrastruktur und würden auch vom Freistaat Bayern explizit unterstützt. Angesichts vieler Radfahrer und Spaziergänger sei ein Brunnen sinnvoll. Sollte sich der Gemeinderat nicht zu einem Trinkwasserbrunnen durchringen können, schlug sie als Alternative vor, das Rathaus als sogenannte Refill-Station auszuweisen, an der Passanten ihre Trinkflaschen kostenlos auffüllen können.

Hier ist der Übergang zu sehen zwischen schon abgeschlossener und noch kommender Ortskernsanierung.

Andrea Albrecht sah ebenfalls Vorteile: Ein Brunnen habe Charme, zumal auf dem Gelände auch eine Fahrrad-Servicestation vorgesehen sei. Bürgermeister Gerst hielt es zumindest für sinnvoll, die entsprechenden Leitungen vorzusehen. Die Umsetzung der eigentlichen Baumaßnahme sei ohnehin frühestens 2027 zu erwarten, da sie von Fördermitteln des Freistaats Bayern abhänge.

Bei den geplanten Maßnahmen am Gebäude selbst geht es unter anderem um den Austausch des asbesthaltigen Dachs, statische Arbeiten sowie eine neue Fassadenverkleidung aus Holz, die dem Gebäude einen Scheunencharakter geben soll. Auch das St. Florian-Relief an der Fassade soll überarbeitet werden. Geplant sind außerdem Anpassungen an Toren und Türen sowie ein Rankgerüst mit umlaufendem Pflanzbeet. Die Kosten werden auf rund 270.000 Euro geschätzt, von denen etwa die Hälfte förderfähig ist. Anne Schmitt kritisierte in der Diskussion den geplanten Standort einer Ladestation, die aus ihrer Sicht dem Platz „den Charme“ nehme. Ein Standortwechsel wäre aus ihrer Sicht wünschenswert. Gemeinderat Volker Pflaum erinnerte jedoch daran, dass darüber bereits abgestimmt worden sei.

Der Gemeinderat stimmte der Planung dann grundsätzlich zu. Zudem sollen Versorgungsanschlüsse für einen möglichen Trinkwasserbrunnen vorgesehen und alternative Baumarten sowie mögliche genaue Standorte für den Eckbaum an der Gartenstraße geprüft werden. Der Beschluss fiel einstimmig.

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