Anne Schmitt: Hinschauen, anpacken, möglich machen

Vor sechs Jahren kandidierte sie gegen Rüdiger Gerst, nun nimmt Dr. Anne Schmitt einen zweiten Anlauf auf den Rathaussessel. Was sie gerne in Kemmern verändern würde und warum die vielfältige Natur rund um Kemmern ein wichtiges Kapital ist, verrät sie im Interview.

Rüdiger Gerst war 24 Jahre Bürgermeister in Kemmern. Nun tritt er nicht mehr an. Bei der Wahl 2020 waren Sie seine Gegenkandidatin, nun kandidieren Sie erneut. Was hat Sie dazu motiviert?

Weil mir Kemmern wichtig ist. Als Bürgermeisterin, die sich kümmert und Dinge ermöglicht, bringe ich für das Amt Kompetenz und viel Erfahrung mit. In den letzten 20 Jahren habe ich für die Region Projekte mit einem Volumen von 1,4 Millionen Euro erfolgreich umgesetzt und Fördermittel eingeworben. Ich will für Kemmern Verantwortung übernehmen. So wie ich das Haus meiner Großeltern, welches sich seit 1848 im Familienbesitz befindet, im Herzen von Kemmern zu einem Schmuckstück saniert habe.

Die Ortskernsanierung gehört zu den großen kommunalen Projekten der letzten Jahre und steht kurz vor dem Abschluss. Wie beurteilen Sie die bisherige Entwicklung?

Die Ortskernsanierung war wichtig für Kemmern. Aber 30 Jahre Bauzeit sind einfach zu lang. In dieser Zeit sind uns Chancen entgangen: Wir hätten uns um Förderprogramme für Leerstandsmanagement oder Nahversorgung bewerben können. Für einen lebendigen Ortskern in dem auch die Kirchweih ihren Platz hat.

Ein weiteres Thema seit vielen Jahren ist die Verbesserung des Hochwasserschutzes – Kemmern liegt direkt am Main und war in der Vergangenheit mehrfach von Hochwasser betroffen. Sind die nun getroffenen Maßnahmen, auch gestalterisch, gelungen?

Meine berufliche Karriere hat am Wasserwirtschaftsamt begonnen. Daher weiß ich, dass Hochwasserertüchtigung immer ein Spagat zwischen Schutz und Gestaltung ist. Jetzt gilt es, sich langfristig gut um die Flächen zu kümmern. Das hat die Gemeinde Kemmern vertraglich als Eigenanteil zugesichert. Der am Damm gepflanzte wilde Wein kann aus den Betonmauern eine lebendige Wand zaubern. Richtig gepflegt werden die Dämme zu insektenfreundlichen Blühflächen. Wir müssen uns um die gepflanzten Bäume so kümmern, dass sie groß werden und Schatten spenden. Und den Damm als Spazierweg für Naherholung und Sport gut ausstatten. Nutzen wir mit der Wasserwirtschaft als Partner europäische Fördermittel der Wiederherstellungsverordnung und der Wasserrahmenrichtlinie, um die Mainaue noch attraktiver für Natur und Erholung zu machen.

Die Einweihung der neu gestalteten Schulbereiche und der sanierten Schulturnhalle war 2025 ein Höhepunkt für Kemmern. Welche weiteren Investitionen oder Angebote im Bildungsbereich sehen Sie als notwendig an?

Ganz klar die Sanierung der KiTa St. Maria. Es ist gut, dass Kemmern mit dem neuen AWO-Kindergarten zusätzliche Betreuungsangebote geschaffen hat. Aber es ist unverständlich, warum die Sanierung der KiTa St. Maria trotz des offensichtlichen Bedarfs und wiederholter Ankündigungen in Wahlprogrammen bis heute nicht begonnen wurde.

Die Brandschutzmodernisierung für die Schule ist auf den Weg gebracht. Ich habe im Gemeinderat gefordert, dabei gleich ein energetisches Sanierungskonzept mit einzuplanen. Dabei sollten wir auch den Raumbedarf der Schulkindbetreuung berücksichtigen. Und endlich das Potenzial für Photovoltaik auf dem Schuldach voll ausnutzen. Die Modernisierung der Sanitäreinrichtungen und Nebenräume hätte von Anfang an Teil des Sanierungskonzepts für die Schulturnhalle sein und enger mit den verschiedenen Nutzern abgestimmt werden müssen. Denn die Turnhalle ist auch eine zentrale Einrichtung für die Vereine.

Für die Grundschule Kemmern engagiere ich mich seit über zehn Jahren. Mir ist es wichtig, dass Kinder, die in Kemmern groß werden, praktische Erfahrungen mit dem Anbau von Lebensmitteln machen dürfen. Begonnen hat es mit der Pflanzung einer Naschhecke. Jedes Jahr baue ich mit den Kindern Kartoffeln an. Damit auch bei Trockenheit etwas wachsen kann will ich dieses Jahr zusammen mit dem Elternbeitrat, der Schulleitung und der Gemeinde eine Möglichkeit zum Regenwasserrückhalt schaffen.

Im Jahr 2024 wurde das Mehrgenerationenprojekt mit Service-Wohnen und Tagespflege eingeweiht. Welche Bedeutung messen Sie dieser Einrichtung bei – und wie möchten Sie das Zusammenleben von Jung und Alt in Kemmern weiter fördern?

Die ASB-Tagespflege ist ein Gewinn für Kemmern und beim Wohnen ist ein erster Schritt getan. Der Bedarf nach barrierearmen, kleineren Wohnungen wird auch bei uns weiter steigen. Als Bürgermeisterin will ich genossenschaftliche Bauten und Umbauten unterstützten, damit Menschen in Kemmern bleiben können, wenn das Einfamilienhaus zu groß geworden ist. Der Mehrgenerationenplatz und das Umfeld der Tagespflege brauchen mehr Schatten und Aufenthaltsqualität, etwa mit Bewegungsgeräten, die Jung und Alt gleichermaßen nutzen können. Ich setze mich dafür ein, Begegnungsorte und fußgängerfreundliche Strukturen im gesamten Ort zu schaffen, damit Menschen in ganz Kemmern mit ihrer Nachbarschaft zusammenkommen können.

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Welche konkreten Ideen haben Sie, um die Mobilität in Kemmern und in die umliegenden Gemeinden zu verbessern – zum Beispiel im Bereich ÖPNV, Radwegeverbindungen oder sichere Schulwege?

Meine Kinder wachsen in Kemmern auf und darum weiß ich, wie notwendig sichere Schulwege und eine gute Busanbindung sind. Kemmern hat keinen Durchgangsverkehr. Trotzdem treibt das Thema viele Eltern zurecht um. Das sieht man an den „Obacht Kinder“-Schildern entlang der Straße. Um sichere Schul- und barrierearme Fußwege im gesamten Ort umsetzen will ich als Bürgermeisterin zusammen mit Eltern, Kindern und Schulleitung noch 2026 einen Schulwegeplan erstellen. Die modernisierte Straßenverkehrsordnung gibt den Kommunen dabei neue Möglichkeiten für Tempo-30-Zonen, die ich konsequent nutzen will.

Dringlich ist außerdem die aktive Beteiligung an der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes im Landkreis Bamberg. Unattraktiv ist es, wenn ein Bus für acht Kilometer nach Bamberg über 45 Minuten benötigt oder ein RUF-Bus zwei Stunden vorher bestellt werden muss. Der Landkreis trägt die Verantwortung für das Busliniennetz. Als Gemeinde müssen wir unsere Interessen viel entschlossener vertreten – etwa durch konkrete Vorschläge für Linienführung und Taktung. Warum sollte es beispielsweise nicht möglich sein, dass künftig der Bus von Kemmern nach Bamberg zumindest im Sommer am Freibad in Hallstadt hält? Oder der Bahnhof Breitengüßbach direkt angefahren wird?

Eine meiner ersten Aufgaben als Bürgermeisterin wäre es, den Mobilitätsexperten des Landkreises Bamberg in den Gemeinderat einzuladen. Und dann einen Plan aufzulegen, mit dem die Radwege in alle Nachbargemeinden ertüchtigt werden. Zwar hat Kemmern leider die Phase üppiger Radwege-Fördermittel zu wenig genutzt. Aber durch die zentrale Lage als Tor zum Obermaintal, dem Itzgrund und dem Baunachgrund, sollten wir gute Chancen im Sonderprogramm „Stadt und Land“ der Regierung von Oberfranken haben. Damit stärken wir die Radmobilität für die gesamte Region.

Wie möchten Sie den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit in kommunale Planungen integrieren?

Wichtig ist ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei allen Entscheidungen zu berücksichtigen. Das eröffnet der Gemeinde Möglichkeiten bei Ausschreibungen, stärkt regionale Betriebe und wir leisten unseren Beitrag für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Was ist in Kemmern notwendig, damit Hitzewellen und Starkregen wirksam begegnet werden kann? Hier muss der Gemeinderat – und damit auch die Bürgermeisterin – viel entschlossener handeln.

Dass wir seit 2020 keine öffentliche E-Ladesäule installiert, keinen Trinkbrunnen am Main-Radweg angeschlossen, weiterhin Bäume mit kleinen Kronen gepflanzt und keine blühenden Baumscheiben angelegt haben – das erschließt sich mir nicht. Warum nutzen wir das Potenzial für Photovoltaik nicht voll aus? Warum fördern wir keinen Regenwasserrückhalt? Hier müssen wir dringend nachbessern. Ich werde mit einem Unterstützungs-Programm für Balkonkraftwerke starten und schon dieses Jahr mit der kommunalen Wärmeplanung anfangen. Auch darum bewerbe ich mich um das Amt der Bürgermeisterin. Denn alle diese Maßnahmen nutzen direkt den Menschen, die hier wohnen, wären oft mit wenig Aufwand umzusetzen und machen Kemmern noch attraktiver.

Transparenz und Bürgerbeteiligung sind wiederkehrende Themen kurz vor Wahlen. Was würden Sie konkret unternehmen, um die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger an wichtigen Entscheidungen zu stärken?

Darum setze ich mich für ein Antragsrecht bei Bürgerversammlungen ein. Dann könnte die Bürgerversammlung beispielsweise den Gemeinderat beauftragen, die Einrichtung einer Kneipp-Anlage oder die Ausweisung einer Tempo-30-Zone zu prüfen. Regelmäßige Bürgersprechstunden sollten selbstverständlich sein, um es den Menschen leicht zu machen, ihre Anliegen vorzubringen. Wir als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen das in der Geschäftsordnung des Gemeinderates festschreiben. Das muss gleich in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates passieren. Auch kurze Ergebnisprotokolle und eine verständlich aufbereitete Haushaltsübersicht fordern wir ein. Und warum soll Kemmern nicht auch einen gewählten Kinder- und Jugendrat haben? In der Schule steht das Thema Wahlen und Demokratie sowieso auf dem Lehrplan. Ich bin überzeugt: Wenn wir hier Möglichkeiten schaffen, stärkt das Kemmern.

Vereine und Ehrenamt prägen das Leben in Kemmern. Wie möchten Sie dieses Engagement in Ihrer Amtszeit unterstützen oder weiterentwickeln?

Im praktischen Alltag finde ich es wichtig, die ehrenamtlich Engagierten bei Genehmigungen, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit mit einem festen Ansprechpartner im Rathaus direkt zu unterstützen. Und nachzufragen, was gebraucht wird, damit Menschen sich trauen, ihre Ideen für die Gemeinschaft umzusetzen. Gut gefällt mir die in vielen Gemeinden schon gelebte Praxis, hervorragende Leistungen und besondere Verdienste bei einer Sport- oder Ehrenamtsehrung zu würdigen. Ich stehe dafür, gemeinsam ein Konzept für ein Bürgerzentrum zu entwickeln und dann Wege zu finden, das umzusetzen. Etwa im ehemaligen Schwesternhaus und dem angrenzenden Pfarrheim.

Kemmern konnte den Haushalt in den letzten Jahren ohne Kreditaufnahme ausgleichen. Welche Schwerpunkte würden Sie setzen, um die finanzielle Stabilität weiter zu sichern und gleichzeitig notwendige Investitionen zu ermöglichen?

Ein ausgeglichener Haushalt ohne Kredite ist gut – aber er darf nicht zu Lasten notwendiger Investitionen gehen: die energetische Sanierung der Schule, die Sanierung des Kindergartens St. Maria, die Idee eines Bürgerhauses, Leerstandsmanagement, Konzepte für die Nah- und Gesundheitsversorgung. Kemmern hat die Zeit sehr niedriger Zinsen verpasst, um bestmöglich in seine Zukunftssicherheit zu investieren. Energetische Sanierung und Photovoltaik entlasten letztlich den Gemeindehaushalt. Die Straßenbeleuchtung oder Schulturnhalle beweisen das.

Ich will Fördergelder besser als bisher zu nutzen. Ganz konkret etwa für einen öffentlichen Trinkbrunnen. Die Bayerische Staatsregierung hat 2025 das Förderprogramm dafür wieder aufgelegt. Die notwendige Sanierung des Kanalnetzes ist im Finanzplan angekündigt. Hier sollten wir unverzüglich nachfragen, ob wir als Gemeinde unter die Härtefallregelung der neuen Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas 2025) fallen. Und transparent aufzeigen, welche Maßnahmen gebührenfinanziert umgesetzt werden müssen.

Wo sehen Sie Potenziale für neue Einnahmen – etwa über Gewerbeansiedlung, touristische Angebote oder zusätzliche Förderprogramme?

Damit unser Dorf auch künftig wirtschaftlich stark und lebenswert bleibt, will ich die Rahmenbedingungen aktiv gestalten. Zum Bespiel für Leerstände im Ort und für neue Bauplätze realistische Konzepte entwickeln. Wir werden um eine Neukonzeption des Baugebietes Bettelweg nicht herumkommen. Gewerbebetriebe brauchen vor allem schneller Gewissheit darüber, wie ihre Entwicklungsmöglichkeiten in Kemmern aussehen.

Die vielfältige Natur um Kemmern ist unser Kapital. 2027 will die BBC ihre 2025 gedrehte Filmdokumentation über die Mohnbiene in Kemmern veröffentlichen. Wir haben das weltweit größte bekannte Vorkommen dieser sympathischen Wildbienenart. Diese Aufmerksamkeit sollten wir nutzen. Wir haben eine hervorragende Situation hinsichtlich Radtourismus, Wanderwegen, Wasser- und Naturerlebnis und eine attraktive Gastronomie. Wir sind ein Naherholungsjuwel vor den Toren Bambergs. Ich will unsere Premium-Lage am MainRadweg aktiv nutzen. Kostengünstig umsetzbar sind ein einheitliches touristisches Informationssystem und mehr Möglichkeiten, auf Veranstaltungen und Angebote aufmerksam zu machen. Den Kirchplatz als lebendige Ortsmitte können wir mit einem begrünten Info-Pavillon mit WC und Trinkbrunnen aufwerten und dafür LEADER-Fördermittel beantragen. Mit einer besseren Busanbindung – auch am Wochenende – und ertüchtigten Radwegen stärken wir die wirtschaftliche Basis des Tourismussektors.

Wenn Sie an Kemmern im Jahr 2032 denken: Wie soll sich die Gemeinde Ihrer Vorstellung nach entwickelt haben – im Alltag der Menschen, im Ortsbild und bei der Versorgung?

Sechs Jahre sind bei den Herausforderungen, die der Klimawandel und die veränderte Weltlage auch für eine Gemeinde wie Kemmern bedeuten, eine eigentlich viel zu kurze Zeit. Wir sind mitten im 21. Jahrhundert angekommen. Ich wünsche mir für Kemmern 2032 einen lebendigen Ortskern mit Gastronomie, Gesundheits- und Nahversorgung – mit Lebensmitteln und Produkten von hier. Eine engagierte Bürgerschaft, sich die als Gemeinschaft für Kemmern einsetzt und in der sich alle Willkommen fühlen. In ganz Kemmern Plätze, an denen sich Menschen begegnen können. Eine naturnahe Mainaue, die zur Naherholung einlädt. Gut gepflegte Radwege in alle Nachbargemeinden und eine deutlich bessere Busanbindung sorgen dafür, dass nicht jeder Haushalt mehrere Autos finanzieren muss. Landwirtschaft und Gewerbebetriebe investieren gerne in Kemmern, weil sie Vertrauen in eine gute und nachhaltige Entwicklung haben.

Wenn Sie drei Wünsche an die „große Politik“, also Richtung München, Berlin oder Brüssel, frei hätten: Was wären diese?

Der wichtigste Wunsch – nicht nur von mir – ist es, die Refinanzierung der kommunalen Aufgaben, vor allem der Pflichtaufgaben, sicherzustellen. Für mich gehört der öffentlichen Personennahverkehr unbedingt dazu. Ich wünsche mir einfacher und flexibel gestaltete Förderprogramme. Diese sollten kein Wahlgeschenk und kein Experteninstrument sein, sondern ein Anreiz, um kreative Lösungen zu entwickeln und dann die besten Ideen in die Fläche zu bringen. Wenn die meiste Energie in eine mühsame und komplizierte Antragstellung fließt, kommt zu wenig Konkretes bei den Kommunen an. Und drittens: Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung ernst nehmen, denn sie entscheiden über unsere Zukunft.

Was würden Sie den Bürgerinnen und Bürgern als Ihre zentrale Botschaft mit auf den Weg geben, kurz bevor sie am 8. März 2026 ihre Stimme abgeben?

Kemmern braucht eine Bürgermeisterin, die hinschaut, anpackt und möglich macht – dafür trete ich an. Nutzen Sie Ihre Stimme für eine Bürgermeisterin mit Kompetenz, Erfahrung und Weitblick.

Zur Person

Dr. Anne Schmitt | Diplom-Geoökologin | Geschäftsführerin | Gemeinderätin | Mitglied Entscheidungsgremium LAG Region Bamberg e. V. | 1. Vorsitzende WHV 1975 Kemmern e. V. | Flussbeauftragte Main Clean Up. | Autorin Wanderführer Sieben-Flüsse-Wanderweg | Sprecherin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN OV Kemmern

Seit 2005 führe ich die Geschäfte eines von über 20 Kommunen getragenen Vereins, der zusammen mit vielen verschiedenen Partnern Projekte an Main und Regnitz umsetzt. Ziel ist es, das Bewusstsein für naturnahe Flüsse zu stärken und naturnahe Erholungsangebote zu schaffen. Mein Ziel: in jedem Ort müssen die Menschen einen naturnahen Zugang zu ihrem Gewässer haben.

Durch meine Arbeit bin ich sehr gut in der Regionalentwicklung, Umweltbildung, Tourismus, Naturschutz und Kultur vernetzt und kenne das Spannungsfeld zwischen Schutz und Nutzung. 2007 habe ich für den Landkreis Bamberg erfolgreich die Aufnahme in das europäische LEADER-Programm erreicht. 2020 habe ich einen Wanderführer geschrieben, der gerade in der zweiten Auflage erschienen ist.

Nach meiner Ausbildung zur landwirtschaftlich-technischen Assistentin in der Milchwirtschaft habe ich in Potsdam (Diplom-Geoökologin), Leeds (Auslandsjahr) und Kiel (Dissertation) studiert. In meinem Stipendienjahr der Robert-Bosch-Stiftung habe ich bei der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder in Breslau gearbeitet. Meine Diplomarbeit (Wolfsgraben bei Kemmern) und meine Dissertation (Südost-Polen) hatten historischen Landnutzungswandel, Bodenerosion und Starkregenereignisse zum Thema.

Dank der Unterstützung durch Familie und Freunde konnten mein Mann und ich das Elternhaus meines Vaters, einen ehemaligen Bauernhof, ökologisch renovieren. Dort wohnen wir mit unseren zwei Kindern in der Ortsmitte. Derzeit bauen wir die Scheune aus. Seit 2022 bin ich stolze Eigentümerin einer Photovoltaikanlage mit Stromspeicher. Mein grüner Hof ist als Naturgarten zertifiziert. Ich bin Vorsitzende des Wander- und Heimatvereins Kemmern 1975 e. V., organisiere die jährliche Müll-Sammel-Aktion am Main in Kemmern und bis Flusskoordinatorin von Main Clean Up.

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