Basteln in der Adventszeit III – Fröbelsterne

Veröffentlicht am 17. Dezember 2013 von Lena Thiem
Logopädie Scheßlitz


„Basteln in der Adventszeit.“ Wir haben uns umgehört, was in der Vorweihnachtszeit in unseren Nachrichten-am-Ort-Gemeinden so alles gebastelt wird und für Sie Anregungen gesammelt, selbst mit den Kindern, Freundinnen, der Familie zu basteln und zu backen. In allen Altersstufen verbindet es und steigert die eigene Vorfreude auf Weihnachten. In privater Runde ging es diesmal darum, dem Geheimnis des Fröbelsterns auf den Grund zu gehen.

Der Stern. Kein Symbol ist wohl stärker mit dem Weihnachtsfest verbunden. So werden Sterne aller Art in der Vorweihnachtszeit gebastelt. Von Papiersternen über Stroh- und Perlensterne sind sie beliebter Fenster- und Baumschmuck und für jede Altersgruppe gibt es weitere Schwierigkeitsgrade. Papier-Ausschneid-Sterne sind beliebt bei Kindergartenkindern, Strohsterne und Perlensterne etwas für Profis. Was mich schon in meiner Grundschulzeit begeistert hat, war die Technik der Fröbelsterne.

Einfache Basis

Friedrich Fröbel selbst war 1802 für ein Jahr in Baunach und anschließend in Bamberg als Forstamtmann und Feldvermesser tätig. Später gründet er die ersten Kindergärten. Sein reformpädagogisches Prinzip beruht darauf, dass er ein Kind mit einer  Pflanze vergleicht, die gepflegt und gehegt werden muss und die bestimmte Anforderungen an die Umgebung stellt, um gut heranwachsen zu können. Der Erwachsene, der Erzieher, ist der Pflegende, der die Pflanze kennt und weiß, wo sie gut wächst und was sie jeweils benötigt. Er entwickelte zudem Spielgaben für das frühkindliche Spielen und inspirierte Künstler und Architekten. Der nach ihm benannte Papierstern war angeblich schon vor Fröbel bekannt und nicht seine eigene Entdeckung. Doch er passt in sein Konzept: Wie bei den sehr simpel gehaltenen Spielgaben ist auch die Basis für die Fröbelsterne eine denkbar einfache: aus vier stabilen Papierstreifen (1 – 2 cm breit; 40 – 60 cm lang) wird ein quadratisches Grundgerüst geflochten, das wiederum aus vier kleinen Quadraten besteht, aus denen seitlich die vier doppellagigen Streifen herausschauen. Diese werden in einem sehr speziellen und mathematisch ausgeklügelten System gefaltet und – wichtig für die dreidimensionalen Spitzen (Tütchen) – durchgeschoben bis Spitzen an den Seiten sowie oben und unten die Tütchen entstehen.

Das klingt erst einmal komplizierter, als es ist, benötigt aber einfach etwas Übung und Konzentration und eine detaillierte Anleitung.

2013 Basteln in Adventszeit FröbelsterneAus den vier Papierstreifen entsteht zuerst ein geflochtenes Quadrat.

2013 Basteln in Adventszeit FröbelsterneIn den nächsten Schritten werden auf Vorder- und Rückseite die Spitzen gefaltet und der restliche Streifen durch das Geflecht geschoben.

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Nachrichten am Ort

Im Klassenverbund von über 20 Kindern ist dies in der Bastelstunde nicht zu vermitteln, erklärt eine Grundschullehrerin, sie hat es versucht. Und auch ich schwitze und brauche Konzentration für die ersten Sterne, um die einzelnen der insgesamt 27 Schritte umzusetzen. Doch beim zweiten und dritten geht es schon leichter, meine Finger erinnern sich an die Bewegungsabläufe, die ich vor vielen Jahren im Schlaf konnte. Und auch meine Nichte, mit ihren sieben Jahren, schafft ihren ersten Stern fast alleine, da sich der nächste Schritt immer vier bis acht Mal wiederholt: neuen Schritt kurz gezeigt, schon arbeitet sie die nächsten selbstständig weiter.

2013 Basteln in Adventszeit FröbelsterneEin bisschen friemelig ist es schon – nichts für Ungeduldige

I2013 Basteln in Adventszeit FröbelsterneSelbst die filigranen Tütchen auf Vorder- und Rückseite sind für Kinder machbar.

Mein Fazit: Fröbelsterne sind nicht ganz kinderleicht, aber bastelwillige Kinder schaffen es mit persönlicher Anleitung und einer helfenden Hand, die raffinierten Fröbelsterne herzustellen. Für Eltern, die selbst gerne basteln, ist es eine gute Möglichkeit, die Stärken ihrer Kinder kennenzulernen und individuell zu schauen, ob und wobei sie Hilfe brauchen. Also sicher ganz im Sinne Fröbels.

Ob als Tischdeko oder Raum und Baumschmuck machen sich die Sterne einfarbig, bunt oder sogar mit Muster hervorragend und auch als Verzierung für Weihnachtskarten (dann nur einseitig erhaben) und Geschenke machen sie einiges her.

Starter-Sets mit Papierstreifen und auch Bastelbücher gibt es im gut sortierten Bastelgeschäft. Eine Anleitung für die „Mathematische Bastelei“ findet sich online. Dazu braucht man eine kleine Spitze Schere und Geduld.

Infoquelle: www.friedrich-froebel-online.de

Tipp: Lesen Sie auch die weiteren Teile unserer Bastelserie 2013.

 

Bilder zu einzelnen Schritten finden Sie hier (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der linken Ecke oben wählen).

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