Wenn sich der Aufzug die Ankunft eines Monteurs wünscht …

Veröffentlicht am 12. Dezember 2018 von Redaktion

Wie haben wir uns in der Region alle über die barrierefreien Bahnhöfe gefreut. Wenn schon keine Rampe. die sich einfach mit Rollstuhl, Fahrrad oder Kinderwagen nutzen lässt, dann wenigstens ein Aufzug. Dumm nur, wenn der gefühlt nie funktioniert. Erneut ist aktuell einer der Aufzüge in Zapfendorf ausgefallen. Dazu hat uns ein Gastbeitrag erreicht.

Von Tilmann Daum

Liebe DB Regio,

anbei die aktuelle Weihnachtsgeschichte aus Zapfendorf: Es war einmal ein alleinstehender, reparaturbedürftiger Aufzug im Bahnhof Zapfendorf, der sich im ADVENT nichts sehnlichster wünschte, als die ANKUNFT seines Monteurs. Doch leider gelten Weihnachtsgeschichten bei der Bahn nicht!

Spaß beiseite: Ich bin gehbehindert und auf barrierefreies Reisen mit der Bahn angewiesen. Bereits Ende Oktober/Anfang November habe ich per Mail angefragt, ob der Aufzug bis Ende 2018 wieder einsatzbereit ist. Da ich weiß, wie lange solche einfachen Reparaturen bei einem Staatsunternehmen aus Kostengründen dauern, wollte ich den defekten Aufzug umgehen und habe versucht, mit meinem Pedelec die Rampe auf der Gewergebietssseite zu nutzen.


Der Aufzug in Zapfendorf an der Bahnhofstraße war schon mehrfach außer Betrieb, auch im Frühjahr 2018, als unser Foto entstand (Foto: Johannes Michel).

Leider war die im Rahmen des ICE-Ausbaus neu geschaffene Fahrbahn zur Rampe mit Glasscherben so verschmutzt, dass ein Weiterfahren nicht möglich war. Einen Unterhaltspflichtigen konnte ich mangels Straßenbeschilderung nicht ermitteln: Ist die Zuwegung zur Rampe eine Privatstraße der Bahn beziehungsweise die einer Firma im Gewerbegebiet oder handelt es sich um eine öffentliche Straße der Marktes Zapfendorf?

Alternativ könnte ich noch die Treppe zur Unterführung nutzen, mit einem knielangen Orthopädieschuh rechts, einer Ausgleichssohle links und dem Pedelec in der Hand ist das „a net grad des Gsündeste, jo wergli“, wie bereits der bekannte fränkische Humorist Herbert Hisel anmerkte.

Die Bahn wirbt mit einem Verkaufserfolg der ICE-Strecke München-Berlin, und erhöht die Taktfrequenz der Züge um die Nachfrage zu befriedigen, gleichzeitig bleibt die Infrastuktur der Strecke „auf der Strecke“!

Meine beiden Großväter, beide ehemalige DB-Lokführer, wären „not amused“, hätten sie sowas Anno 2018 noch erlebt!

Falls sich die Reparatur bis nach Ostern hinzieht, habe ich das ideale Versteck fürs Osternest: Die Zugangstüre zum defekten Aufzug. Da sucht bestimmt keiner.

Freundliche Grüße aus dem vorweihnachtlichen barriere(freien) Zapfendorf

Tilman Daum

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