Im Marktgemeinderat Zapfendorf stand einmal mehr die Zukunft des Windrads in Sassendorf auf der Tagesordnung. Bürgermeister Michael Senger hatte Vertreter der Stadtwerke Bamberg und der Energieallianz Bayern eingeladen, um über das geplante Repowering zu informieren.
Die bestehende Anlage, die älteste im Landkreis, war bereits im vergangenen Jahr im Gemeinderat Thema, als das gemeindliche Einvernehmen zum Repowering aufgrund offener Fragen zunächst verweigert wurde. Nun wurde der Plan der Stadtwerke zur Erneuerung und technischen Aufrüstung in Zusammenarbeit mit der Energieallianz Bayern vorgestellt. Hintergrund ist, dass am bisherigen Windrad ein erheblicher Schaden am Hauptlager festgestellt wurde und Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind, so dass eine Reparatur als unwirtschaftlich gilt. Die Anlage steht schon seit längerer Zeit still. Stattdessen soll eine neue, leistungsstärkere Anlage errichtet werden.
Das vorgesehene neue Modell hat eine Nennleistung von 5.560 Kilowatt und einen Rotordurchmesser von 160 Metern. Mit einer Nabenhöhe von rund 167 Metern ergibt sich eine Gesamthöhe von rund 247 Metern. Der angedachte Standort liegt leicht nach Süden versetzt und bleibt nach Angaben der Planer außerhalb ausgewiesener Schutzgebiete. Die gesetzlichen Schallschutzvorgaben würden eingehalten, der geringste Abstand zur nächstgelegenen Wohnbebauung in Lauf betrage etwa 900 Meter.
Große Anlage wirtschaftlich notwendig
Diskutiert wurde vor allem die Erschließung: Zwar sei eine Zufahrt über Sassendorf grundsätzlich möglich, aber nicht wünschenswert. Deshalb werde eine südliche Umfahrung geprüft, gegebenenfalls in Kombination mit dem Ausbau landwirtschaftlicher Wege im Zuge der laufenden Flurbereinigung. Bürgermeister Senger verwies darauf, dass durch die parallel durchgeführten Maßnahmen im Wegeausbau zukünftige Projekte profitieren könnten, erklärte aber auch, dass es nicht akzeptabel wäre, wenn bereits sanierte Wege Schäden nehmen sollten. Ans Netz angeschlossen werden könnte das neue Windrad im Bereich Leimershof, wo IBC Solar einen großen PV-Park betreibt. Dies befinde sich in der Klärung, so Johannes Bergen, Projektkoordinator bei den Stadtwerken Bamberg.
Im Rat gab es den Wunsch, auch kleinere Anlagenvarianten zu prüfen, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. Stefan Handwerker von der Energieallianz Bayern erklärte zwar, bei diesem Projekt stehe nicht die reine Marge im Vordergrund, sondern die Erzeugung erneuerbarer Energien direkt in der Region. Aber: Kleinere Anlagen hätten nahezu die gleichen Kosten für Erschließung, Fundament und Leitungen und seien somit wirtschaftlich nicht tragfähig.
Die Beteiligten peilen an, die Genehmigungsphase im zweiten Quartal 2026 abzuschließen. Sollte es zu einer positiven Entscheidung kommen, könnte im vierten Quartal der Abbau der alten Anlage und Ende 2027 der Neubau beginnen – mit einer möglichen Inbetriebnahme gegen Ende 2028.
Bürgermeister Michael Senger erklärte, diese ausführlichen Darstellungen hätte sich das Gremium schon vorher gewünscht. Diskutiert wurde noch über die Lage der Anlage knapp außerhalb des Vorranggebiets. Die Referenten wiesen darauf hin, dass die planerischen Darstellungen im Regionalplan im Maßstab 1:100.000 naturgemäß unscharf und geringfügige Abweichungen auch laut Landratsamt möglich seien.
Weiteres aus der Sitzung vom 5. Februar 2026
In einem weiteren Tagesordnungspunkt befürwortete der Gemeinderat die Auflösung der Regionalwerke Bamberg GmbH – nachdem die Stadt und die Stadtwerke Bamberg ausgeschieden sind, sehen die verbliebenen Gesellschafter keinen Bedarf mehr für die Fortsetzung der Gesellschaft. Die Liquidation soll zügig erfolgen und das verbleibende Vermögen anteilig verteilt werden.
In Sachen Energieversorgung stimmte der Rat einstimmig zu, dass Zapfendorf sich an der nächsten Gas-Bündelausschreibung für den Lieferzeitraum ab 1. Januar 2027 beteiligen soll. Teil dieser Entscheidung ist auch die Freigabe der Verbrauchsdaten an das entsprechende Ausschreibungsportal.
Ein wichtiges Thema nannte Senger gleich zu Beginn der Sitzung. Im vergangenen Jahr waren die Pläne eines Investors vorgestellt worden, auf dem ehemaligen Hofmann-Gelände an der Hauptstraße ein Gesundheitszentrum zu errichten – unter anderem mit Räumlichkeiten für eine Arztpraxis, eine Apotheke und eine Physiotherapiepraxis. Doch nach weiterer Planung sei es zu baurechtlichen Problemen gekommen: Ein angrenzender Nachbar bestehe auf die vollständige Einhaltung der gesetzlichen Abstandsflächen, was eine erhebliche Verkleinerung des Gebäudeentwurfs notwendig gemacht hätte. In dieser reduzierten Form wären die vorgesehenen Flächen für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht ausreichend gewesen. Der Investor teilte Mitte Januar 2026 mit, das Projekt in der geplanten Form nicht weiterzuverfolgen. Senger betonte, dass die Sicherstellung einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung weiterhin ein zentrales Anliegen bleibe und alternative Standorte geprüft werden sollen.





