So geht es mit „Zapfendorf Süd III“ weiter

Vor etwa einem Jahr wurden die Baugebiete „Zapfendorf Ost IV“ und „Zapfendorf Süd III“ im Gemeinderat beraten. Während es im Osten schnell voranging, aktuell rollen die Bagger, gab es im Süden einige Probleme. Nun geht das Verfahren in eine neue Runde.

Gleich mehrere „Baustellen“ waren beim geplanten Neubaugebiet „Zapfendorf Süd III“ in den vergangenen Monaten durch die Gemeindeverwaltung abzuarbeiten. Dies war auch Thema in der Gemeinderatssitzung am 19. Mai 2022. Erstens: Der Naturschutz. Neu enthalten sind nun Biotopflächen. Für die Bebauung bestimmter Grundstücke gilt: Wer hier baut, muss andernorts eine Ausgleichsfläche schaffen. Aufgrund des in einem Teilbereich des Bebauungsplans aufzufindenden Schmetterlings, dem gefährdeten Wiesenknopf-Ameisenbläuling, sah es zwischenzeitlich sogar so aus, als müsste das Baugebiet ad acta gelegt werden. Eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung stand an – mit dem Fazit, dass im Verhältnis drei zu eins Ausgleichsflächen zu schaffen sind. Die Suche, wo diese eingerichtet werden sollen, läuft noch.

In den markierten Bereichen kommt der Ameisenbläuling vor.

Zweitens: Die Bahn. Im östlichen Bereich des Bebauungsplans verläuft eine Bahnstromleitung. Obwohl in anderen Gebieten von Zapfendorf ein Schutzstreifen mit einer Breite von 21 Metern gilt, fordert die Bahn nun 30 Meter. Daher sind die Flächen darunter nur eingeschränkt bebaubar, die Bahn muss zudem auch von den Bauherren am Verfahren beteiligt werden. Drittens: Der Lärmschutz. Aufgrund des nebenan liegenden Schwimmbadparkplatzes wurde von den Behörden nächtlicher Parklärm befürchtet, so dass hier in Teilbereichen ein Nachtparkverbot angeordnet werden muss. Und viertens: Bei einem hundertjährigen Hochwasser wäre ein Teil des Baugebiets wenige Zentimeter hoch überflutet. Dies ist auf den Laufer Bach, der vorbeiläuft, beziehungsweise den Rückstau vom Main zurückzuführen (Flutmulde). Kleinere bauliche Eingriffe können dieses Problem aber beseitigen.

Rechts zu sehen: Für die Bahnstromleitung braucht es einen Schutzstreifen.

Ohne zusätzliche Maßnahmen würden Teile des Baugebiets bei einem hundertjährigen Hochwasser leicht überflutet.

Bauarbeiten Westtangente beginnen bald

Mit all diesen Änderungen wurde der Bebauungsplan nun vom Gemeinderat neu auf den Weg gebracht. Es findet daher erneut eine Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange (Behörden) statt. Bürgermeister Michael Senger erklärte, dass mit Überraschungen nun aber nicht mehr zu rechnen sei, da ja bereits eine Beteiligungsrunde stattgefunden habe. Klar ist auch: Die nun zusätzlich entstehenden Kosten müssen in die Erschließungskosten und damit die Verkaufspreise für die Grundstücke eingerechnet werden. Senger rechnet dennoch damit, dass die Preise im Vergleich zu anderen Gemeinden günstig bleiben.

So könnte die Bebauung einmal aussehen …

Bürgermeister Michael Senger gab in der Sitzung auch noch einige Informationen weiter. In Kalenderwoche 25 (Ende Juni) sollen die Bauarbeiten für die Westtangente beginnen, die Bauzeit beträgt drei bis vier Monate. Damit rückt die vollwertige Umgehungsstraße für Zapfendorf näher. In den Pfingstferien soll zudem der zweite Bauabschnitt der Straßensanierung in Lauf vom Ortseingang bis zur Ortsmitte (Lindenplatz) starten. Und: Am 10. Juni wird in Sassendorf der Bürgermeisterbaum für Senger aufgestellt.

Alle Pläne / Grafiken: Planungsgruppe Strunz

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