„Zapfendorf Ost IV“ und steigende Abwassergebühren

Zwischen Oberleiterbacher Straße und Reuther Weg soll das Baugebiet „Zapfendorf Ost IV“ entstehen. Während die Behörden kaum Einwände hatten, reichten mehrere Privatpersonen Beschwerden im Rathaus ein. Thema im Gemeinderat war auch die Abwassergebühr.

Immer für drei Jahre wird die Abwassergebühr kalkuliert. Zapfendorf setzt dazu den Frischwassermaßstab an – die Gebühr ist somit an den Wasserverbrauch gekoppelt. Zuletzt wurde sie für den Zeitraum von Oktober 2018 bis September 2021 berechnet – im Jahr 2018 erfolgte eine Senkung von 2,70 Euro pro Kubikmeter auf 2,55 Euro. „Diese Senkung schlägt nun negativ zu Buche“, erklärte Bürgermeister Michael Senger in der Sitzung des Marktgemeinderates vom 21. Oktober 2021. Denn durch die Investitionsmaßnahmen rund um die „Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (kurz: RZWas) wurde viel getan, im Abrechnungszeitraum fiel außerdem ein Defizit von fast 150.000 Euro an.

Nachdem bei Wasser und Abwasser kostendeckend gearbeitet werden muss, ist nun eine Erhöhung der Abwassergebühr unumgänglich. Daher wurde einstimmig beschlossen, vom 1. Oktober 2021 an (bis 30. September 2024) pro Kubikmeter 2,95 Euro zu berechnen. Das entspricht einer Steigerung von rund 16 Prozent.

Befürchtung: Die Gebäude werden zu hoch

Gewürdigt wurden die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange (Behörden) eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Zapfendorf Ost IV“. In diesem Bereich verfolgt der Markt insbesondere die Idee der baulichen Verdichtung und will nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch Doppelhaushälften und bis zu vierstöckige Wohngebäude zulassen. Miriam Reichelt von der Planungsgruppe Strunz erläuterte den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten die Stellungnahmen. „Es sind nicht viele dabei, die sich planändernd ausgewirkt haben“, erklärte sie. Am auffälligsten im Vergleich zur ersten Präsentation im Mai 2021 sei die Verkleinerung des Grundstücks im Norden, auf dem sich ein Regenrückhaltebecken befindet. Es habe sich gezeigt, dass hier weniger Fläche ausreiche, die übrige könne den Baugrundstücken zugeschlagen werden.

So sieht der Entwurf für den Bebauungsplan aktuell aus. Quelle: Planungsgruppe Strunz (zum Vergrößern antippen oder anklicken)

Die Behörden zeigten sich mit dem Entwurf für den Bebauungsplan zufrieden. Eingegangen waren aber auch mehrere Bürgereinwendungen von Anwohnern, deren Häuser sich in der Nähe befinden. Mit ihnen setzte sich das Gremium etwas intensiver auseinander. Zu den größten Befürchtungen gehörte, dass die Verkehrsbelastung deutlich steigt und dass mehrgeschossige Bauten am höchsten Punkt von Zapfendorf wenig geeignet seien. Jeweils einstimmig wurde beschlossen, hier keine Veränderungen durchzuführen. Die Verkehrsinfrastruktur sei nicht Thema dieses Bebauungsplans. Sollte sich zeigen, dass es beispielsweise im Bereich Weiherweg verkehrstechnische Engpässe gebe, könnten jederzeit straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen entgegenwirken. Die Gebäude mit der höchsten erlaubten Höhe befänden sich zudem am tiefsten Punkt des Geltungsbereichs, also im Norden. „Der Markt Zapfendorf ist verpflichtet, schonend und flächensparend mit der endlichen Ressource Boden umzugehen, weshalb er sich für eine mehrgeschossige Wohnhausbebauung an diesem Standort entschlossen hat“, hieß es im Beschlussvorschlag.

Unser Foto zeigt das abfallende Gelände des Bereichs. Die höchsten Gebäude sollen sich im Norden, also am Ende unseres Bildes in der Mitte, befinden.

Durch die Nähe zur Autobahn wird den Bauherren der Einbau von Schallschutzfenstern auferlegt.

Links der Reuther Weg, über den die meisten Grundstücke angefahren werden dürften. Rechts die Verbindung zur Oberleiterbacher Straße, die weiterhin für den Verkehr gesperrt sein wird.

Einbruch ins Aquarena

Unter „Informationen des Bürgermeisters“ gab Michael Senger diverse Neuigkeiten weiter. In der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober sei ins Aquarena eingebrochen worden. Ein Fenster und das Kassenhäuschen wurden dabei demoliert. Nachdem das Schwimmbad zu diesem Zeitpunkt aber bereits geschlossen war, wurde kein Bargeld entwendet. Im Rahmen der RZWas gingen die Arbeiten weiter: Die Asphaltierungen in Schulstraße und Weinberg wurden abgeschlossen, die Schulstraße sei dadurch Richtung Herrngasse nun wieder halbseitig befahrbar. In Lauf können diverse Arbeiten erst im kommenden Jahr durchgeführt werden.

Nahezu fertig seien die Außenanlagen an der Kita St. Christophorus, der Bereich könne in Kürze wieder geöffnet werden. Damit die Kinder ihn noch dieses Jahr wieder nutzen können, wurde nun Rollrasen verlegt.

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