Eine Frauenquote von bemerkenswerten 40 Prozent

Von Politikverdrossenheit ist an diesem Abend im Gemeinschaftshaus ganz und gar nichts zu spüren. Aufbruchstimmung und Vorfreude bestimmen das Ambiente. Die Wählergemeinschaft Oberleiterbach – kurz: WOB – will es auch bei der Kommunalwahl 2020 wieder wissen und stellt sich zum dritten Mal zur Wahl. Acht Damen finden sich unter den 20 Kandidaten, die Frauenquote beträgt also stattliche 40 Prozent. Und es sind insgesamt sogar mehr Interessenten als mögliche Listenplätze.

„Wir haben in Oberleiterbach ein Luxusproblem.“ Zweiter Bürgermeister Andreas Schonath lächelt in die Runde. Gerade hat sich noch ein Kandidat ins Spiel gebracht. Der 21. Zurücktreten will nicht wirklich jemand, doch auf eine Kampfabstimmung ankommen möchte man es auch nicht lassen. Nach wenigen Minuten ist der Kompromiss gefunden. Wichtig ist bei dieser Wahlveranstaltung einmal mehr das Wir-Gefühl. Gemeinsam an einem Strang ziehen, das hat sich die Wählergemeinschaft auf die Fahne geschrieben. Gemeinsam für die Dörfer, gemeinsam für die Großgemeinde – und eben auch gemeinsam für die WOB.

Das spiegelt sich auch darin wider, dass knapp ein Viertel des Dorfes zur Nominierungsversammlung gekommen ist, knapp zehn Prozent der Bewohner finden sich auf der Gemeinderatsliste wieder. Hinzu kommen zahlreiche interessierte, an diesem Abend nicht wahlberechtigte Gäste im Gemeinschatshaus. Bürgermeister Volker Dittrich ist beeindruckt. Er ist ebenso gekommen wie sein Mitbewerber Michael Senger aus Sassendorf. „Auf unserer Liste ist für jeden etwas dabei“, fasst es Versammlungsleiter Georg Seelmann zusammen. „Nun müssen wir Einheit beweisen und Wir-Gefühl leben.“

Wollen in den Zapfendorfer Gemeinderat: Die Bewerber der Wählergemeinschaft Oberleiterbach (WOB) um Spitzenkandidaten Andreas Schonath (vorne, Mitte).

Ein Querschnitt durch die Bevölkerung

In der Tat ist die WOB-Kandidatenliste ein Querschnitt der Bevölkerung. Landwirte, Altenpfleger, Hausmänner. Maschinenführer, Brauer und Vorarbeiter auf dem Bau bewerben sich ebenso wie Kfz-Mechaniker-, Werkzeugmacher- und Kunststoffmeister, Lehrer, Bauleiter, Pflanzenbauexperten sowie Unternehmer. „Um diese Bereitschaft, sich politisch einzubringen und mitzumachen, dürften uns andere Kommunen beneiden“, meint Spitzenkandidat Andreas Schonath.

Georg Seelmann nutzte die Gelegenheit, an die Anfänge der Wählergemeinschaft zu erinnern. Es seien damals Harald Hümmer und Andreas Schonath gewesen, die die WOB im Jahr 2008 aus der Taufe hoben, um Oberleiterbach eine Stimme im Gemeinderat zu geben, ohne dabei das große Ganze – die Belange der gesamten Gemeinde – zu vernachlässigen. In den vergangenen beiden Ratsperioden war Oberleiterbach jeweils mit zwei Vertretern im Gremium. Harald Hümmer steht in der kommenden Legislaturperiode  der WOB nicht mehr zu Verfügung.

Die Kandidaten der Wählergemeinschaft Oberleiterbach (WOB): 1. Andreas Schonath, 2. Veronika Schmuck, 3. Angela Hennemann, 4. Philipp Kunzelmann, 5. Dr. Alexander Dümig, 6. Maria Helmreich, 7. Chris Hennemann, 8. Thomas Hennemann, 9. Reiner Zapf-Willmer, 10. Michael Schlamminger, 11. Sonja Göbel, 12. Manuel Kunzelmann, 13. Tina Landvogt, 14. Jürgen Schug, 15. Anja Gerber, 16. Raimund Schlenk, 17. Regina Schlenk, 18. Karina Schuster, 19. Markus Horn, 20. Thomas Schwarzkopf. Ersatzkandidaten sind Nikolaus Kunzelmann, Rainer Sonntag-Herold und Michael Göbel.

Martina Drossel

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