Polizeimeldung: Serie von Sachbeschädigungen geklärt

Veröffentlicht am 16. Januar 2019 von Redaktion

Eine Serie von Sachbeschädigungen in Zapfendorf beschäftigte seit dem Sommer 2017 die Polizeibeamten aus Bamberg und sorgte in der Bevölkerung für Aufmerksamkeit und Verunsicherung. Nach umfangreichen Ermittlungen gelang es nun Kriminalbeamten, drei Mädchen im heutigen Alter von 13 bis 15 Jahren zu ermitteln, gegen die sich der Tatvorwurf erhärtete.

Die Serie der Sachbeschädigungen begann in der Nacht zum 30. August 2017, als die damals Unbekannten nahe der Zapfendorfer Kirche zunächst einen Baum beschädigten und flüchteten. Einige Monate später, in der Nacht zum 20. April 2018, sägten Vandalen auf dem Parkplatz des Schwimmbades in Zapfendorf ein Hagebuttenbäumchen um und entkamen ebenfalls unerkannt. Gut einen Monat später kam es zu einen ähnlichen Vorfall, als Unbekannte gegenüber des Rathauses einen Nussbaum beschädigten. 

Die Reihe an Straftaten setzte sich Anfang August fort, nachdem die Täter zweimal innerhalb einer Woche das Zapfendorfer Schwimmbad mit Pferdekot verunreinigten. Auch in den darauffolgenden Wochen sägten sie wiederum auf dem Freibadgelände und an einem Kinderspielplatz in Zapfendorf mehrere Bäume ab. Anfang November beschmierten die Vandalen einen Fahrkartenautomaten am Bahnhof mit einem Stift und verunreinigten auch einen Aufzug mit Hundekot. Außerdem beschädigten sie die Hinweistafel eines Kindergartens.

Selbst die Weihnachtszeit hielt die Baumfrevler nicht von ihren Taten ab und so brachten sie in der Nacht zu Heiligabend sogar den Christbaum vor der Kirche in Zapfendorf gewaltsam zu Fall. Die Serie der Sachbeschädigungen endete in den Morgenstunden des Neujahrstages, als Unbekannte am Bahnhofsplatz einen Fahrkartenautomaten mit Eiern beschmierten.

Geständige Tatverdächtige

Neben einer Beunruhigung der Bevölkerung sorgte die Serie an Straftaten in Zapfendorf auch in den örtlichen Medien für große Aufmerksamkeit. Aufgrund der akribischen Ermittlungsarbeit und umfangreichen Spurensicherungsmaßnahmen gerieten schließlich die drei Mädchen in das Visier der Kriminalbeamten. Sie stammen aus den Landkreisen Bamberg und Lichtenfels und begingen die Straften jeweils zu zweit, wobei sich im Rahmen der kriminalpolizeilichen Ermittlungen eine heute 15-Jährige als Hauptverdächtige herauskristallisierte. Insgesamt verursachten die Minderjährigen einen Sachschaden von über 5.000 Euro.

Langeweile als Motiv

In den polizeilichen Vernehmungen zeigte sich das jugendliche Trio zum Teil geständig und räumte die vorgeworfenen Delikte weitestgehend ein. Als Motiv nannten die jungen Vandalen, die weder fremdenfeindliche noch politisch motivierte Ziele verfolgen, dass sie die Straftaten aus purer Langeweile begangen haben. So äußerte eine der Beteiligten gegenüber den Ermittlern im Hinblick auf den umgesägten Weihnachtsbaum, dass sie schon immer mal einen Christbaum umsägen wollte. Alle Drei müssen sich nun wegen Sachbeschädigung in mehreren Fällen verantworten. Außerdem prüfen die Ermittler, ob sie auch noch für weitere Taten in Frage kommen.

Unterbringungsbefehl gegen Tatverdächtigen von abgelegten Bombenattrappen

Ebenfalls im Sommer und Herbst vergangenen Jahres sorgten jeweils verdächtige Gegenstände in einem Postzentrum in Bamberg, in der Nähe des Bahnhofes von Zapfendorf sowie an einer Autobahnbrücke bei Zapfendorf für Polizeieinsätze mit umfangreichen Absperrmaßnahmen. Im Zuge dieser Ermittlungen geriet Ende Oktober 2018 ein heute 35 Jahre alter Tatverdächtiger ins Visier der Kriminalbeamten. Der Mann ist mittlerweile aufgrund eines Unterbringungsbefehls in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses einstweilen untergebracht, während die Ermittlungen in diesen Fällen noch andauern.

Pressestelle Polizei Oberfranken. Titellfoto: Johannes Michel

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  1. Porzner Thomas 17. Januar 2019 at 09:51 - Antworten

    Zu dieser Auflösung wären wir Hobbykriminologen und Tatortgebildeten vor Ort sicherlich nie gekommen. Gott sei Dank gibt es eine fachkundige und erfolgreiche Kripo, denen unser Dank gelten muss.

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