Neues Quartier: Ein Gewinn für Hallstadt

Mit dem IQ-Quartier schloss sich eine Lücke in Hallstadts Innenstadt. Ende des vergangenen Jahres sind die ersten Mieter und Hausbesitzer eingezogen. Was das Besondere am Projekt ist und warum es Chancen ermöglicht? Das war bei der offiziellen Einweihung zu erfahren.

Die Mischung macht es. Da waren sich sowohl Andreas Heipp, Vorstand der Joseph-Stiftung, Karin Sandeck, Ministerialrätin, und Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder einig. Und der Einsatz hat sich auf jeden Fall gelohnt: Mitten in der Stadt sind 19 Mietwohnungen und sechs Doppelhaushälften entstanden. Letztere wurden verkauft, die Mietwohnungen wurden auf Grundlage der einkommensorientierten Förderung (EOF) vermietet. Das bedeutet: Interessenten mussten bei der Bewerbung Einkommensnachweise vorlegen. Aus diesen wurde die Kaltmiete errechnet, sie bewegt sich zwischen 5,70 und 9,80 Euro pro Quadratmeter. Um weiterhin in den Genuss einer staatlichen Unterstützung zu kommen, müssen die Mieterinnen und Mieter auch nach Bezug der Wohnung Nachweise erbringen.

Einkommensorientierte Förderung

Als einkommensorientierte Förderung (EOF) wird im Sozialen Wohnungsbau ein Modell bezeichnet, bei der bedürftige Mieter einen einkommensabhängigen Zuschuss zur Miete erhalten. (…) Das Modell sieht eine Grundförderung und eine Zusatzförderung bzw. Belegungsförderung vor. Die Grundförderung erhält der Bauherr im Gegenzug für die Verpflichtung, mindestens 15 Jahre Sozialmieter aufzunehmen und eine ortsabhängige Höchstmiete nicht zu überschreiten. Die Grundförderung soll Investoren zur Schaffung von sozialem Wohnungsraum anhalten und wird oft in Form eines besonders günstigen Darlehens mit Zinssätzen weit unterhalb des Marktzinses ausgegeben. Die Zusatzförderung oder Belegungsförderung ist der Zuschuss, den der berechtigte Mieter erhält. Die Höhe dieses Zuschusses ist vom Einkommen des Mieters abhängig und üblicherweise in mehreren Stufen gestaffelt. 

Quelle: Wikipedia

„Wir wollten Plätze schaffen für alle, ob finanzstark oder finanzschwach“, erklärte Bürgermeister Söder im Rahmen der Einweihung des Quartiers. „Jeder soll bei uns eine Chance haben, auch in einem modernen Umfeld zu wohnen.“ Das Quartier bezeichnete er als „Gewinn für das soziales Leben in Hallstadt“. Sie Stadt könne sich vor Anfragen für Häuser und Wohnungen kaum retten könne. Allerdings herrsche Platzmangel für Neubauten – und gerade daher sei das IQ-Quartier, das eine Baulücke im Innenbereich geschlossen habe, so wertvoll. Auch Europaministerin Melanie Huml, die die Innenstadt seit ihrer Kindheit kennt, lobte die positive Entwicklung.

Andreas Heipp, Karin Sandeck, Melanie Huml und Thomas Söder durchschneiden das rote Band.

IQ = schlau

Das neue Quartier befindet sich unmittelbar neben dem Stadtpark, er kann ohne Barrieren erreicht werden. Insgesamt kommen die 19 Mietwohnungen auf eine Gesamtwohnfläche von 1.300 Quadratmeter. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 50 und 90 Quadratmeter, auch mehrere Seniorenwohnungen sind mit dabei. Alle verfügen über Terrasse oder Balkon.

Bei der Besichtigung des Viertels fällt auf, dass auch auf Details geachtet wurde. Unter den Carports sind schon die Anschlüsse zum Laden von Elektrofahrzeugen vorbereitet, geheizt wird mit Pellets und Wärmepumpen. Rund 8,5 Millionen Euro wurden hier von der Joseph-Stiftung investiert, drei Millionen Euro davon kamen als Zuschuss vom Freistaat Bayern. „Mit der IQ-Initiative haben wir bayernweit 1.000 Wohnungen gefördert“, erklärte Karin Sandeck, die sich beim Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr um innovative Wohnprojekte kümmert. IQ stehe zwar für „Innerstädtisches Wohnquartier“, aber auch für ein schlaues Projekt, das innerstädtische Ressourcen nutze. Zum Abschluss der Einweihung durfte der kirchliche Segen durch Pfarrer Christoph Uttenreuther sowie Pfarrerin Susanne Wittmann-Schlechtweg und Pfarrer Andreas Schlechtweg nicht fehlen.

Panoramaaufnahme: Das IQ-Quartier vom Stadtpark aus gesehen. Zum Vergrößern antippen oder anklicken.

Der Spatenstich für das IQ-Quartier war am 6. Mai 2019 erfolgt. Umso erfreuter zeigten sich die Beteiligten, dass trotz der Corona-Pandemie das neue Viertel zeitnah fertiggestellt werden konnte. Nun endet, erfolgreich, ein innovatives und zugleich schwieriges Projekt, das zwischenzeitlich auf der Kippe stand und die Stadt rund zehn Jahre lang beschäftigt hat.


Viele Fotos von der Einweihung des Quartiers finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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