Die künftige Entwicklung des Ortskerns von Dörfleins, eine große Anschaffung für die Hallstadter Feuerwehr und die Frage, ob künftig eine Stadtbild- und Stadtentwicklungskommission den Stadtrat unterstützen soll – das waren die großen Themen im Hallstadter Stadtrat. Alle Beschlüsse fielen einstimmig.
Im Mittelpunkt der Sitzung stand unter das geplante Sanierungsgebiet im Ortskern von Dörfleins. Damit knüpfte das Gremium an einen Beschluss aus dem Jahr 2024 an, als der Stadtrat die so genannten „Vorbereitenden Untersuchungen“ (VU) für das Gebiet auf den Weg gebracht hatte. Bereits damals war deutlich geworden, dass es der Stadt nicht nur um bauliche Fragen geht, sondern um eine langfristige Strategie zur Stärkung des Ortskerns – verbunden mit Fördermöglichkeiten für Kommune und private Eigentümer.
Nun lagen die Ergebnisse dieser Untersuchungen vor. Bürgermeister Thomas Söder erinnerte eingangs daran, dass Hallstadt mit Sanierungsgebieten bereits Erfahrungen gesammelt habe. In Dörfleins zeige sich eine ähnliche Ausgangslage wie einst in Hallstadt selbst: Leerstände, schwierige Verkaufssituationen bei älteren Gebäuden und der Wunsch, das Ortsbild zu erhalten und gleichzeitig weiterzuentwickeln. Ziel sei es, Strukturen zu stärken, ohne den Charakter des Ortsteils zu verlieren.
Michael Stadter vom beauftragten Planungsbüro RSP aus Bayreuth stellte dem Stadtrat den umfangreichen Ergebnisbericht vor. Dieser bildet die Grundlage für die nächsten Schritte im Verfahren. In den vergangenen Monaten waren bauliche Strukturen analysiert, Schwächen und Potenziale herausgearbeitet und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert worden. Besonders der Ortsspaziergang im November 2024 habe wertvolle Hinweise geliefert, die in den Bericht eingeflossen seien.
So wird das Sanierungsgebiet in Dörfleins abgegrenzt sein. Quelle: RSP Architekten
Chancen für Eigentümer
Zentrales Leitmotiv des Konzepts ist die Innenentwicklung. Leerstände sollen vermieden oder leerstehende Gebäude wieder genutzt und ortsbildprägende Gebäude erhalten werden. Gleichzeitig sieht der Maßnahmenkatalog auch vor, problematische oder ortsbildstörende Strukturen langfristig zurückzubauen und neue Nutzungen zu ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Dörfleinser Straße, deren trennende Wirkung zwischen den nördlichen und südlichen Bereichen des Ortskerns gemindert werden soll. Verbesserte Querungsmöglichkeiten, eine gestalterische Aufwertung sowie verkehrliche Anpassungen sind Teil der Überlegungen.
Weitere Punkte betreffen die künftige Nutzung der ehemaligen Grundschule, mögliche Nachverdichtungen etwa auf früheren Gewerbeflächen sowie die Einführung von Förderprogrammen, mit denen private Sanierungsmaßnahmen unterstützt werden könnten. Bürgermeister Söder betonte, dass ein Sanierungsgebiet keine Verpflichtung für Eigentümer bedeute, sondern vor allem Chancen eröffne – etwa durch Zuschüsse oder steuerliche Vorteile.
Der Stadtrat nahm die Ergebnisse der Untersuchungen zur Kenntnis und beschloss einstimmig die Einleitung des Verfahrens zur förmlichen Festsetzung eines Sanierungsgebiets. Die Unterlagen werden somit öffentlich ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange beteiligt, bevor das Gremium abschließend über die Sanierungssatzung entscheidet.
Neues Fahrzeug für die Feuerwehr
Bei der Feuerwehr Hallstadt steht die Beschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs an. Das bisherige Fahrzeug aus dem Jahr 1992 soll ersetzt werden, während das derzeitige HLF aus dem Jahr 2007 künftig als Löschgruppenfahrzeug weitergenutzt wird. Die Kommandanten stellten dem Stadtrat das Vorhaben vor und warben für eine interkommunale Lösung. Konkret soll das neue Fahrzeug gemeinsam mit der Stadt Bamberg beschafft werden, die ebenfalls mehrere HLFs ersetzen will, auch die Gemeinde Kemmern entscheidet über eine Beteiligung an der Beschaffung.
Durch die größere Stückzahl verspricht sich die Feuerwehr nicht nur günstigere Preise, sondern auch eine höhere staatliche Förderung – zehn Prozent mehr sind drin. Zudem könnten Planung und Ausschreibung gebündelt werden. Daher wurde das Thema nun auch aufgenommen, eigentlich war die Beschaffung erst für einen späteren Zeitpunkt angedacht. Die geschätzten Kosten für das Hallstadter Fahrzeug liegen bei rund 750.000 Euro, die Auslieferung wird in etwa zwei Jahren erwartet. Der Stadtrat folgte dieser Argumentation und beschloss einstimmig, die Beschaffung gemeinsam anzugehen.
Grundsätzlich gewünscht: Kommission wird vorbereitet
Der dritte größere Punkt der Sitzung berührte grundsätzliche Fragen der Stadtentwicklung. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte schon im vergangenen Jahr beantragt, eine Stadtbild- und Stadtentwicklungskommission einzurichten. Dieses Gremium soll künftig beratend tätig sein, Themen vorbereiten und Diskussionen anstoßen – unter Einbindung von Stadtrat, Verwaltung und engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Eigentlich sollten sich die einzelnen Fraktionen mit der Idee beschäftigen, Rückmeldung gab es aber keine. Daher hatte die Verwaltung den Tagesordnungspunkt wieder aufgenommen.
In der Diskussion wurde deutlich, dass die Idee im Stadtrat grundsätzlich auf Zustimmung stößt. Stadträtin Verena Luche (Grüne) bedauerte, dass das Thema im vergangenen Jahr nicht weiterverfolgt worden sei, während Claudia Büttner die Kommission als sinnvolle Ergänzung der bisherigen Gremienarbeit bezeichnete. Gleichzeitig wurde aber auch darauf hingewiesen, dass eine solche Kommission in der Geschäftsordnung des Stadtrats verankert werden müsse. Geschäftsleiter Uwe Schardt empfahl daher, die Entscheidung dem neu gewählten Stadtrat nach der Kommunalwahl zu überlassen. Am Ende einigte sich das Gremium einstimmig auf einen Kompromiss: Die Verwaltung soll die Einrichtung einer Stadtbild- und Stadtentwicklungskommission für die nächste Wahlperiode vorbereiten. In welcher Form sie dann eingesetzt wird, soll der neue Stadtrat entscheiden.



