Landrat: „Wir dürfen nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen!“

Veröffentlicht am 14. Februar 2013 von Johannes Michel

„Wir begrüßen zum Politischen Aschermittwoch in Rattelsdorf unseren Landrat und Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, der – vollkommen kostenlos – eine Rede halten wird.“ Hans-Jürgen Scheerbaum, CSU-Ortsvorsitzender und dritter Bürgermeister der Gemeinde Rattelsdorf, eröffnete mit einem Seitenhieb auf die Konkurrenz den Politischen Aschermittwoch in Rattelsdorf in der Gastwirtschaft Zur Goldenen Krone. Denzler referierte anschließend über die aktuelle Situation im Landkreis Bamberg und die wichtigen Aufgaben des Bezirks Oberfranken.

„Der Aschermittwoch soll uns an die Vergänglichkeit erinnern. Wir sollten uns Gedanken über die wirklich wichtigen Dinge im Leben machen“, sagte Scheerbaum. Er sprach auch über die Rolle der Parteien. Menschen mit gleichen Grundsätzen fänden sich zusammen und stünden dann für eine gemeinsame Politik – ansonsten gäbe es hunderte Einzelmeinungen, aber keine Ergebnisse. Mit Blick auf die Landtagswahlen positionierte sich Scheerbaum klar: „Wir sollten auf das, was sich in Bayern seit Jahren bewährt hat, setzen. Die CSU betreibt keine sozialistische Gleichmacherei, die übrigens nirgend auf der Welt wirklich funktioniert.“

Dr. Günther Denzler schloss nahtlos an Scheerbaums Rede an, bedauerte aber, dass in der Politik aufgrund von Wahlen oft nur kurzfristig gedacht werde. „Wir dürfen nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen“, so Denzler. Als Landrat lag ihm bei seinem Vortrag besonders der Landkreis Bamberg am Herzen. Mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 2,8 Prozent herrsche nahezu Vollbeschäftigung, der Tourismus sei eine wichtige Wachstumsbranche und in Sachen Gewerbeansiedlungen sei der Landkreis ebenfalls gut aufgestellt.

Politischer Aschermittwoch CSU Rattelsdorf 2013
Landkreis und Bezirk waren die Themen von Dr. Günther Denzler.

Gemeinsame Projekte von Stadt und Landkreis Bamberg

Ein wichtiges Thema für die Unternehmer sei mittlerweile die Anbindung an schnelle Internetanschlüsse. Daher werde der Landkreis 2013 die Grobnetzplanung aus dem Jahr 2009 aktualisieren. „Auch die Gemeinden müssen bei diesem Thema mit der Zeit gehen und gut vorbereitet sein“, sagte Denzler. Außerdem warb er für eine Zusammenarbeit mit den Nachbarlandkreisen und der Stadt Bamberg. „Ein Fünftel der Einwohner Oberfrankens wohnen in Stadt und Landkreis Bamberg – und wir verfolgen viele positive Projekte wie die Klimaallianz oder die Nahverkehrsplanung gemeinsam.“

Nachdem 2013 die Bezirkstagswahlen anstehen, sprach Denzler auch über die Aufgaben des Bezirks. Der Bezirk sei, nach den Gemeinden und Landkreisen, die dritte kommunale Ebene. „Bezirke mit gewählten Vertretern gibt es so nur in Bayern. Aufgaben, welche die Gemeinden und Landkreise nicht übernehmen können, übernimmt der Bezirk“, so Denzler. Aus dem Haushalt mit einer Höhe von 460 Millionen Euro pro Jahr werden 90 Prozent für soziale Zwecke verwendet. Dies seien insbesondere Krankenhäuser, zum Beispiel das Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg sowie die Unterstützung von Pflegebedürftigen und Behinderten-Einrichtungen wie der Lebenshilfe. Im Bereich Kultur engagiere sich der Bezirk bei der Kultur-, Heimat- und Brauchtumspflege. „Wir müssen wissen, woher wir kommen, um unseren Standort bestimmen und im Wettbewerb mit anderen Ländern bestehen zu können.“

Bezirkstagswahl findet zusammen mit der Landtagswahl am 15. September 2013 statt

Für April oder Mai kündigte Denzler die Eröffnung einer Servicestelle des Bezirks in Bamberg an. Damit werde ein Ansprechpartner vor Ort sein – und nicht mehr nur in Bayreuth. Denzler blickte auch auf die Bezirkstagswahl und forderte die knapp 40 Besucher des Vortrags auf, zur Wahl zu gehen. Hans-Jürgen Scheerbaum bedankte sich abschließend für die Informationen. „Der Bezirk, das unbekannte Wesen, erscheine nun klarer.“

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