Katastrophenstab erweitert die Kapazitäten fürs Impfen und für Krankentransporte

115 Corona-Patienten in den Kliniken der Region, 21 hiervon intensiv. Krankentransporte zeitweise bereits über der Kapazitätsgrenze. Eine in Frage stehende Versorgung der ambulanten häuslichen Pflege. Eine weitere Ausweitung der Impfkapazitäten. Mit diesen Herausforderungen beschäftigte sich der gemeinsame Katastrophenstab von Stadt und Landkreis Bamberg unter der Leitung von Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke.

Lag die Nachfrage nach Impfungen im Impfzentrum im Sommer bei weniger als 1000 pro Woche, so hat die Einrichtung die Kapazität wegen der enorm gestiegenen Nachfrage nun innerhalb von zwei Wochen mehr als vervierfacht. Bei 25 bis 30 Prozent handelt es sich derzeit um Erstimpfungen.

„Anfang Dezember wollen wir im Impfzentrum bis zu 7000 Menschen pro Woche impfen“, gaben Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister das nächste Ziel aus. Die Verantwortlichen bereiten nun Impfungen an sieben Tage die Woche vor. Zusätzlich zum ZOB und zum Impfzentrum selbst soll es schon zeitnah eine dritte Impfstelle in Hirschaid geben.

Vorrang werden dabei zunächst vor allem Menschen mit erhöhtem Risiko und hier Personen über 70 Jahren haben.  In der Koordinierungsgruppe wurde zudem betont, dass bei den bereits laufenden Auffrischungsimpfungen Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung zügig an die Reihe kommen sollen. Sobald es eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission gibt, auch Kinder zu impfen, soll ein Tag speziell hierfür vorgesehen werden. Auch die niedergelassenen Ärzte wollen ihr Angebot erweitern und planen in ausgewählten Orten zusätzliche Impfangebote an Samstagen. 

Im Impfzentrum in der Emil-Kemmer-Straße in Hallstadt wird ab Mittwoch, 24. November 2021, wieder nach vorheriger Terminvergabe geimpft. Die Anmeldung ist möglich über die Internetseite www.impfzentrum-bamberg.de. Im Corona Service Center am ZOB, Promenadestraße 6a, findet weiterhin die offene Impfstunde ohne Termin statt: montags, mittwochs, freitags und samstags, von 9 bis 15 Uhr.

„Fast zehn Prozent der stationären Corona-Patienten nördlich der Donau liegen in Kliniken in der Region Bamberg. Gegenüber letzter Woche ist die Zahl der stationär Behandelten um 40 und die der Intensivpatienten um sechs angestiegen“, zog der ärztliche Leiter Professor Dr. Michael Sackmann Bilanz. „Das führt dazu, dass wir auch bei den Transportmitteln über der Kapazitätsgrenze sind“, leitete er die notwendigen Schritte für zusätzliche Krankentransporte ein. „Jeder, der jetzt einen Krankenwagen ruft und ihn nicht dringend braucht, gefährdet den Transport von Notfallpatienten.“

Zu einer weiteren Zuspitzung führt das Infektionsgeschehen in der Pflege: In Krankenhäusern, Pflegeheimen und bei ambulanten Diensten fallen Beschäftigte mit Infektionen oder als Kontaktpersonen aus. Große Sorge bereiten dabei die ambulanten Dienste. Die akute Situation dort bringt die häusliche Pflege in Gefahr.

Explosionsartig entwickelt hat sich das Infektionsgeschehen: Derzeit gibt es pro Tag so viele Neuinfektionen wie in vorherigen Phasen der Pandemie pro Monat. Im November wurden bereits 3360  Infektionen gemeldet, jetzt schon doppelt so viele wie im Monat mit dem bisherigen Höchststand (Dezember 2020).

Landratsamt Bamberg

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