Gedenkgottesdienst für die Opfer der Zerstörung Zapfendorfs 1945

In wenigen Jahren wird es keine Augenzeugen mehr geben, die ihre persönlichen Eindrücke von der Zerstörung Zapfendorfs vom 1. April 1945 schildern können. Tiefflieger hatten einen Munitionszug bombardiert, der schon länger im Bahnhofsbereich abgestellt war – und die Explosionen zerstörten fast das gesamte Dorf. Heute bietet sich die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen noch – und gerade Mitglieder der jungen und mittleren Generation sollten diese nutzen. Nächste Möglichkeit: Samstag, 31. März nach dem Vorabendgottesdienst (17.30 Uhr) in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul.

„Da gab es plötzlich einen fürchterlichen Knall. Um mich wurde es stockfinster. Ich schrie, bis ich merkte, dass ich mich selbst nicht mehr hörte. Meine Schwester und ich waren hingefallen. Als es wieder hell wurde, waren wir von Steinen und Schutt bedeckt. (…) Lisa und ich rappelten uns schließlich hoch. Mein erster Blick fiel auf ein Haus, links von uns. Es war das Haus der Familie Eger. Aus dem Haus traten einige Personen mit Rucksäcken auf dem Rücken. Als sie auf der Treppe standen, fiel dieses wie ein Kartenhaus in sich zusammen.“ Augenzeugenbericht von Renate Hartmann aus „Dorf in Flammen – Inferno über Zapfendorf. Augenzeugen berichten über die Zerstörung ihres Heimatortes am 1. April 1945“.

Wichtig wird es sein, auch für die kommenden Generationen das Gedenken an diesen furchtbaren Tag (ein Ostersonntag) zu erhalten. Nicht nur Krieg, Tod und Trauer stehen dabei aber im Vordergrund  sondern der Mut, die Energie und der Willen der Bürger, ihren Ort wieder aufzubauen. Dieses Thema soll auch ein Denkmal aufgreifen, das am Bahnhofsvorplatz errichtet werden soll. Aktuell besprechen sich Interessierte mit den Stadtplanern, die auch das Städtebauliche Entwicklungskonzept für die Gemeinde erarbeiten.

28 Zapfendorfer und zwei russische Soldaten kamen durch die Explosionen ums Leben. Erst 1980 wurden die letzten Folgen des Zweiten Weltkrieges beseitigt, als die katholische Pfarrkirche wieder eine echte Turmspitze bekam – zuvor bedeckte den Turm nur ein Notdach.


Anwesen in der Hauptstraße nach der Zerstörung.

Johannes Michel. Fotos: Gemeindearchiv Zapfendorf

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Ein Kommentar

  1. Mein Opa war, als er noch ein Kind war, in Zapfendorf mit seiner Familie untergebracht, als der Zug explodierte. Er hat mir erzählt, dass er mit seiner Familie als deutschstämmige aus Jugoslawien fliehen musste und er irgendwann in Zapfendorf landete mit ca. 5 oder 6 Jahren. Mir erzählte er, dass bei diesem Angriff das Haus in dem er und seine Familie untergebracht waren brannte und dass seine Mutter eine ältere Person noch retten konnte bevor das Haus zusammenbrach, sowie dass sich ein deutscher Soldat bzw Offizier durch herumfliegende Trümmer schwer verletzte.
    Ich finde es gut das dieser Teil der Geschichte nicht in Vergessenheit gerät und dass es noch Leute gibt, die sich um den Erhalt der Geschichte kümmern. Mein Opa (Lothar Schadt) lebt übrigens noch, ist also noch ein lebender Zeitzeuge 😉

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