Feuerwehr: Größere Investitionen in Sichtweite

Bei der Februar-Sitzung des Baunacher Stadtrats nahm die Situation der Feuerwehr breiten Raum ein. Kommandant Matthias Roppelt stellte die aktuelle Entwicklung, den Stand der Ausstattung sowie den Investitionsbedarf der kommenden Jahre vor – und machte deutlich, dass die positive personelle Entwicklung auch steigende Anforderungen mit sich bringt.

Die Baunacher Feuerwehren verfügen derzeit über 181 aktive Einsatzkräfte sowie starken Nachwuchs mit 26 Jugendlichen und 46 Kindern. Jährlich kommen im Schnitt rund zehn neue Mitglieder hinzu. Diese Entwicklung sei sehr erfreulich, bringe aber zwangsläufig auch steigende Ausgaben mit sich, so Roppelt. Denn jede neue Einsatzkraft muss vollständig ausgerüstet werden. Allein die persönliche Schutzausrüstung summiert sich auf rund 2.000 Euro pro Person. Schon einzelne Bestandteile zeigen die Dimension: Ein Helm kostet etwa 400 Euro, Stiefel rund 280 Euro, spezielle Einsatzjacken etwa 450 Euro, dazu kommen Handschuhe und weitere Schutzkleidung.

Neben der persönlichen Ausstattung steht auch bei der technischen Ausrüstung ein erheblicher Erneuerungsbedarf bevor. Besonders dringlich ist die Situation bei den Atemschutzgeräten. Für mehrere Komponenten hat der Hersteller die Ersatzteilversorgung bereits eingestellt oder abgekündigt. Bei Masken und Lungenautomaten ist dies bereits der Fall beziehungsweise steht unmittelbar bevor, bei den Pressluftatmern endet die Versorgung spätestens in den kommenden Jahren. Auch elektronische Komponenten wie die sogenannten Bordcomputer der Geräte sind schon länger nicht mehr mit Ersatzteilen verfügbar. Damit wird eine vollständige Neubeschaffung unausweichlich. Für den Austausch der insgesamt zwölf Atemschutzgeräte muss die Stadt nach aktuellen Schätzungen mit rund 70.000 Euro rechnen.

Auch bei den Fahrzeugen rückt das Ende der Nutzungsdauer näher. Das Löschgruppenfahrzeug stammt aus dem Jahr 2002, das Tragkraftspritzenfahrzeug aus dem Jahr 2004. Beide müssen in nächster Zeit ersetzt werden. Hinzu kommt ein strukturelles Thema: Das Feuerwehrgerätehaus in Baunach entspricht nach Einschätzung der Verantwortlichen nicht mehr den heutigen Anforderungen an moderne Feuerwehrstandorte. Hier wird ebenfalls mittelfristiger Handlungsbedarf gesehen.

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Angler pflegen die Gewässer

Im Anschluss stellte der Anglerverein Baunach sein Konzept zur Übernahme von Bachpatenschaften vor. Ziel ist es, Gewässer dritter Ordnung im Stadtgebiet dauerhaft zu betreuen und ökologisch aufzuwerten. Dazu gehören unter anderem Beobachtung und Dokumentation des Gewässerzustands, Pflege von Uferbereichen, Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur sowie Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit. Die Vereinsvertreter betonten, dass Bachpatenschaften die gesetzlich zuständigen Stellen nicht ersetzen, sondern deren Arbeit ergänzen und stets in Abstimmung mit Behörden erfolgen.

Der Stadtrat zeigte sich von dem Engagement überzeugt und beschloss einstimmig, dem Anglerverein die Bachpatenschaft für die entsprechenden Gewässer im Stadtgebiet zu übertragen. Nach zwei Jahren soll das Projekt erneut im Stadtrat vorgestellt und bewertet werden.

Zu Beginn der Sitzung hatte der Bürgermeister in seinem Kurzbericht über aktuelle Entwicklungen informiert. Die Verwaltungsgemeinschaft Baunach hat erneut eine Förderung im Programm „Windkümmerer 3.0“ erhalten, das Kommunen beim Ausbau der Windenergie unterstützt. Gemeinsam mit Reckendorf und Gerach soll eine Potenzialfläche bei Priegendorf-West weiterentwickelt werden. Parallel arbeitet die Stadt an einem eigenen Windparkprojekt mit zwei geplanten Standorten, organisiert als Bürgerenergiegesellschaft. Die Genehmigungsanträge sind gestellt, über die Umsetzung wird noch verhandelt.

Außerdem berichtete der Bürgermeister über das Regionalbudget 2026 der Baunach-Allianz. Mehrere Projekte im Stadtgebiet erhalten Fördermittel: eine neue Tischtennisplatte für den Spielplatz in Reckenneusig, ein Boulefeld am Stadtgraben, ein Kerzenautomat am Friedhof sowie Medienboxen für Grundschule und Kitas. Am Wohnmobilstellplatz wird ein erweitertes Mülltrennsystem eingerichtet, zudem erhält das Archiv der Verwaltungsgemeinschaft ein Notfallset für empfindliche Dokumente. Insgesamt fließen rund 15.000 Euro an Fördermitteln nach Baunach.

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