Langsam hebt sich der Stahlträger vom Tieflader. Fast 30 Meter lang ist das Bauteil, knapp neun Tonnen schwer. Zentimeter für Zentimeter bewegt ihn der Kran über die Baustelle der neuen Mehrzweckhalle in Baunach.
Oben im künftigen Tribünenbereich warten Bürgermeister Tobias Roppelt und Volker Dumsky, Vorsitzender des 1. FC Baunach, auf den entscheidenden Moment. Dann gleitet der gewaltige Träger millimetergenau in seine vorgesehene Position. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur neuen Mehrzweckhalle ist geschafft.
Wer derzeit das Gelände an der Bahnhofstraße besucht, erkennt sofort: Das Projekt hat eine neue Phase erreicht. Die Betonbauarbeiten sind abgeschlossen. Nun beginnt der Stahlbau. Insgesamt acht große Stahlträger werden künftig die Dachkonstruktion tragen. Für die Beteiligten ist dies weit mehr als ein gewöhnlicher Baufortschritt. Denn die neue Mehrzweckhalle beschäftigt die Stadt Baunach bereits seit Jahrzehnten. Schon 1995 wurde der entsprechende Bebauungsplan beschlossen. Es folgten zahlreiche Diskussionen, Planungen und Überarbeitungen. Nach einem Architektenwettbewerb im Jahr 2019 erhielt schließlich das Büro Stark Architekten den Zuschlag für die Planung. Doch auch danach blieb das Projekt von Schwierigkeiten nicht verschont. Die Corona-Pandemie und die erheblichen Preissteigerungen im Baugewerbe stellten die Verantwortlichen immer wieder vor neue Herausforderungen.
Heute wirkt vieles davon weit entfernt. Wo vor wenigen Monaten noch Bagger und Erdarbeiten das Bild bestimmten, ist das Gebäude inzwischen deutlich erkennbar. Beim Rundgang über die Baustelle lassen sich viele Bereiche bereits gut nachvollziehen. Besonders auffällig ist das großzügige Foyer, dessen geschwungene Form sich schon jetzt von den übrigen Gebäudeteilen abhebt. Auch die zukünftigen Tribünenbereiche sind bereits klar erkennbar. Von dort bietet sich ein guter Blick auf die eigentliche Hallenfläche, auf der künftig Sportler, Schülerinnen und Schüler sowie Besucher von Veranstaltungen zusammenkommen werden.
Das Foyer sticht optisch bereits jetzt heraus.
Kooperation zwischen Stadt und Sportverein
Mit einem Investitionsvolumen von rund elf Millionen Euro gehört die Halle ohne Frage zu den größten Projekten, die es jemals in der Stadt gegeben hat. Entstehen soll eine moderne Doppelsporthalle mit Tribünen, Mehrzweckraum und einem offenen Foyer. Sie soll nicht nur dem Schul- und Vereinssport dienen, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen, Versammlungen und andere größere Ereignisse genutzt werden. Bis zu 700 Besucherinnen und Besucher sollen dann Platz finden.
Eine Besonderheit des Projekts ist die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Baunach und dem 1. FC Baunach. Die Halle wird von einer Bauherrengemeinschaft errichtet. Diese Konstruktion war Voraussetzung dafür, Fördermittel des Bayerischen Landessportverbandes zu erhalten. Rund 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern konnten auf diese Weise für das Projekt eingeworben werden. Für den 1. FC Baunach ist die Halle von besonderer Bedeutung. Vor allem die Basketballabteilung wird dort künftig ihre Heimspiele austragen können. Gleichzeitig profitieren Schulen, Vereine und die gesamte Stadt von den zusätzlichen Kapazitäten. Nicht zuletzt mit Blick auf die künftige Sanierung der bestehenden Schulturnhalle schafft der Neubau langfristig wichtige Perspektiven für den Sportbetrieb.
Millimeterarbeit braucht ihre Zeit
Während die Arbeiter auf der Baustelle den ersten Stahlträger ausrichten, wird deutlich, wie viel Präzision nötig ist. Immer wieder werden Maße kontrolliert und Positionen korrigiert. Bei einem Bauteil von nahezu 30 Metern Länge darf nichts dem Zufall überlassen werden. Die Montage dauert entsprechend ihre Zeit. Doch am Ende sitzt der Träger genau dort, wo er hingehört.
Bürgermeister Tobias Roppelt zeigte sich beim Ortstermin zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten. Trotz aller Herausforderungen der vergangenen Jahre liege das Projekt weiterhin im Zeitplan. Nach wie vor werde damit gerechnet, die Halle im Jahr 2027 eröffnen zu können. Bis dahin wird auf der Baustelle noch viel passieren.
Am Ende des Tages sitzen vier Stahlträger an ihrem Platz.
Mit den Stahlträgern wächst das Gebäude nun sichtbar in die Höhe. Sobald die Dachkonstruktion folgt, wird die zukünftige Gestalt der Halle endgültig erkennbar werden. Unter dem Namen „Messingschlager Arena“ soll die Halle nach ihrer Fertigstellung ihre Türen öffnen. Bis dahin werden noch viele Arbeitsstunden vergehen. Doch spätestens beim Blick auf die ersten eingehobenen Stahlträger wird deutlich: Das Projekt ist längst keine Vision mehr, sondern wächst Tag für Tag sichtbar weiter.
Tipp zum Weiterlesen:
Viele Artikel zur Mehrzweckhalle, die Vorgeschichte und Planung finden Sie in unserem umfangreichen Artikelarchiv.
Weitere Fotos vom Einbau der Stahlträger finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).




























