Feuerwehr begeistert über ihr neues Zuhause

Gleichzeitig drei Feiern zu veranstalten – 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr, Weihe des Feuerwehrhauses, 55 Jahre Feuerwehrverein – das ist schon eine Leistung, so beglückwünschte Landrat Johann Kalb die Jubilare in Gerach und schenkte ihnen für das neue Heim eine Gedenkschiefertafel zur Erinnerung an dieses Ereignis.

Doch gemäß dem Wahlspruch der Feuerwehrfrauen und -männer „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“ begann das Jubiläum mit einem Gottesdienst im Festzelt neben dem neuen Feuerwehrhaus. Bei weiß-blauem Himmel lief dort die Kirchenparade mit den Festgästen, den Wehren aus der Umgebung und den einheimischen Vereinen ein, die von der Laimbachtalhalle unter musikalischer Begleitung der Geracher Blaskapelle den Berg hinaufmarschiert waren.

Im Zelt gab Diakon Klemens Nothaas (Pfarreiengemeinschaft St. Christophorus), „selbst von der Blaulicht-Fraktion“, zunächst Einheimischen und Gästen den weiteren Zeitplan bekannt: Nach dem Festgottesdienst würde draußen am Feuerwehrhaus die Segnung erfolgen, zu der auch gerne die Fahnenabordnungen der anderen Wehren dazukommen können. Danach ginge es wieder hierher, wo nach den Grußworten der Ehrengäste der Frühschoppen beginnen kann.

In seiner Ansprache wies der Diakon darauf hin, dass gerade Feuerwehrleute Fragen nach Gott stellen. Warum gebe es Unfälle und Gefahren, zu deren Rettung sie gerufen werden. „Menschen retten – Gefahren abwenden – Sachgüter retten“ – dies sei das Liebesgebot. Und sie tun es nicht, um Anerkennung und Orden zu bekommen, nein, „sie setzen sich ein, sie gehen durchs Feuer und durchs Wasser“. Ohne dieses ehrenamtliches Engagement würde das Gemeinwohl nicht funktionieren. Auch in der Predigt nahm Diakon Nothaas Bezug auf das Wort des Johannes-Evangeliums „Alle sollen eins sein … Du bist in mir, ich bin in Dir“. In der Feuerwehr kann sich jeder mit seinen Begabungen einbringen, jeder wird gebraucht. Und die Feuerwehr braucht ein Dach über dem Kopf, denn nach einem Einsatz wird die Frage gestellt: „Wie geht es Euch – wie geht es uns? Was müssen wir tun, um nicht selbst Schaden zu nehmen an Leib und Seele?“

Die Leitung der Geracher Feuerwehr mit ihren Ehrengästen: 2. Bürgermeister Thomas Motschenbacher, 2. Vorstand FFW-Verein Roland Bäuerlein, Landrat Hans Kalb, 1. Vorsitzender FFW-Verein Hilmar Müller, 1. FFW Kommandant Stefan Gröger, 1. Bürgermeister Sascha Günther, stellvertretender Kommandant Steffen Bäuerlein, MdL Holger Dremel, neuer KBR Thomas Renner, alter KBR Bernhard Ziegmann, KBM Andreas Schnapp, stellvertretender Kommandant Mathias Staudenmayer

Viel in Eigenregie geleistet

Die Messfeier wurde von Kaplan Joby Kozhippattu Thomas zelebriert, der am Ende als Geschenk für die Jubilare ein Indisches Lied des Lobpreises darbrachte. Danach begab man sich vor das Feuerwehrgerätehaus, wo Diakon Klemens Nothaas die Weihe des Gebäudes vornahm.

Wieder im Zelt moderierte Hilmar Müller, Erster Vorstand des Feuerwehrvereins, die nun folgenden Dankes- und Grußworte. Er selbst bedankte sich im Namen der Wehr bei Ralf und Gerd Gröger mit Familien dafür, dass sie den Platz für das Festzelt zur Verfügung gestellt haben, und bei allen Helfern im Vorder- und Hintergrund.

Auch Erster Bürgermeister Sascha Günther begrüßte die Ehrengäste, darunter MdL Holger Dremel, Landrat Hans Kalb, den alten Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann und den neuen KBR Thomas Renner, KBM Andreas Schnapp sowie Günter Schmähler aus der Patenstadt Gerach/Idar-Oberstein, der bei keinem Feuerwehrfestjubiläum fehlen darf. Das Gemeindeoberhaupt dankte dem alten und dem neuen Gemeinderat, insbesondere auch dem früheren Bürgermeister Gerhard Ellner, dafür, dass sie den Bau dieses Gebäudes vorbereitet und unterstützt hatten. Dank erging auch an den Ersten Kommandanten Stefan Gröger, für Koordination und Überwachung der Arbeiten am Bau. Viel sei von den Feuerwehrleuten in Eigenregie geleistet worden, bei 3000 Stunden habe man mit dem Zählen aufgehört, so lobte er. Landrat Hans Kalb schloss sich diesen Worten anerkennend an: „Hiervon bräuchte man mehr für’s Ehrenamt.“

„Nachdem alle gegrüßt und gelobt wurden“, so MdL Holger Dremel, überbrachte er auch die herzlichsten Glückwünsche zu den Jubiläen von Emmi Zeulner (MdB), die in Schederndorf bei dem dortigen Fest zugegen sei. Für ihn war es ein Erlebnis, wieder in einem vollen Festzelt zu singen und Gott zu ehren. Sein Dank ging an alle Wehren, „die Ihr es auf Euch nehmt, Euer Leben zu opfern.“

KBR Bernhard Ziegmann nützte noch einmal die Gelegenheit, vor dem Ruhestand allen Betreuern der Jugendfeuerwehren seine Anerkennung auszusprechen. Der in Gerach durch einen Mittelständler, Stefan Gröger, organisierten Feuerwehrtruppe gab er die Note 1 mit Stern. Hier habe man sich gerade nach dem Regenereignis im letzten Jahr im Katastrophenschutz weitergebildet. Dem Landrat und dem Kreistag dankte er für den fast einstimmigen Beschluss, 2019 ein Atem- und Katastrophenschutz-Ausbildungszentrum zu etablieren.

Bezug im Dezember 2021

Schließlich nutzte der örtliche Kommandant Stefan Gröger die Gelegenheit, sich bei den anwesenden Helfern, aber auch dem Gemeinderat zu bedanken, dass sich die Ausrüstung der Feuerwehr stetig verbessert hat. Das neue Gerätehaus entstand mit viel Geld und viel Eigenleistung, und trotz Rückschlag „Corona“, konnte das Heim im Dezember 2021 bezogen werden. 70 Einsätze im Jahr 2021 – neun bis jetzt, „wir waren nicht oft zuhause!“ Er sei stolz auf seine Mannschaft, und was sie in Zukunft noch leisten werde.

Zum gemütlichen Teil übergehend, dirigierte Landrat Kalb den Marsch „Gruß an Würzburg“ von Richard Stegmann, und Ida Gröger präsentierte als gekonnte Fahrerin ein Feuerwehr-Spielauto, dass die Fa. Gröger dem Nachwuchs sponsorte.

Die Gesamtausgaben für den Neubau des FW-Gerätehauses beliefen sich auf zirka 930.000 Euro. Die Kosten für die Einrichtung betrugen weitere 17.000 Euro. Dazu kamen Zuwendungen vom Freistaat Bayern über die Regierung von Oberfranken in Höhe von 115.000 Euro. Die VR Bank Bamberg-Forchheim gab weitere 500 Euro dazu.


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