Sascha Günther: Mit aller Kraft und Hingabe für die Gemeinde

Über 20.000 Euro aus seinem Bürgermeister-Salär hat Sascha Günther nach eigenen Angaben bereits an Geracher Vereine weitergegeben. Was sonst noch in seiner Amtszeit besonders war uns was er nach einer Wiederwahl erreichen möchte, verrät er im Interview. Gegenkandidaten hat er keinen.

Im Wahlkampf 2020 haben Sie sich für eine moderne Verwaltung, bürgernahes Arbeiten und den Ausbau der kommunalen Infrastruktur ausgesprochen. Wie würden Sie Ihre sechsjährige Amtszeit rückblickend beschreiben – was lief gut, wo war es besonders herausfordernd?

In der Verwaltung wurde vieles ermöglicht, um digital zu werden, was eine Erleichterung für viele ist. Bürgernah war ich in den vergangenen sechs Jahren immer und werde es auch weiterhin sein.

Was treibt Sie persönlich an, sich 2026 erneut zur Wahl zu stellen? Welche Erfahrungen der vergangenen Jahre geben Ihnen Rückenwind für eine weitere Amtszeit?

Ich stelle mich erneut zur Wahl, weil es noch viele Dinge gibt, die umgesetzt werden müssen. Zudem macht mir dieses Amt unheimlich viel Spaß. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich.

Ein zentrales Thema der vergangenen Jahre war die Dorferneuerung in Gerach, unter anderem mit dem Bereich der Laimbachtalhalle. Wo sehen Sie hier die größten Fortschritte – und was steht noch aus? Wie soll sich die Halle weiterentwickeln?

Die Dorferneuerung hat begonnen und wird in diesem Jahr im Bereich der Laimbachtalhalle, Hauptstraße und  An der Ziegelhütte fertig gestellt. Es wird noch der letzte Abschnitt abgearbeitet. Ich bedanke mich bei allen Anwohnern für ihre Geduld und ihr Verständnis. Wenn der komplette Platz fertig ist, gibt’s auf jeden Fall eine Einweihungsfeier. Für die Halle würde ich mir wünschen, dass der Betrieb in der Gaststätte erhalten bleibt. Damit wäre der Gemeinde schon sehr geholfen.

Der Geh- und Radweg zwischen Laimbach und Gerach wurde fertiggestellt und verbessert die Anbindung des Ortes an das umliegende Wegenetz. Was fehlt noch, um den Radverkehr weiter zu forcieren?

Ganz klar der Radweg von Gerach nach Reckendorf, der bereits in der Planung ist. Auch um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, welche zu Fuß nach Reckendorf unterwegs sind, zu gewährleisten. Eine Anbindung an das Radwegenetz wäre aber auch zukünftig für unseren Ortsteil Mauschendorf sinnvoll.

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Die Sanierung der Baunacher Schule nimmt auch Gerach finanziell in die Pflicht. Wie beurteilen Sie die Entwicklungen im Bildungs- und Kinderbetreuungsbereich – und was müsste aus Ihrer Sicht getan werden, um Familien und junge Familien im Ort zu stärken?

Die Schulsanierung wird uns auch in der nächsten Wahlperiode intensiv beschäftigen. Ich denke, dass wir unser Bestes geben, um unsere Familien zu stärken. Wir haben zum Beispiel weit und breit die niedrigsten Gebühren in unserem Kindergarten. Zusätzlich unterstützen wir den Hort in Reckendorf finanziell, da auch Geracher Kinder den Hort in Anspruch nehmen. Natürlich gibt es immer Verbesserungspotenzial, aber es muss alles finanzierbar sein.

Gerach lebt von einem aktiven Vereinsleben und Ehrenamt. Wie haben Sie die Zusammenarbeit in den letzten Jahren erlebt – und wie möchten Sie dieses Engagement künftig weiter fördern?

In Gerach gibt es viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und das ist ein sehr hohes Gut. Ich selbst habe viele Vereine und Ehrenamtliche in den vergangenen sechs Jahren unterstützt. Es gibt seit fünf Jahren ein jährliches Treffen mit allen Vereinsvorständen und deren Vertretern, bei dem ich alle zum Essen in die Laimbachtalhalle einlade. Das wird immer sehr gut angenommen und dient dem Austausch der Vereine untereinander. Zudem habe ich von meinem Bürgermeistergehalt bisher über 20.000 Euro an Spenden für die Geracher Vereine zur Verfügung gestellt. Auch in der nächsten Wahlperiode würde ich das alles so fortsetzen und alle Ehrenamtlichen den nötigen Respekt zu kommen lassen.

Wie beurteilen Sie die finanzielle Lage der Gemeinde – und wie wollen Sie sicherstellen, dass wichtige Investitionen möglich bleiben?

Die finanzielle Situation ist sehr angespannt und wir wissen, dass in Zukunft nicht so viele Investitionen getätigt werden können. Allerdings sind viele der wichtigen Projekte abgeschlossen. Ich denke, wir haben richtige Investitionen in den letzten Jahren getätigt und kein Geld aus dem Fenster geworfen. In den nächsten Jahren wird und muss sich die finanzielle Situation auch wieder etwas entspannen.

Welche Formate oder Wege der Bürgerbeteiligung haben sich Ihrer Meinung nach bewährt, um Geracherinnen und Geracher eng in kommunale Entscheidungen einzubinden – und was würden Sie noch verbessern wollen?

Es ist schwierig, alle Bürgerinnen und Bürger eng einzubinden. Wir arbeiten sehr transparent, aber wichtige Entscheidungen muss der Gemeinderat treffen und diese auch vertreten. Aber auch hier, denke ich, haben wir bei vielen Dingen im Interesse unsere Bürgerinnen und Bürger entschieden. Wissend, dass man es nicht jedem Recht machen kann.

Wie wichtig ist es Ihnen, dass auch jüngere Generationen am kommunalen Geschehen beteiligt werden – etwa durch digitale Kanäle, Bürgerversammlungen oder projektbezogene Gremien?

Sehr wichtig. Wir haben vor vier Jahren einen Jugendrat gegründet und sind auf vielen Kanälen unterwegs um alle Altersgruppen zu erreichen.

Wenn Sie an das Gerach von 2032 denken: Welche Veränderungen, Projekte oder Meilensteine möchten Sie bis dahin realisiert sehen?

Veränderungen beziehungsweise Verbesserungen sind immer wichtig und wird es auch in Zukunft geben. Ich persönlich würde mich freuen wenn wir unsere finanzielle Situation so verbessert haben, um sorgenfrei Entscheidungen  treffen zu können.

Wenn Sie drei Wünsche an die „große Politik“, also Richtung München, Berlin oder Brüssel, frei hätten: Was wären diese?

Mein Wunsch wäre es, dass die Kommunen noch mehr finanziell unterstützt werden. Vor allen die kleinen, finanzschwachen Kommunen, die die gleichen Pflichtaufgaben haben wie die finanzstarken Gemeinden.

Was würden Sie den Wählerinnen und Wählern gerne mit auf den Weg geben, bevor sie am 8. März 2026 ihre Stimme abgeben?

Ich kann versprechen, dass ich mich auch in Zukunft mit aller Kraft und mit Hingabe für unsere Gemeinde einsetze. Ich glaube die letzten Jahre waren sehr intensiv und die großen Veränderungen in der Gemeinde sind sichtbar. Mit einem starken Gemeinderat möchte ich weiter an der Zukunft unserer Gemeinde arbeiten, in der sich alle Willkommen und auch Wohlfühlen.

Zur Person:

Sascha Günther ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. Neben seiner Tätigkeit als Erster Bürgermeister ist er in der Bosch als Teamleiter tätig. Er ist Kassier im VdK Ortsverband Gerach, im Gremium des Sportvereins, in der Kirchenverwaltung, Schriftführer im CSU-Ortsverband, 2. Vorstand beim FCN FanClub Gerach und aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr.

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