Hochwasserschutz: Bauarbeiten gestartet

Nachdem im vergangenen Jahr die Baumaßnahmen für die Verbesserung des Hochwasserschutzes im benachbarten Hallstadt begannen, ist nun auch Kemmern an der Reihe. Der Spatenstich mit dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber markiert den Start für die rund anderthalb Jahre dauernden Arbeiten.

Bereits nach dem Hochwasserereignis zum Beginn des Jahres 2003 hatte sich Bürgermeister Rüdiger Gerst an die Behörden gewandt, um eine Überprüfung des bestehenden Hochwasserschutzes zu starten. Die erfolgte dann auch – und zeigten den Bedarf von Nachrüstungen. Nachdem Kemmern aber bereits einen funktionierenden Schutz hatte, stand die Gemeinde auf der Prioritätenliste nicht ganz oben. Die ist nun abgearbeitet. Vor zwei Jahren konnte dann die notwendige Finanzierungsvereinbarung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach unterzeichnet werden, vor einigen Tagen begannen nun die Bauarbeiten. Zeit also für den offiziellen ersten Spatenstich.

Zu diesem war am Freitag, 11. März 2022, auch der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber nach Kemmern gekommen. Er bedankte sich ausdrücklich für das Engagement von Bürgermeister, Gemeinderäten und Behörden vor Ort. Eine Herausforderung sei es, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und auch dann für ein solches Projekt zu gewinnen, wenn der Damm direkt vor der Haustür verlaufe. Dies sei aber in Kemmern gut gelungen. Lobende Worte fand er dafür, dass in Kemmern nicht nur die Verbesserung des Hochwasserschutzes Thema sei, sondern auch städtebauliche Aspekte Berücksichtigung fänden. So könnten neu geschaffenen Bereiche wie die Aussichtsplattform eine Sozialfunktion erfüllen. Auch zur aktuellen Situation in Deutschland und der Welt fand Glauber Worte und mahnte: „Wir dürfen Aufgaben auch in schwierigen Zeiten nicht liegenlassen.“

Der offizielle erste Spatenstich …

Schon Ende des Jahres sind erste Bereiche fertig

Durchgeführt werden die Bauarbeiten in mehreren Abschnitten. Im Zuge des Projektes sollen die bestehenden Deiche auf rund zweieinhalb Kilometern Länge bis zu einem Meter erhöht sowie das bestehende Schöpfwerk und die Binnenentwässerung entlang der Deiche erneuert werden. Abschnittsweise werden die Deiche zusätzlich durch Spundwände verstärkt. Die blieben im Falle einer Überspülung des Dammes stehen und würden nicht, wie die Erdbarrieren, weggeschwemmt. Bereits Mitte des Jahres soll der erste Teilbereich bis zur Mainbrücke fertiggestellt sein, auch die Aussichtsplattform könnte schon zum Ende des Jahres zum Verweilen einladen. Ende 2023 soll dann die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein, erklärte Johanna Klocke vom Wasserwirtschaftsamt Kronach. Die Gesamtkosten summieren sich aktuell auf rund acht Millionen Euro.

An den Kosten ist auch die Gemeinde Kemmern beteiligt. Vorteil ist, dass auf sie nur ein Anteil von 35 Prozent fällt. Nachdem die Gemeinde den Unterhalt und die Instandhaltung der Dämme und Anlagen übernimmt, wird dieser Beteiligtenbetrag ausgeglichen, so dass voraussichtlich aktuell keine Zahlungen anfallen. Bürgermeister Rüdiger Gerst bedankte sich besonders bei den Grundstückseigentümern, die den notwendigen Grunderwerb ermöglichten – und bat um Verständnis, wenn es in den kommenden Monaten aufgrund der Baustelle zu Einschränkungen komme.

Alle Gäste und Teilnehmer der Veranstaltung im Drohnenfoto des Wasserwirtschaftsamtes Kronach.

In den markierten Bereichen wird aktuell oder demnächst gebaut.

Mit der Deichertüchtigung wird der Schutz vor einem Hochwasser, dem sogenannten HQ100 plus Klimazuschlag (15 Prozent), das statistisch alle 100 Jahre eintritt, erreicht. Über 2.500 Einwohner und über 250 Arbeitsplätze profitieren von diesem Projekt. Den veranschlagten Kosten des Millionenprojektes stünde bei einem hundertjährigen Hochwasser ein rechnerisches Schadenspotenzial von 36 Millionen Euro gegenüber.


Weitere Fotos vom Spatenstich finden Sie in unserer Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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