Beachtliche Größe bei 1.300 Einwohnern

Im Titelbild: Die Ehrungen für 40 und 25 Jahre Dienstzeit: Thomas Renner (KBR), Andreas Schnapp (40 Jahre/KBI), Matthias Grottke (25 Jahre), Klemens Anders (40 Jahre), Theodor Leisgang (40 Jahre), Rainer Landgraf (40 Jahre), Edgar Schneiderbanger (40 Jahre), Reinhard Spindler (40 Jahre), Stefan Eiermann (1. Kommandant), Bruno Kellner (1. Bürgermeister/Stellvertretender Landrat i.V. des Schirmherrn). Es fehlt: Sebastian Skalischus (25 Jahre)

Ein 150-jährige Bestehen muss gefeiert werden, so auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ebing! Und auch der Tatsache, dass die Jugendfeuerwehr auf ein 30-jähriges Bestehen zurückblicken darf, wurde mit der Ausrichtung des 25. Kreisjugendfeuerwehrtags gebührend gewürdigt.

Bevor jedoch drei Tage lang zünftig gejubelt wurde, nutze das Geburtstagskind am Vorabend des Festwochenendes die Gelegenheit, all ihren verdienten Mitgliedern, den aktiven und passiven, im Festzelt Dank zu sagen und ihre Treue zu ehren. Einen Prolog zum Auftakt sprach Linda Eiermann, umrahmt von weiteren Ehrendamen (Veronika Stößel, Julia Latu und Nicole Schneiderbanger). Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Ebinger Blaskapelle unter der Leitung ihres Dirigenten Ludwig Derra.

„Ja, was war im Jahr 1872 los“, begann Festausschuss-Vorsitzender Gerold Schneiderbanger seine Hommage: „… in Italien wurde der Reifenhersteller Pirelli gegründet, in Bayreuther erfolgte die Grundsteinlegung des Richard-Wagner-Festspielhauses – und in Ebing formierte sich die Freiwillige Feuerwehr zur Professionalisierung des Brandschutzes“. Die Feuerwehrleute erledigen ihre Aufgaben freiwillig und unentgeltlich, und bilden mittlerweile auch den Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Lebens. „Retten – Löschen – Bergen – Schützen, wenn die Sirene heult, der Sender vibriert, dann sind die Feuerwehrleute von einer Sekunde auf die andere zu allem bereit und in allen Notlagen gefragt,“ beschrieb Schneiderbanger das alltägliche Leben einer Feuerwehrfrau und eines Feuerwehrmanns.

Der erst vor kurzem vom Kreisbrandmeister zum Kreisbrandinspektor aufgestiegene Andreas Schnapp wurde neben den anstehenden Auszeichnungen auch eine besondere Ehre zuteil, nämlich die Ernennung zum Ehrenkommandanten der Ebinger Wehr. (Im Hintergrund v.l.: Florian Schneiderbanger (Stellvertretender Kommandant), Andrea Heilker (2. Vorstand FFW-Verein), Johannes Bayer (1. Vorstand FFW-Verein)

Feuerwehr immer gut ausstatten

144 Mitglieder hat der Verein mit 48 Aktiven, worunter sich auch acht Frauen befinden, und 14 Jugendanwärter. „Bei 1300 Einwohnern sei dies beachtlich“, lobte Bruno Kellner, der die Vertretung des aus gesundheitlich verhinderten Schirmherren Landrat Johann Kalb übernommen hatte. Im Landkreis sei man stolz auf seine 185 Wehren bei 6.700 Feuerwehrdienstleistenden. Beachtlich sei auch die Nachwuchsarbeit, und dass es den Jugendwarten – genannt sei Markus Ziegmann stellvertretend für alle Betreuer – gelänge, die Kinder zu motivieren.

Da Bruno Kellner bei den Grußworten eine Doppelfunktion erfüllte, sicherte er als Gemeindeoberhaupt auch jegliche Unterstützung bei Beschaffung des nötigen Equipments zu. Gemeinsam mit dem Marktgemeinderat wolle man die Sicherheit für Ebing und die umliegenden Ortschaften gewährleisten, ja erst im vergangenen September war ein neues Fahrzeug (MLF) in den Dienst gestellt worden. Eine gute Ausstattung sei wichtig, damit die Feuerwehrleute gesund zu ihren Familien zurückkehren. Als Geschenk der Marktgemeinde wurde ein Geldbetrag übergeben. Filialleiterin Jumana Omeirat von der VR Bank schloss sich anlässlich des Jubiläums mit der Übergabe eines Schecks (500 Euro) an.

Zu den geladenen Gästen gehörten auch Kreisbrandmeister, zugleich Kreisjugendwart Klaus Jungkunz sowie der alte und neue Kreisbrandrat, Bernhard Ziegmann a.D. und Thomas Renner. Letzterer erinnerte in seinem Grußwort daran, dass trotz der Mannschaftsstärke – der Quantität – auch die Qualität der Ausbildung stimmen müsse. Ohne Jugendfeuerwehr gehe es nicht, und sprach damit die nachfolgende Verbandsehrung innerhalb der vor 30 Jahren gegründeten Jugendfeuerwehr an. Dank sprach er aus für die Familien und Ehepartner, aber auch für die Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter freistellen, auch wenn dann die Arbeit ruht.  Dass es sich in Ebing um ein „Spitzenteam“ handelt, zeigt die große Hilfsbereitschaft bei Austragung dieses Festes.

Gedankt wurde somit allen Helfern aus Ebing und von außerhalb sowie der Unterstützung von zahlreicher Firmen, die auch den Chronikdruck mitfinanzierten. Besonders geehrt wurden fünf Firmen, die das ganze Jahr hindurch mehr für die Feuerwehr tun würden, als sie müssten, weshalb Wolfgang Röckelein in Abwesenheit (Röckelein – Beton), Andreas Hübner (Schwanenbräu), Gerd Seibold (Seibold Telekommunikationsbau) und Otto Schobert (thefi.com) mit der Auszeichnung „Partner der Feuerwehren vom LFV Bayern“ geehrt wurden.

Alois Hartig wurde als Ehrenmitglied des Vereins aufgenommen. Johannes Bayer (1. Vorsitzende FFW Verein), Andrea Heilker (2. Vorsitzende), Ehrenmitglied Alois Hartig, Florian Schneiderbanger (2. Kommandant), Stefan Eiermann (Kommandant) und Gerold Schneiderbanger (Festausschuss-Vorsitzender)

150 Jahre Ebinger Feuerwehr – Chronik

„Im Februar 1872 wurde der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Ebing durch den damaligen Bürgermeister Georg Horcher und Gemeindebevollmächtigten Theodor Landgraf sowie den Gemeinderäten Georg Eiermann, Peter Schöber, Wolfgang Schneiderbanger und Johann Horcher gegründet“, so verrät die von Maximilian Stößel für dieses Jubiläum in akribischer Kleinarbeit zusammengestellte Vereinschronik. Ziel war es, die Arbeit der Feuerwehrleute bei Brandeinsätzen und Katastrophenhilfe zu professionalisieren. Und dies gelang innerhalb der letzten 150 Jahre mit dem vollen Einsatz der Einwohner, die sich für ein gewissenhaftes Arbeiten in der Wehr entschieden hatten und haben.

So klangen bei der aktuellen Ehrung viele Familiennamen wieder, die sich bereits bei der Gründung bereit erklärt hatten, den Ort, seine Einwohner und Lebewesen zu schützen. Neben verschiedenen Bränden von Gebäuden, Scheunen und Stallungen, stellten das Jahrhunderthochwasser vom Februar 1908 und die Ereignisse vor Kriegsende 1945 wohl die einschneidendsten Erlebnisse für die Wehrleute dar. Bei Letzteren handelte es sich um den „Brand eines Güterzuges durch Fliegerangriff oberhalb des Ebinger Bahnhofes“ (19. März) und der „Großbrand in Zapfendorf“ am Weißen Sonntag (1. April). Auch während des Hochwassers Weihnachten 1967 wurden die Feuerwehrleute gefordert, die Rettungsarbeiten, bei denen die ganze Bevölkerung Hand anlegte, zu koordinieren, – was damals Kreisbrandmeister Philipp Stößel bei der anschließenden Generalversammlung anerkennend lobte.

Der Chronikband wurde von Schriftführerin Sandra Hahn und Maximilian Stößel, der sich auch für das Layout und die Redaktion verantwortlich zeigte, je an den Stellvertreter des Schirmherren Landrat Johann Kalb, Bürgermeister Bruno Kellner, und den Patenverein FFW Zapfendorf, vertreten durch Ersten Vorsitzenden David Saridžić, überreicht. Letzterer hielt sein abschließendes Grußwort kurz. Er betonte die Notwendigkeit „stets für andere da zu sein“, und wünschte „ein friedliches, gut besuchtes Fest“.

Die Führungsriege mit Ersten Feuerwehrkommandanten Stefan Eiermann und Stellvertreter Florian Schneiderbanger, dem Ersten Vorsitzendem des FFW-Vereins Johannes Bayer und seiner Stellvertreterin Andrea Heilker sowie Kreisbrandrat Thomas Renner und Kreisbrandmeister, zugleich Kreisjugendwart, Klaus Jungkunz, sorgten dafür, dass die Ehrungen reibungslos „über die Bühne gingen“.

Ein Programmpunkt „Sonstige Ehrungen“ ergänzte den Festabend, da als Überraschung vorgesehen: Der erst vor kurzem zum Kreisbrandinspektor ernannte Andreas Schnapp (Kommandant: 1994–2012) wurde neben den anstehenden Auszeichnungen die Ernennung zum Ehrenkommandanten der Ebinger Wehr zuteil. Und der frühere Kommandant Alois Hartig (1979–1984) wurde als Ehrenmitglied des Vereins aufgenommen.

Das Schlusswort übernahm wieder der Vorsitzende des Festausschusses, Gerold Schneiderbanger, der mit viel Esprit durch den ereignisreichen Abend geführt hatte. Statt der gewöhnlichen Gastgeschenke ginge diesmal eine 1000 Euro Spende an die „Grisu-Hilfe“, „Hilfe für Helfer“, mit der unbürokratisch verunfallter und geschädigten Kameraden Unterstützung garantiert werde.

Dank wurde schließlich allen gesagt, die sich von der Organisation über die Teilnahme bis zum Zeltabbau beteiligt haben und noch beteiligen werden. Im Gegenzug wurde Gerold Schneiderbanger als Anerkennung für seine Festleitung eine Torte aus Schokoriegeln überreicht.

Ehrungen

Staatliche Ehrungen

40 Jahre: Klemens Anders, Rainer Landgraf, Theodor Leisgang, Andreas Schnapp (KBI), Edgar Schneiderbanger, Reinhard Spindler

25 Jahre: Matthias Grottke und Sebastian Skalischus

Ehrennadeln Jugendfeuerwehr

Stefan Eiermann, Andreas Schnapp und Florian Schneiderbanger – je Bayern Silber,

Sandra Hahn, Markus Ziegmann, Maximilian Stößel – Oberfranken

Deutscher Feuerwehrverband – Ehrenkreuz Bronze

Gerold Schneiderbanger

Vereinsehrungen

65 Jahre – Gold: Siegfried Groh und Josef Gunzelmann

60 Jahre – Gold: Franz Eiermann, Josef Eiermann, Sylvester Eiermann, Peter Groh, Siegfried Jungbauer, Werner Landgraf, Gottfried Schaller, Leo Schlichtig, Kurt Schmitt, Otto Schöbert

50 Jahre – Gold: Helmut Arnold, Josef (II) Eiermann, Helmut Groh. Herber Gunzelmann, Alois Hartig, Ludwig Hofmann, Fridolin Horcher, Günther Joppich, Adolf Jungbauer, Rudolf Kandler, Claus Prath, Anton Schnapp, Emil Schneiderbanger

40 Jahre – Silber: Klemens Anders, Bernhard Hartig, Richard Hofmann, Georg Landgraf, Raimund Landgraf, Rainer Landgraf, Rudolf Landgraf, Robert Leisgang, Theodor Leisgang, Lother Sauer, Josef Schaller, Andreas Schnapp, Andreas Schneiderbanger, Edgar Schneiderbanger, Reinhard Spindler, Hilmar Stößel, Jürgen Stößel, Wolfgang Stößel, Siegbert Tscherner

30 Jahre – Bronze: Heinrich Braun, August Dütsch, Matthias Dütsch, Silvester Eiermann, Stefan (I) Eiermann, Stefan (II) Eiermann, Franz Eiermann, Pankraz Eisentraut, Reiner Groh, Franz Gunzelmann, Markus Gunzelmann, Richard Gunzelmann, Klaus Hüsing, Tilo Kümmelmann, Albert Landgraf, Anton Landgraf, Manfred Landgraf, Peter Prath, Achim Schaller, Thomas Schaller, Gerd Schlichtig, Peter Schmitt, Markus Schnapp, Thomas Schnapp, Gerold Schneiderbanger, Rudolf Schneiderbanger, Ullrich Schneiderbanger, Hans-Werner Schöber, Uwe Stößel, Thomas Tscherner, Volker Walz


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