Von einer Kirche, die auch heute noch wirksam ist

Die Pfarrei St. Jakobus Ebing feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Als Höhepunkt der Feierlichkeiten wurde am Sonntag, 25. Juli, das Patrozinium begangen. Als Ehrengast nahm Erzbischof Ludwig Schick teil. Er rief dazu auf, sich als Kirche nicht klein zu machen.

„In Ebing zeigt sich Glaubensfreude“. Nach dem festlichen Einzug der Fahnenträger, Ministranten sowie der Geistlichkeit durfte Bürgermeister Bruno Kellner als erster ans Mikrofon. Er lobte die Ebinger für das Festjahr, in dem sich zeige, dass Glaube auch oder gerade in schwierigen Zeiten Strahlkraft habe. Das Festjahr wurde in Ebing bereits Ende Februar mit einem Gottesdienst eröffnet, seitdem haben zahlreiche Gottesdienste stattgefunden und die Vielfalt des Glaubens gezeigt.

Die offizielle Begrüßung übernahm anschließend Wolfgang Merzbacher, der darüber hinaus ein flammendes Plädoyer für den Glauben hielt. „In den vergangenen Wochen wurde viel Positives über unser Jubiläum gesagt, aber auch die Frage gestellt: Kann man diese Kirche feiern?“ Ja, man könne. Die Kirche sei gerade hier vor Ort ein starkes Hoffnungszeichen, stehe für Begegnung und Verbundenheit. Durch die Corona-Pandemie werde Gemeinschaft noch intensiver erlebt als zuvor – und das solle erhalten und weiter ausgebaut werden. „Junge Menschen sollen eine Kirche sehen, wo der Glaube Anker und Hoffnung sein kann.“

Der Festgottesdienst als Open-Air auf dem Kirchplatz.

Nach wie vor geschieht viel Gutes

Anschließend begann der Festgottesdienst, den Erzbischof Ludwig Schick zusammen mit Diakon Ulrich Ortner und Pfarrer Markus Schürrer zelebrierte. Schick ging in seiner Predigt zunächst auf die Verbindung von Dankbarkeit und Freude ein. Beide stünden für das Wissen, dass etwas gut und richtig ist. So habe die Pfarrei in den zurückliegenden 150 Jahren viel Gutes bewirkt. Als die drei wichtigsten Aufgaben einer Pfarrei – und auch der neu etablierten Seelsorgeeinheit, Ebing gehört zur Seelsorgeeinheit Main-Itz – seien die Verkündung der frohen Botschaft, die Feier der Gottesdienste und die Gemeinschaft.

„Heute wird viel von Krise und Relevanzverlust der Kirche gesprochen, unser Alltag wird weltlicher. Kirche ist aber auch heute noch wirksam, viele halten laut Studien die Vermittlung der Werte des Evangeliums für wichtig, selbst wenn sie selbst nicht oder nur unregelmäßig Gottesdienste besuchen“, so Schick. Eine totale Verweltlichung schade den Menschen, es dürfe sich nicht alles nach dem Motto der gerade gestarteten olympischen Spiele – „schneller, höher, stärker“ – richten. Klar sei: Nicht alles laufe gut, überall entstünden Fehler – auch Kirche sei kein Wunschkonzert. So heiße es in der Bibel bei Paulus im zweiten Korintherbrief, dass wir alles in irdenen Gefäßen tragen. „Nicht alles gelingt im Leben. Aber wir müssen daher auf das schauen, was gelingt, das Beste daraus machen. In unseren Pfarreien und Seelsorgeeinheiten geschieht nach wie vor viel Gutes, das dürfen wir nicht klein reden oder mies machen.“

Kleine Prozession um die Kirche

Zum Abschluss wurde das Allerheiligste in einer Prozession um die Kirche getragen. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr umrundeten die Kirche zusammen mit der Jakobusstatue. Nach einem Gedicht, vorgetragen von Erzieherinnen des Ebinger Kindergartens und der Übergabe eines kleinen Geschenks an Erzbischof Schick kamen die Besucherinnen und Besucher noch zu einer Agape zusammen. Genauso wie der Gottesdienst fand diese auf dem Kirchplatz statt. Kleine Gebäckstücke und Getränke wurden pandemiebedingt direkt an den Sitzplatz gebracht.

Die Ministranten, Pastoralreferent Mathias Schaller, Diakon Ulrich Ortner, Pfarrer Markus Schürrer, Erzbischof Ludwig Schick und Bürgermeister Bruno Kellner bei der Prozession.

Als letzter Teil der Feierlichkeiten zum Pfarreijubiläum steht noch der Gottesdienst zur Kirchweih am Samstag, 31. Juli um 19 Uhr auf dem Programm.


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