Der Bürgermeister empfiehlt: „Genießen Sie Mürsbach mit allen Sinnen“

MIT VIDEO UND GROSSER BILDERGALERIE!

Bürgermeister Bruno Kellner (Rattelsdorf) und Landrat Dr. Günther Denzler waren sichtlich stolz, ein funktionierendes Dorf und einen intakten Landkreis präsentieren zu können. Ziel ihrer Ansprache war die Bewertungskommission im Bundeswettbewerb von „Unser Dorf hat Zukunft. Unser Dorf soll schöner werden“, die am 11. Juni 2013 für drei Stunden in Mürsbach vorbei schaute und den Ort, seine Bewohner und vor allem die Zukunftsfähigkeit auf Herz und Nieren prüfte.

Fast 5.000 Orte haben mitgemacht, Mürsbach gehört zu den 24 „Finalisten“ im Dorfwettbewerb auf Bundesebene – eine große Ehre. „Sie spielen damit schon einmal Champions-League“, sagte Michael Pelzer, Bürgermeister einer kleinen Gemeinde südlich von München und in diesem Jahr Vorsitzender der Bewertungskommission nach drei Stunden Begehung. „Wir waren neugierig und haben gesehen, dass Sie vor allem mit weichen Faktoren punkten können, zum Beispiel einer Willkommensatmosphäre.“

Begonnen hatte der so wichtige Tag für Mürsbach um 10.00 Uhr. Wie schon im Landeswettbewerb im vergangenen Jahr empfing die Dorfgemeinschaft die Kommission mit Bürgermeister und Landrat. Auch der Landtagsabgeordnete Heinrich Rudrof war gekommen. Sabina Sitzmann-Simon informierte nach der Vorstellung der Kommissionsmitglieder über das Dorf und seine Geschichte. Sie lobte vor allem die Integrationsfähigkeit des Ortes gegenüber „Neuzugängen“. Auch sie sei einmal sehr freundlich empfangen worden.

Besuch Bewertungskommission Dorfwettbewerb 2013 in Mürsbach
Kommissionsleiter Michael Pelzer studiert Infos zu Mürsbach.

Natur rund ums Dorf entscheidet mit

Danach ging es zu einem Dorfspaziergang, vorbei an der Verkündhalle und dem Brunnen, wo sich die Kommission teilte. Vier Kommissionsmitglieder fuhren ins grüne Umland, denn die Kommission bewertet nicht nur das Dorf selbst, sondern auch das „Dorf in der Landschaft“. Begleitet wurden sie von Bernhard Struck, Fachreferent für Umweltschutz vom Landratsamt Bamberg, der die Ausführungen vor allem zur Tiervegetation und zu Maßnahmen und Zuschusssituation im Itzgrund näher erläuterte.

Die Prüfer interessierten sich viel für die Verbundenheit der Mürsbacher zur nahen Natur, der Nutzung und der Bewirtschaftung. Angetan waren sie von den Konzepten, welche die Mürsbacher aus Eigeninitiative und gemeinschaftlich angestoßen haben und umsetzen oder für die Zukunft planen. In den Gesprächen wurde immer wieder deutlich, dass dies nicht der erste Besuch einer Bewertungskommission war, denn während der Fahrt im Kleinbus wurde an vielen Stellen darauf hingewiesen, wie und wo Anregungen und Ideen der letzten Kommission umgesetzt worden sind – so wird auf der Flur, an Wanderwegen und Aussichtspunkten für Sitzgelegenheiten und zukünftige Beschattung durch neu gepflanzte Bäume gesorgt. Dies war unter anderem eine Anregung von Bernd Carl, der Mürsbach im Wettbewerb schon länger immer wieder und auf verschiedenen Ebenen besucht und bewertet hat, und auch heute mit von der Landpartie war. Die schnelle Umsetzung seiner Idee nahmen er und seine Kollegen erfreut zur Kenntnis.

Bei der Pflege der umliegenden Wälder, der Äcker und der Wiesen zeigte sich, dass der weitere Erhalt viel von einzelnen Mürsbachern abhängt, die diese auch in Zukunft meist ohne großen wirtschaftlichen Gewinn pflegen müssen. Aber Mürsbach hat seit dem letzten Besuch durch eine Bewertungskommission seine Hausaufgaben in Flora und Fauna gemacht. Die Beweidung von Wiesen, die ansonsten „verbuschen“ würden, durch Ziegen und Schafe fand auch schon private Nachahmer. Das Holz der Wälder wird zum Großteil als Brennholz im Eigenbedarf genutzt, was sich wiederum positiv auf den Energieverbrauch von Mürsbach auswirkt.

Besuch Bewertungskommission Dorfwettbewerb 2013 in Mürsbach
Diese beiden Damen haben den Spruch an der Wand wörtlich genommen…

Bei allen Punkten kamen seitens der Kommission immer wieder die Fragen auf: „Wie geht es weiter? Wer pflegt das alles? Und aus welchem Grund?“ Der Grund sei ganz klar die Naturverbundenheit der Dorfbewohner, die sich einerseits gut um ihre Grundstücke kümmern, aber eben auch eine Dorfgemeinschaft, die sich für die Natur zuständig fühle und sie pflege. „Auch junge und zugezogene Mürsbacher sehen zunehmend die Wichtigkeit und Wertigkeit der Natur und wollen sie erhalten“, führte Bernhard Struck aus.

Auch die ärztliche Versorgung auf dem Land wird thematisiert

Mehrmals machte sich die Landschafts-Kommission von verschiedenen Aussichtspunkten am Rande des Dorfes ein Bild von Mürsbach. Die Sonne tat das Ihrige dazu. Von hier sah man auch die Naturdenkmäler, die großen Linden, am besten. Beim letzten Abstecher des Tages zeigten sich die Itz und ihre Ufervegetation noch einmal von der prächtigsten Seite. „Mit dem Knöterich hier am Ufer müsst ihr aufpassen, der nimmt euch im Winter die Uferbefestigung“, merkte Bernd Carl von der Rückbank quasi im Vorbeifahren an und führte das Problem auf interessierte Nachfrage aus.

Währenddessen besuchten die weiteren Mitglieder der Kommission die Kirche und den Friedhof. Dort erklärte Kirchenpfleger Heinrich Ortlauf die Zusammensetzung der Pfarrei, Waldemar Müller informierte über die Mürsbacher Wichtel, die im Dorf Aufgaben jeglicher Art übernehmen und damit besonders zur Lebensqualität beitragen. Interessant waren auch die Ausführungen von Ullrich Zuber, der Allgemeinarzt in Itzgrund-Kaltenbrunn ist und auch in Mürsbach Sprechstunden anbietet. Er erläuterte die Zukunft der Gesundheitsversorgung und wünschte sich eine „Dorfpraxis“, die dann auch Fachärzte stundenweise nutzen können, was das medizinische Angebot auf dem Land noch einmal deutlich verbessern würde. Viel Lob hatte er für die Dorfgemeinschaft übrig. „Ein solcher Ort tut uns ansonsten hoch technisierten Ärzten gut“.

Besuch Bewertungskommission Dorfwettbewerb 2013 in Mürsbach
Aufstellung zum Erinnerungsfoto: Die beiden ältesten Mürsbacherinnen kamen zum Abschluss vorbei.

Weiter ging der Besuch mit einer Kutschfahrt zur Kunstmühle. Besitzer Heinz Eller wusste viel über die Geschichte des Gebäudes, die Prüfer waren ganz Ohr – denn ein solches kulturelles Angebot bietet manche deutlich größere Ortschaft nicht. Nach einer Stippvisite bei der Sonnenbräu fanden sich Mürsbacher und Kommissionsmitglieder im „Innenhof Feiler“, also hinter der Gastwirtschaft Goldener Adler, zum Abschlussgespräch ein. Und dann war der Besuch auch ganz schnell zu Ende, im Eiltempo waren drei Stunden vorbei gegangen.

Zwei Wochen ist die Kommission noch bundesweit unterwegs

Kommissionsmitglied Bernd Carl betonte noch im Gespräch mit Nachrichten am Ort, wie wichtig bei der Weiterentwicklung der Dörfer die Nachhaltigkeit der angestoßenen Maßnahmen und auch das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren wie beispielsweise die Ökologie und Ökonomie sei. „Es ist wichtig, und wird auch von den Dörfern gewünscht, dass wir Anregungen und Tipps zur weiteren Verbesserung und Entwicklung geben. Von Mürsbach werden diese extremst – und ich sage bewusst nicht extrem, sondern extremst – gut angenommen.“ Ob sich der Einsatz auch im Bundeswettbewerb gelohnt hat, wissen wir in zwei Wochen. Denn dann wird die Kommission ihr Ergebnis verkünden. Zunächst muss sie aber noch 22 weitere Orte in ganz Deutschland besuchen.

Besuch Bewertungskommission Dorfwettbewerb 2013 in Mürsbach
Zum Abschied winken die Mürsbacher der Kommission zu.

Lena Thiem, Johannes Michel

 

Eindrücke vom Tag zeigt unser Video … (Tipp: Wollen Sie das Video in HD-Qualität sehen? Dann klicken Sie im unteren Bereich des Videos einfach auf das Einstellungsrädchen und wählen dann 720p HD aus…).

 

Viele Fotos vom Besuch der Bundes-Bewertungskommission im Dorfwettbewerb 2013 finden Sie in der Bildergalerie (zum Öffnen der Galerie einfach auf ein beliebiges Foto klicken, zum Beenden der Anzeige genügt ein Klick auf das geöffnete Bild) …

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