Dorferneuerung: Auf dem Weg zum Bioenergiedorf

Veröffentlicht am 15. Mai 2013 von Johannes Michel

Bis vor wenigen Wochen existierte die Dorferneuerung im Zapfendorfer Gemeindeteil Oberleiterbach nur theoretisch. Nun sind allerdings die schweren Maschinen angerückt und die Arbeiten haben begonnen. Bei einer Informationsveranstaltung wurden die Bürger über die laufende Maßnahme unterrichtet, bekamen einen Ausblick auf den zweiten Bauabschnitt und durften selbst Entscheidungen fällen.

Oberleiterbach. 270 Einwohner, viel Grün, historische Gebäude. Im Jahr 1972 war die kleine Gemeinde Bundesgolddorf im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Aktuell läuft in Oberleiterbach die Dorferneuerung – und die Ziele sind hoch. Oberleiterbach soll ein Bioenergiedorf werden, dafür wird ein Nahwärmenetz verlegt. Außerdem erneuert der Markt Zapfendorf die Trinkwasserleitungen und lässt Kabel für die Straßenbeleuchtung sowie Leerrohre für schnelle Internetleitungen verlegen. Bereits Ende August soll das Nahwärmenetz in Betrieb gehen, dann beginnen die Lieferverträge mit den Kunden – 35 Anwesen machen mit. Geliefert wird die Wärme von der örtlichen Biogasanlage und, bei Bedarf, über ein mit Pellets beheizbares Blockheizkraftwerk.

Fast zwei Millionen Euro kostet der erste Bauabschnitt der Dorferneuerung. Über den aktuellen Sachstand und die Pläne für die Folgemaßnahmen wollten sich bei einer Informationsveranstaltung 70 Bürgerinnen und Bürger informieren. Bauleiter Markus Albrecht bat um Verständnis für die Absperrungen und die sich daraus ergebenden Einschränkungen. Architekt Stephan Gleisner stellte die Planung für den Bereich Kleukheimer Straße, Leuchtersbrunnen und Kastanienweg vor und blickte auch auf den zweiten Bauabschnitt, der neben dem Ausbau der Ortsstraßen mit Gestaltung der Randbereiche die Anlage von Fußwegen im „Schneidersgässla“ und entlang des Leiterbaches beinhaltet. Außerdem soll der Leiterbach renaturiert und vor dem Gemeinschaftshaus ein Platz entstehen, der für Feste genutzt werden kann.

Informationsveranstaltung Dorferneuerung Oberleiterbach Mai 2013
Die Informationsveranstaltung war gut besucht.

Informationsveranstaltung Dorferneuerung Oberleiterbach Mai 2013
Viel Grün: In Oberleiterbach lässt sich’s leben…

Leiterbach soll vom Beton befreit, renaturiert werden und Fußweg erhalten

Reinhard Sponsel, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Oberleiterbach, klärte über die von der Baufirma verwendeten Pflastersteine auf und ließ über die Beschaffung neuer Ortslampen abstimmen. Außerdem konnten sich die Bürger äußern, ob ein Fußweg entlang des Leiterbaches zwischen Kleukheimer Straße und Gemeinschaftshaus grundsätzlich erwünscht sei. Da diese Diskussion positiv verlief, soll nun in die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern eingestiegen werden.

Ein wichtiges Thema für die anwesenden Bürger war die teilweise mangelhafte Kommunikation. „Uns war nicht bekannt, dass die verschiedenen in Frage kommenden Ortslampen in Oberleiterbach zur Ansicht aufgestellt wurden und dass die Pflastersteine vor dem Gemeinschaftshaus auslagen“, beschwerte sich ein Bürger. Gemeinde, Teilnehmergemeinschaft und Energiegenossenschaft versprachen, daran zu arbeiten, die Kommunikation weiter zu verbessern, zum Beispiel durch Informationen im örtlichen Mitteilungsblatt.

Jede Woche treffen sich die am Bau beteiligten Firmen und Planer zu einem so genannten Jour-fixe-Termin, bei dem auch über Probleme gesprochen wird. Sponsel lud ausdrücklich die Bürger ein, daran teilzunehmen, falls Diskussions- oder Erklärungsbedarf bestehe. Bis Dezember sollen alle Maßnahmen des ersten Bauabschnitts in Oberleiterbach fertig sein. Ein sichtbares Zeichen der Dorferneuerung ist auch das neue Feuerwehrgerätehaus, das am 26. Juli 2013 seiner Bestimmung übergeben wird.

Informationsveranstaltung Dorferneuerung Oberleiterbach Mai 2013
Direkt gegenüber vom Gemeinschaftshaus bekommt die Feuerwehr ein neues Zuhause.

Johannes Michel

Gerne können Sie hier Ihren Kommentar zum Artikel hinterlassen.


Bitte geben Sie Ihren richtigen Namen (kein Pseudonym) an, ansonsten können wir Ihren Kommentar nicht veröffentlichen.
Ist dies Ihr erster Kommentar, erfolgt vor der Freischaltung zunächst eine Prüfung.
Für den Inhalt von Kommentaren ist die Redaktion nicht verantwortlich.
Indem Sie auf "Kommentar absenden" klicken, erlauben Sie uns, Ihre Daten (Name, E-Mail-Adresse, IP-Adresse und Kommentar) digital zu speichern und zu verarbeiten und Sie ggf. zu kontaktieren.