Auf den Spuren der „Zwiebeltreter“ …

Veröffentlicht am 15. Mai 2018 von Redaktion
Logopädie Scheßlitz


Bei herrlichem Frühlingswetter machten sich an einem Freitagnachmittag 25 Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Zapfendorf zu einem Maiausflug nach Bamberg auf. Die von der Vorsitzenden Klara Ott sorgfältig geplante Fahrt ins Häckermuseum Bamberg mit Besuch der Sebastianikapelle führte mitten hinein in ein europaweit einzigartiges Denkmal einer aus dem Mittelalter heraus gewachsenen und noch heute in Teilen erhaltenen Gärtnerstadt.

Unter der kundigen Führung von Museumsleiter Dr. Habel wurden die Teilnehmer zunächst mit der wechselhaften Geschichte der Gärtnerei in Bamberg vertraut gemacht. So waren die Grundlagen für einen erfolgreichen Gartenbau zunächst die vorhandenen Strukturen mit einem hervorragenden Humusboden und einem relativ hohen Grundwasserstand, so dass die Bamberger Häcker schon im Spätmittelalter im Gemüsehandel sehr erfolgreich waren. Der Anbau von Süßholz in einer Zeit ohne Zucker als Massenprodukt aus Rüben und besonders der tonnenweise Verkauf von Zwiebelsamen verschafften den in einer Gärtnerzunft organisierten Bamberger Häckern gute Geschäfte und sehr bald auch den Beinamen „Zwiebeltreter“.


Die OGV-Mitglieder in Bamberg.

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Nachrichten am Ort

Die Bamberger Gärtnerstadt, durch die nach dem Krieg einmal eine zum Glück nicht realisierte Durchgangsstraße führen sollte, ist heute ein wesentlicher Teil des UNESCO-Welterbes „Altstadt Bamberg“. Die Führung durch den bewirtschafteten Hausgarten des Gärtnermuseums und durch das Gärtnerhaus verschaffte einen nachhaltigen Eindruck von der längst vergangenen Lebenswelt einer Gärtnerfamilie um 1900.

Im Anschluss daran führte der Weg zur Sebastianikapelle der Gärtner, die nach einer wechselvollen Geschichte heute im Besitz des Vereins „Gärtner- und Häckermuseum“ ist. Neben der heiligen Magdalena ist der heilige Sebastian der zweite wichtige Schutzheilige der Gärtner, und noch heute werden ihre Figuren und Bilder, die in der Kirche zu besichtigen sind, bei Fronleichnamsprozessionen herumgetragen.

Der gelungene Ausflug fand seinen Abschluss in einem örtlichen Biergarten, wobei die Eindrücke in geselliger Runde verarbeitet werden konnten.

Rolf Bayer

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  1. Weißmann 18. Mai 2018 at 11:29 - Antworten

    Zwiebeltreter,wo kommt der Name her.
    Bei den Zwiebeln wurden früher die Strunke abgetreten,oder umgeknikt-Damit die Zwiebel sich im Boden besser entwickeln kann,dabei wurden Sie auch viel Größer und verkauften sich besser!!!!

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